Leserwandern
Gespräche übers Wandern im Solothurner Wasseramt bei der 5. Etappe

Worüber unterhält man sich, wenn man auf Wanderschaft ist? Übers Wetter. Über Politik. Und, richtig, übers Wandern. Ins Schwitzen kamen die Teilnehmer neben den Themen auch auf der Strecke der fünften Etappe des Leserwanderns.

Christoph Neuenschwander
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Wanderleiter Geri Kaufmann weist die Richtung
31 Bilder
Vor dem Restaurant Seeblick
Verlockendes Angebot am Burgäschisee
Toll dieser Aussischtsberg!
Ueber Stock und Stein
5. Leserwandern-Etappe von Bolken nach Aeschi
Rinnen muss der Schweiss
Kantonsrätin Nicole Hirt und Rolf Schmid beim Wander-Smalltalk
Pilgerzug entlang dem Kornfeld
Pause im Wald
Nein, Apfel mag ich nicht
Klein Matterhorn im Steinhof
Informationen zu einer herrlichen Landschaft
Hundefans finden sich
Entlang am idyllischen Burgäschisee
Gruss der Badenixen vom Burgäschisee
Endlich am Ziel in Burgäschi
Ein Blick auf den Wegweiser
Ein Prost für zwei Gestrandete
Ein bisschen sind alle geschafft
Durchs schöne Wasseramt
Der Fruchtbarkeitsfels
Die Rast haben sie sich verdient
Das Rittigampfi kommt gerade recht
Die imposanten Findlinge im Steinhof
Das ist also des Pudels Kern
Auf der Seeterrasse des Restaurants Seeblick in Burgäschi gibts viel zu erzählen
Auch die Kantonsräte Hardy Jäggi (l.) und Felix Wettstein sind unterwegs
Auch Azeiger-Chef Manfred Fluri wandert wacker mit
Alle auf einem Haufen
Am Aeschisee

Wanderleiter Geri Kaufmann weist die Richtung

Christoph Neuenschwander

Kaum etwas ist so inspirierend, wie eine Wanderung über grüne Wiesen und sanfte Hügel. Nicht unbedingt wegen der frischen Luft oder der hinreissenden Landschaft. Auch nicht primär der kreislaufbelebenden sportlichen Betätigung wegen. Gewiss spielen diese Faktoren eine Rolle. Die wahre Inspirationsquelle aber sind die Weggefährten.

Selten hat man so viel Zeit, sich mit – mehr oder minder – Gleichgesinnten über die letzten Bergtouren, die schönsten Ausflugsziele oder die abwechslungsreichsten Bike-Touren zu unterhalten. Und oft wird bei diesen Gesprächen deutlich: Es muss nicht immer Nepal, der Amazonas oder das Matterhorn sein. Das Gute liegt oft näher als man denkt.

«Für jeden, der die Gegend hier nicht kennt, ist diese Etappe des Leserwanderns auf jeden Fall eine echte Bereicherung», sagt etwa Doris Mülchi aus Kriegstetten. Hugo Jäggi aus Biberist unternimmt mit 75 Jahren noch jede Woche eine Velotour. Oft reist er in der ganzen Schweiz herum.

Denn immer nur dieselben Strassen und Wege in der Umgebung abfahren wolle man ja auch nicht, sagt er. Wandern geht er gerne im Emmental und Entlebuch. Trotzdem steht für ihn fest: In der Region gibt es einige wunderschöne Flecken, die man als Einheimischen viel zu selten besucht.

Für Kantonsrat Felix Wettstein (Olten) macht aber genau das Erkunden neuer Gebiete den Reiz beim Leserwandern aus. «Ich habe bewusst Etappen ausgewählt, die ich überhaupt nicht kenne», erklärt er, begeistert von den erratischen Blöcken beim Steinhof.

Schwangere rutschten runter

Hier sind früher die Frauen runtergerutscht, wenn sie schwanger werden wollten, erzählt Wanderleiter Geri Kaufmann bei der «Chline Flueh» alias «Fruchtbarkeitsstein».

Mit auf Wanderschaft sind auch die Kantonsrätinnen Nicole Hirt (Grenchen) und Sandra Kolly (Neuendorf). Hirt hat ihre Hündin Ayla dabei, ein anderthalbjähriger Mischling mit Husky-Blut und viel Ausdauer.

«Mit ihr gehe ich täglich zwei bis drei Stunden wandern», sagt die Parlamentarierin. Gerne in die Witi oder auf den Grenchenberg – wichtig sei aber, etwas Abwechslung in die Routenwahl zu bringen.

Ratskollege Hardy Jäggi (Recherswil) geht eher selten wandern, wie er zugibt. «Ich würde aber schon lange gerne einen Zweitäger machen und irgendwo in einer Alphütte übernachten. Das wär sicher schön.»

Etwas mehr Erfahrung mit Hüttenromantik und Bergtouren hat Manfred Fluri, Geschäftsführer Anzeigerverband Bucheggberg-Wasseramt. Er schwärmt von Touren auf der Blüemlisalp und Kletterabenteuern am Balmfluechöpfli.

Nach so vielen Wandergesprächen kommt die Leserwandergruppe angenehm erschöpft am Aeschisee an, wo ein Apero im «Seeblick» und ein erfrischendes Bad im 30 Meter tiefen Gewässer warten. Und in manchen Köpfen wird wohl schon das nächste Abenteuer in freier Wildbahn geplant.