Immer häufiger werden im öffentlichen Verkehr Mitreisende zum Opfer von Gewalt und auch die Angestellten werden vermehrt attackiert, so sieht es bei der SBB aus. Auch im Kanton Aargau, bei den Regionalen Betrieben, ist Gewalt in Bus und Bahn ein wichtiges Thema.

Bei der AAR Bus + Bahn stellt man im Aargau zwar keine konkrete Zunahme an Tätlichkeiten fest. «Das Thema darf man aber natürlich nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir nehmen es ernst», bestätigt Erwin Rosenast, Leiter Kommunikation AAR Bus + Bahn.

Kameraüberwachung in ÖV

Es sei immer ein Thema und komme schon vor, dass man Probleme mit Fahrgästen habe. Man tue aber alles dafür, damit sich der Fahrgast wohl fühle. «Wir haben Kameras eingebaut, Sicherheitsbegleiter im Zug und machen stets Kontrollen», meint Rosenast.

Die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) kennen das Problem mit der Gewalt auch. «Bei uns stagniert die Anzahl der Fälle. Wir haben natürlich auch Zwischenfälle, aber nur sehr selten», bestätigt Corinne Gubser, Leiterin Marketing und Verkauf.

«Letzte Woche wurden gerade die Busfahrer geschult, damit sie in heiklen Situationen richtig handeln. In dieser Woche ist das Kontrollpersonal dran», erklärt Gubser weiter. Bei der RVBW wurden ebenfalls in allen Bussen Kameras installiert.

37 Mio. für Sicherheit

Auch bei der SBB setzt man immer mehr auf weiter Sicherheitsmassnahmen. Man investiert jährlich 37 Millionen Franken. «Dazu gehören zum Beispiel der Ausbau der Präventionsarbeit und der Videoüberwachung in Fernverkehrszügen», bestätigt Lea Meyer, SBB-Sprecherin.

In den SBB-Zügen hat die Gewalt, national gesehen, stark zugenommen. Im letzten Jahr wurden im ersten Halbjahr 47 Tätlichkeiten aktenkundig. In diesem Jahr waren es 106 Attacken. Das entspricht einer Zunahme von 125 Prozent. Diese Zahlen veröffentlichte gestern der «SonntagsBlick».

Auch bei den Zahlen der Taschendiebe und Raubüberfälle gab es einen Anstieg von 80 Prozent. 816 Personen wurden im ersten Halbjahr zum Opfer. Die Polizei konnte immerhin 272 Verdächtige festnehmen.

104 Anzeigen

Die SBB brachte zudem 104 Fälle von Tätlichkeit, Gewalt, Drohung und Belästigung gegen das Zugpersonal zur Anzeige.