Die 1400 Stellen, die General Electric in Baden, Birr und Oberentfelden streicht, sind der zweitgrösste Stellenabbau im Aargau. Noch mehr Arbeitsplätze gingen nur 1988 bei der Fusion BBC/Asea zur ABB mit einem Abbau von 2500 Stellen verloren.

Zwischen den beiden Kahlschlägen liegen fast 30 Jahre, dennoch gibt es Parallelen. In beiden Fällen traf es Baden am härtesten: Beim ABB-Abbau verlor die Stadt rund 1700 Arbeitsplätze, nun gehen 1100 Stellen verloren.

Doch ein solcher Abbau trifft letztlich nicht nur die Standortgemeinde, sondern hat Auswirkungen auf den ganzen Kanton und die Schweiz. Diese beschränken sich nicht auf wirtschaftliche Aspekte wie die negativen Folgen für Zulieferfirmen, sondern erstrecken sich auch weit in die Politik hinein. Dies zum Beispiel, wenn es um die künftige Unternehmensbesteuerung geht – über dieses Thema orientierte die Aargauer Regierung zufällig am gleichen Tag, als GE den Stellenabbau bekannt gab.

Wenn es um grosse internationale Firmen geht, ist die Politik ohnmächtig. Der Abbau bei GE war ein Schock mit Ankündigung, seit Monaten kursierten Gerüchte. Dass sich Johann Schneider-Ammann persönlich engagierte und damit beigetragen hat, dass die Standorte Birr und Oberentfelden erhalten bleiben, ist erfreulich.

Aber damit ist nur eine bescheidene Schadenbegrenzung gelungen. Schliesslich plante GE den Abbau von 1300 Stellen, streicht nun aber 1400 – trotz Intervention der Politik. Und neue Firmen anzulocken, ist für den Aargau schwierig: Der Kanton hat kaum Spielraum, um die Gewinnsteuern zu senken.