Gendersprache
Der Regierungsrat will kein Gendersternchen – ganz vom Tisch ist das Thema aber noch nicht

Kantonalen Stellen und Schulen sollte es erlaubt sein, in einer geschlechtergerechten Sprache Diversität abzubilden, findet die SP-Fraktion. Für den Regierungsrat aber haben bei dieser Debatte Grammatik- und Rechtschreibregeln Vorrang.

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Geht es nach dem Regierungsrat, soll die Verwaltungssprache grammatikalische und orthografische Regeln einhalten.

Geht es nach dem Regierungsrat, soll die Verwaltungssprache grammatikalische und orthografische Regeln einhalten.

Sascha Steinach / imago

Wegen des *, platziert zum Beispiel zwischen «Schüler» und «innen» gehen im Aargau regelmässig die Wogen hoch. Der Regierungsrat hat sich erneut mit einem Vorstoss befassen müssen – dieses Mal kam er nicht von der EDU, sondern von der SP-Fraktion.

Während die EDU den Genderstern verbieten wollte, verlangt die SP in ihrer Motion, die sprachlichen Weisungen so zu überarbeiten, dass es kantonalen Stellen und Schulen erlaubt wäre, in einer geschlechtergerechten Sprache Diversität abzubilden.

Wer will, dürfte gendern – wer nicht will, müsste nicht

Der Regierungsrat beantragt die Ablehnung der Motion und wiederholt, was er bereits in Antworten auf frühere Vorstösse festgehalten hat. Nämlich, dass sich der Kanton Aargau bei der sprachlichen Gleichbehandlung am Leitfaden der Bundeskanzlei orientiert.

Dieser entspreche der bisherigen Praxis, dass der Kanton Aargau ausschliesslich Formen verwendet, die den grammatikalischen und orthografischen Regeln entsprechen. Aus Sicht der Regierung werden damit weder Anliegen der Gleichstellung und Chancengleichheit noch der Diversität infrage gestellt.

Das letzte Wort haben die Grossrätinnen und Grossräte. Sie können die Motion immer noch gegen den Willen der Regierung überweisen. Eine Pflicht, gendergerecht zu schreiben, gäbe es auch dann nicht. Schulen und kantonalen Stellen wäre es aber erlaubt, Schüler*innen zu schreiben - und die Junge SVP könnte sich wirklich wichtigen Themen widmen und müsste nicht mehr Genderpolizei spielen. (nla)