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Genug von «Nazikeule»: Ecopop-Thommen tritt aus Grüner Partei aus

Andreas Thommen ist aus der Grünen Partei ausgetreten.

Andreas Thommen ist aus der Grünen Partei ausgetreten.

Ecopop-Initiant Andreas Thommen kündigt in einem offenen Brief an die «Liebe Grüne Aargau» seinen sofortigen Austritt aus der Grünen Partei an. Damit macht der Effinger Gemeindeammann dem Hin- und Her um seine politische Zukunft ein Ende.

Thommen hatte sich als Aushängeschild der Ecopop-Initiative nicht zuletzt innerhalb der Grünen Feinde geschaffen, wo er selber mal als Co-Präsident amtete. Die Jungen Grünen verlangten sogar seinen Rauswurf.

Nach der Ankündigung, mit einer eigenen Aargauer Ecopop-Liste zu den Nationalratswahlen anzutreten, spitzte sich der Streit zu. Thommen liess dabei wochenlang offen, ob er trotzdem gleichzeitig bei den Grünen bleiben wolle. «Der Entscheid ist mir nicht leicht gefallen», schreibt Thommen jetzt und gibt im Brief seiner Enttäuschung Ausdruck. «Leider waren es Exponenten der Grünen, die als erste die Nazikeule geschwungen haben, als es darum ging, unsere Volksinitiative zu bodigen. Das hat mich persönlich sehr verletzt.» Eine Umweltpartei, die das Bevölkerungswachstum nicht thematisiere, habe ihre Glaubwürdigkeit weitgehend verloren, kritisiert Thommen.

Grünen-Präsident Jonas Fricker findet Thommens Austritt «konsequent und richtig, auch wenn wir ein engagiertes Mitglied verlieren». Er habe schliesslich entschieden, gegen die Grünen anzutreten. Nach dem öffentlich ausgetragenen Streit um Thommens Zukunft findet es Fricker allerdings «schade, dass wir die Debatte parteintern nicht zu Ende führen konnten». Die Causa Thommen war nämlich für die Vorstandssitzung vom nächsten Montag traktandiert. Dieser hätte dann über einen Ausschluss Thommens entschieden.

Fricker sagte gegenüber der az, dass er persönlich nicht für einen Rausschmiss plädiert hätte. Er habe aus der Partei zahlreiche Rückmeldungen erhalten, welche aus liberalen Überlegungen einen Verbleib Thommens in der Partei begrüsst hätten, auch wenn man seine Ecopop-Positionen nicht teile. Andere wie Irène Kälin schlugen härtere Töne. «Braun stinkt zum Himmel. Wahre Heimatliebe ist grün!», hiess es auf einem Plakat der Nationalratskandidatin – eine Anspielung auf Ecopop. (roc)

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