Gemeindevertreter
Stabwechsel bei den Aargauer Gemeindeammännern: Patrick Gosteli löst Renate Gautschy im Präsidium ab

Nach elf Jahren an der Spitze der Gemeindeammänner-Vereinigung tritt Renate Gautschy (FDP, Gontenschwil) zurück. Mit 99 Prozent der Stimmen wurde Patrick Gosteli (SVP, Böttstein) an der digitalen Generalversammlung zu ihrem Nachfolger gewählt.

Fabian Hägler
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Mehr als 100 Amtskolleginnen und -kollegen (auf der Videowand) stiessen von zu Hause mit Renate Gautschy an - die Präsidentin der Gemeindeammänner-Vereinigung gab ihr Amt nach elf Jahren ab.

Mehr als 100 Amtskolleginnen und -kollegen (auf der Videowand) stiessen von zu Hause mit Renate Gautschy an - die Präsidentin der Gemeindeammänner-Vereinigung gab ihr Amt nach elf Jahren ab.

Screenshot / FH


«Sehr gerne hätte ich mit Euch allen anschliessend angestossen, doch das ist heute nicht möglich», sagte Renate Gautschy, die abtretende Präsidentin der Gemeindeammänner-Vereinigung, als sie die 115 Teilnehmer an der digital durchgeführten Generalversammlung begrüsste. Gautschy sollte sich täuschen: Nach dem offiziellen Teil der Versammlung prosteten ihr Dutzende Amtskolleginnen und -kollegen vor ihrer Kamera von zu Hause aus zu.

Einstimmig nominiert, mit 99 Prozent gewählt

Gautschy tritt nach elf Jahren an der Spitze der Gemeindeammänner ab – auf die FDP-Frau aus Gontenschwil folgt mit Patrick Gosteli ein SVP-Mann aus Böttstein. Gosteli wurde vom Vorstand einstimmig empfohlen und mit 99 Prozent der Stimmen an der Versammlung als neuer Präsident gewählt. Er sitzt seit 12 Jahren im Grossen Rat und ist seit Herbst auch Präsident des TCS Aargau.

Patrick Gosteli, Gemeindeammann von Böttstein und neuer Präsident der Gemeindeammänner-Vereinigung.

Patrick Gosteli, Gemeindeammann von Böttstein und neuer Präsident der Gemeindeammänner-Vereinigung.

ZVG

Gautschy sagte, Gosteli verfüge über ein hervorragendes Netzwerk. Gosteli bedankte sich für das Vertrauen und sagte, er habe Respekt vor dem Amt. Es sei eine grosse Aufgabe, die er mit Herzblut und Engagement angehe. Gautschy habe sehr grosse Fussstapfen hinterlassen, er werde versuchen, diese auszufüllen.

Anerkennung vom Innendirektor und vom Landammann

Dieter Egli, seit Anfang Jahr Innendirektor des Kantons und so Schirmherr der Gemeinden, bezeichnete diese als Fundament der Schweiz. Ohne starke Gemeinden gebe es keinen starken Kanton und auch keinen starken Bund, hielt Egli fest. Ihm sei die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Kanton und Gemeinden wichtig, betonte Egli.

Er werde den Gemeindevertretern auf Augenhöhe begegnen, auch wenn es sicher harte Diskussionen und verschieden Meinungen geben werde. Egli sagte, für ihn sei auch der Milizgedanke wichtig, diesen spüre er nirgends so gut wie in den Gemeinden. Er würdigte Gautschy als Vollblutpolitikerin, die er sehr geschätzt habe. Der Innendirektor gratulierte Gosteli zur klaren Wahl und sagte, er freue sich auf die anstehende Zusammenarbeit.

Landammann Stephan Attiger sagte, Gautschy habe vor elf Jahren als erste Vertreterin einer Kleingemeinde das Präsidium der Gemeindeammänner-Vereinigung übernommen. Attiger sagte, Gautschy zeichne sich durch Herzblut und Engagement aus, zudem sei sie immer authentisch geblieben. Umsichtig, pragmatisch, respektvoll und lösungsorientiert habe es Gautschy verstanden, die verschiedenen Interessen der Aargauer Gemeinden unter einen Hut zu bringen und zu vertreten.