Grossratswahlen 2016

Gerade einmal 32 Prozent Wahlbeteiligung: So sieht der typische Aargauer Nichtwähler aus

An der Statistik über die Wahlbeteiligung bei den Grossratswahlen beteiligten sich insgesamt 59 Gemeinden. Aus jedem Bezirk sind mindestens vier Gemeinden vertreten. (Symbolbild)

An der Statistik über die Wahlbeteiligung bei den Grossratswahlen beteiligten sich insgesamt 59 Gemeinden. Aus jedem Bezirk sind mindestens vier Gemeinden vertreten. (Symbolbild)

Die Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen hat im Kanton Aargau den Grossratswahlen vom Oktober die kalte Schulter gezeigt. Nur knapp jeder Fünfte dieser Altersgruppe nahm an der Wahl teil. Die Beteiligung betrug insgesamt 32,8 Prozent.

Der Nichtwähleranteil bei den Grossratswahlen vom 23. Oktober liegt bei 65,9 Prozent. Mit einem Anteil von über 79 Prozent verzeichnen die 20- bis 24-Jährigen den höchsten Nichtwählernanteil.

Es folgen die Altersklassen 18- bis 19-Jährige und 25- bis 29-Jährige mit je knapp 79 Prozent. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung der Statistik Aargau hervor.

Der Wähleranteil ab 30 Jahren nimmt kontinuierlich zu und erreicht bei den Altersklassen zwischen 70 und 79 Jahren den höchsten Wert von 52 Prozent. Die Nichtwähleranteile bei Männern und Frauen weichen vor allem bei den über 39-Jährigen von einander ab.

Junge Frauen wählen eher

Einzig in den Altersklassen der unter 25-Jährigen ist der Wähleranteil der Frauen höher als derjenige der Männer. Insgesamt weisen die Frauen mit einem Nichtwähleranteil von 67,9 Prozent einen um 4,1 Punkte höheren Wert auf als die Männer mit 63,8 Prozent, wie die Auswertung weiter aufzeigt.

Während die Frauen in den Altersklassen zwischen 65 und 79 Jahren eine Wahlbeteiligung von mehr als 40 Prozent erreichen, weisen die Männer in den Altersklassen zwischen 65 und 89 Jahren einen Wähleranteil von mehr als 50 Prozent auf, in der Altersklasse 75 bis 79 Jahren sogar eine Beteiligung von über 60 Prozent.

Verheiratete gehen wählen

Der Wähleranteil der ledigen Stimmberechtigten liegt bei durchschnittlich 24,6 Prozent - und der Anteil der Verheirateten bei 41,6 Prozent. Die Gruppe der ledigen 18- bis 29-Jährigen weisen jedoch sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen eine höhere Wahlbeteiligung auf als diejenige der Verheirateten.

Bei allen Zivilstandsgruppen ist der Unterschied im Wahlverhalten zwischen den Reformierten und Römisch-katholischen relativ gering. Verheiratete der übrigen Konfessionen und Konfessionslose hingegen haben einen deutlich höheren Nichtwähleranteil als die übrigen Zivilstandsgruppen.

An der Statistik über die Wahlbeteiligung bei den Grossratswahlen beteiligten sich insgesamt 59 Gemeinden. Aus jedem Bezirk sind mindestens vier Gemeinden vertreten.

Die durchschnittliche Stimmbeteiligung in diesen 59 Gemeinden liegt mit 33,6 Prozent leicht über der kantonalen Stimmbeteiligung von 32,8 Prozent.

50- bis 59-Jährige sind übervertreten

Die Wahlbeteiligung hat Einfluss auf die altersmässige Zusammensetzung des 140 Mitglieder zählenden Grossen Rats. Die Stimm- und Wahlberechtigten zwischen 50 und 59 Jahren sind verglichen mit ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung zu Ungunsten der Jüngeren und Älteren im Parlament stark übervertreten.

Fast 34 Prozent aller Grossrätinnen und Grossräte stammen aus dieser Altersgruppe, während der Anteil der Stimmberechtigten nur 19,5 Prozent beträgt.

In der Altersgruppe der unter 30-Jährigen sind nur acht Grossrätinnen und Grossräte (5,7 Prozent) vertreten, obwohl sie bei den Stimmberechtigten einen Anteil von 17,1 Prozent ausmachen. Im Rat übervertreten sind auch die Altersklassen 30 bis 39 und 40 bis 49 Jahre.(sda/luk)

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