Aktion «Lux»
Gesehen werden im Verkehr: Vor allem Fussgänger sind uneinsichtig

Die Aargauer Regionalpolizeien haben mit der Aktion «Lux» Verkehrsteilnehmer auf das Thema Licht und Sichtbarkeit sensibilisiert. Überraschenderweise sind Fussgänger ein Hauptproblem. Trotzdem ziehen die Polizisten eine positive Bilanz.

Elia Diehl
Merken
Drucken
Teilen
Manche Fussgänger achten nicht darauf, dass sie gut gesehen werden können. (Symbolbild)

Manche Fussgänger achten nicht darauf, dass sie gut gesehen werden können. (Symbolbild)

Keystone

Der Winter ist angekommen und damit auch die dunklen und nebligen Tage. Für die Sicherheit im Strassenverkehr ist die Beleuchtung dann umso wichtiger. So wurde am 13. November der achte nationale Tag des Lichts durchgeführt, im Kanton organisiert vom TCS Aargau.

Auch die kantonalen Stadt- und Regionalpolizeien (Repol) beteiligten sich daran. Der Tag fällt jeweils in die jährliche Herbstaktion «Lux» der Repol, die sich ebenfalls dem Thema Beleuchtung und Sichtbarkeit widmet.

Während dreier Wochen kontrollierten die 14 Repol-Korps im ganzen Kanton mehrere tausend Verkehrsteilnehmer – vom Automobilisten über Radfahrer bis zum Fussgänger. 90 Polizisten waren für die Aktion vor allem während der Morgendämmerung und im Eindunkeln im Einsatz.

René Lippuner, Präsident des Verbands Aargauer Regionalpolizeien, zieht nach Abschluss eine positive Bilanz: «Erfreulich war die grosse Einsicht der ermahnten und auch gebüssten Fahrzeugführer.»

Fussgänger sind kaum sichtbar

Insgesamt büssten die Polizisten 73 Verkehrsteilnehmer, die Hälfte betraf laut René Lippuner Radfahrer, die ohne Licht unterwegs waren. Zudem gab es mehrere Anzeigen wegen «Manipulation an Mobiltelefonen» (ohne Telefonieren) und 15 Anzeigen bei der Jugendanwaltschaft, vor allem wegen frisierter Mofas oder fehlendem Licht.

«Das Hauptproblem waren aber eher die Fussgänger», sagt der Kommandant der Repol Zurzibiet, diese zeigten sich in den vielen Belehrungs- und Beratungsgesprächen oft uneinsichtig. «Sie sind teilweise nur schwer für das Thema Sichtbarkeit zu sensibilisieren.»

Während der Herbstaktion verteilten die Polizisten verschiedene Leuchtartikel wie Armbänder, Sohlenblitze oder Leuchtmützen. Denn gerade die häufig dunkle Kleidung von Fussgängern und Radfahrern macht es für andere Verkehrsteilnehmer schwierig, sie zu erkennen.

«Viele Fussgänger argumentierten, ein Leuchtarmband passe nicht zum Outfit», erklärt René Lippuner. Gerade auf dem Land seien diese aber wichtig, da öfters Strassenbeleuchtung oder Trottoirs fehlten.

Busse für fehlendes Tagfahrlicht

Das seit bald einem Jahr obligatorische Tagfahrlicht für Autos wurde während der Aktion «Lux» nicht kontrolliert. Nach wie vor hat Obligatorium weder bei den Repol noch bei der Kantonspolizei Priorität. «Wir machen keine Jagd auf Lichtsünder am Tag», sagt Kapo-Sprecher Roland Pfister, ihr Fokus liege auf der Einbruchskriminalität. Bei der Kapo gilt nach wie vor: Verwarnen statt Büssen. «Diesen Spielraum haben wir», sagt Pfister und verweist auf den vergessenen Führerausweis. «Hier sprechen wir auch eine Verwarnung aus, obschon es eine Ordnungsbusse nach sich ziehen müsste.»

Die Haltung der Repol ist indes etwas anders, die Zeit der Ermahnungen sei nun eigentlich vorbei. «Wir wollen die Bürger nicht plagen», sagt René Lippuner, «aber ein bestehendes Gesetz muss auch umgesetzt werden.»

Stelle man bei einer Kontrolle also ein fehlendes Tagfahrlicht fest, werde gebüsst. Dies ist aber kaum nötig, denn die Akzeptanz sei bereits sehr gross. «Einzig bei Sonnenschein glauben viele, es brauche kein Licht.»