Stellenabbau

General Electric: Wie die Aargauer Regierung und der Bundesrat möglichst viele Stellen retten wollen

Die Büros und Fabrik der GE General Electric in Oberentfelden.

Die Büros und Fabrik der GE General Electric in Oberentfelden.

Der Aargauer Regierungsrat warb bei der Führung von General Electric mit Standortvorteilen – und hofft auf weniger Entlassungen als angekündigt.

Der geplante Abbau von rund 500 Stellen im GE-Werk Oberentfelden war auch für den Aargauer Regierungsrat ein Schock. Er fühle sich «hintergangen», sagte Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann (SP) am Freitag gegenüber dem TV-Sender Tele M1. Dies, weil die Führung von General Electric bisher immer versichert hatte, die Mitarbeiter aus dem Werk in Oberentfelden könnten nach Birr umziehen und würden dort weiterbeschäftigt.

Dass diese Zusagen nicht mehr gelten und die Jobs nun ins Ausland verlagert werden sollen, macht Hofmann wütend. Auch die kurzfristige Information durch GE stösst dem Regierungsrat sauer auf. In der Mitteilung der Staatskanzlei zum Stellenabbau heisst es, noch letzte Woche habe ein Gespräch mit der GE-Führung stattgefunden. Erfuhr die Regierung erst dann vom drohenden Kahlschlag?

Keine neuen Jobs und Karrieren: das leere Anschlagbrett beim General-Electric-Werk in Birr.

Keine neuen Jobs und Karrieren: das leere Anschlagbrett beim General-Electric-Werk in Birr.

Regierung verlangte Gespräch mit GE-Spitze

«Der Regierungsrat wurde ein paar Tage vor der öffentlichen Bekanntgabe des geplanten Stellenabbaus bei GE informiert», sagt Landammann Markus Dieth auf Nachfrage. Man habe daraufhin umgehend ein Gespräch mit der GE-Führung verlangt.

Dieses fand am Donnerstag statt, als Vertreter des Bundesrats war Wirtschaftsminister Guy Parmelin dabei, als Vertreter des Kantons Dieth als Landammann. Von der GE-Führung waren Scott Strazik aus den USA, der CEO GE Power, Heiner Markhoff aus Frankreich, der CEO Renewable Energies, und Michael Rechsteiner, CEO Gas Power Europe, per Videokonferenz zugeschaltet.

«Wir haben ihnen nochmals die Vorteile dargelegt, die der Standort Aargau und die Schweiz bieten: kurze Wege, bestens qualifiziertes Personal, politische Stabilität», sagt Dieth. Das sei aus seiner Sicht bei den GE-Vertretern durchaus angekommen, «doch das Unternehmen hatte den Vorschlag der Einstellung der Produktionstätigkeit dem Europäischen Betriebsrat bereits eingereicht», hält er fest.

Die umständliche Formulierung deutet darauf hin, dass der Regierungsrat hofft, einige Stellen retten zu können. Dieth sagt: «Abgebaut sind die 500 Stellen in Oberentfelden noch nicht, wir werden in den nächsten Wochen und Monaten alles tun, damit möglichst viele Jobs erhalten bleiben». Das Volkswirtschaftsdepartement mit Regierungsrat Urs Hofmann sei da nahe dran.

Tatsächlich weist auch GE darauf hin, dass ein Konsultationsverfahren laufe, die Zahl der Stellenstreichungen also noch nicht fix sei. «Bei früheren Abbaurunden war die Zahl der Entlassungen bei GE jeweils niedriger als zuerst angesagt, darauf hoffen wir auch diesmal», sagt Dieth. Noch gebe es einen gewissen Spielraum, den wolle der Regierungsrat nutzen, damit so viele Mitarbeiter wie möglich von Oberentfelden nach Birr umziehen können.

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