Rekrutierungszentrum Windisch

Gemeindeammann: «Mir scheint das Ganze wie ein Schildbürgerstreich»

Windischs Gemeindeammann Scheiwiler kritisiert den Entscheid der Armee, das Rekrutierungszentrum in Windisch zu schliessen.

Windischs Gemeindeammann Scheiwiler kritisiert den Entscheid der Armee, das Rekrutierungszentrum in Windisch zu schliessen.

Die Schweizer Armee will das Rekrutierungszentrum in Windisch nach Aarau verlagern – es wurde erst vor zehn Jahren eröffnet. Für den Windischer Gemeindeammann Hanspeter Schweiwiler ist die Sache zuwenig gut durchdacht.

Herr Scheiwiler, als Gemeindeammann holten Sie das Rekrutierungszentrum nach Windisch. Vor zehn Jahren wurde es eröffnet und nun soll es in der Kaserne Aarau integriert werden. Was empfinden Sie dabei?

Hanspeter Scheiwiler: Das ist eine grosse Überraschung. In diesem Zentrum steckt sehr viel Herzblut. Und jetzt soll alles flöten gehen.

Wurden Sie im Vorfeld informiert?

Nein, von diesen Plänen habe ich wie die Öffentlichkeit erst am Dienstagmorgen erfahren.

Was halten Sie von diesem Entscheid der Armee?

Ich bin nicht sicher, ob das gut durchdacht ist. Mir scheint das Ganze wie ein Schildbürgerstreich. Für teures Geld will der Bund das Kasernenareal in Aarau neu nutzen. Die Stadt Aarau würde dieses zentral gelegene Gebiet vermutlich städtebaulich lieber anders nutzen.

Das ist jetzt die Aarauer Sicht. Was bedeutet dieser Schritt für die Gemeinde Windisch?

Wir würden einen wichtigen Standort in Unterwindisch, der in mehrfacher Hinsicht für Einnahmen sorgte, sowie 32 Vollzeitstellen verlieren. Ein grosser Verlust.

Wofür wäre das Gebäude der Kunz Textil AG, wo sich das Verteidigungsdepartement eingemietet hat, sonst noch geeignet?

Das ist nicht ganz einfach zu sagen. Allenfalls für eine Schule oder ein Gymnasium. Die Infrastruktur ist gut: Es hat einen Speise- und Plenarsaal mit je 160 Plätzen, zwei Turnhallen, Gruppenräume, einen Freizeitraum, eine Grossküche sowie Zimmer mit total 160 Betten.

Wie geht es nun weiter?

Der Bund hat verschiedene Möglichkeiten aufs Tapet gebracht. Wichtig ist, diese Varianten nun genau zu prüfen.

Wird sich die Gemeinde Windisch wehren?

Ja, wir werden sicher am Ball bleiben.

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