«111 Orte im Aargau»
Geisterhaus, Biobadi und Trichterhotel – das finden Sie im Aargau

Wussten Sie, dass der Aargau ein Geisterhaus hat? Oder welche Grotte besonders schön ist, um Cervelats zu braten? Die az zeigt 10 weitere Orte aus dem neuen Buch «111 Orte im Aargau, die man gesehen haben muss».

Stefanie Suter
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Einer der 111 Orte, die man im Aargau gesehen haben muss: In dieser Säulengrotte in Stafflelbach können Sie wunderbar Cervelat braten.
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Im Wald in Unterlunkhofen gehen Sie wie Indiana Jones auf die Suche nach Gräbern. Wer weiss, vielleicht finden Sie alle 63.
111 Orte im Aargau, die man gesehen haben muss
Dieser Weiher ist das Zuhause der vom Aussterben bedrohten Steinkrebse.
Und plötzlich tut sich die Erde auf – so geschehen in Hellikon.
In diesem Trichter in Herznach können Sie übernachten.
181 Stufen müssen Sie erklimmen, um die Aussichtsplattform des Betonturms in Baden zu erreichen.
In diesem Haus in Beinwil am See können Sie auf Geistersuche gehen.
240 Meter oder 11 Umgänge und 28 Wendungen müssen Sie überwinden, um das Zentrum des Wiesenlabyrinths in Remigen zu erreichen.
Um auf dieser 300 Meter langen Piste in Asp Ski fahren zu können, müssen Sie sich noch etwas gedulden.

Einer der 111 Orte, die man im Aargau gesehen haben muss: In dieser Säulengrotte in Stafflelbach können Sie wunderbar Cervelat braten.

Zur Verfügung gestellt

Warme Temperaturen und sonniges Wetter machen Lust, die Grillsaison zu eröffnen. Wussten Sie, dass Sie Ihren Cervelat auch in einer Grotte braten können? Genauer genommen in einer Säulengrotte, einem Übrigbleibsel des Sandstein-Abbaus. Sie liegt im Waldgebiet Husertwing auf dem Gemeindegebiet von Staffelbach, gehört aber der Ortsbürgerschaft Schöftland. Wie man die Grotte findet, verrät das neue Buch «111 Orte im Aargau, die man gesehen haben muss» von Ursula Kahi.

In einem Waldstück in Unterlunkhofen versteckt sich eine andere Rarität: 63 keltische Gräber – der grösste Friedhof der älteren Eisenzeit in der Schweiz. Ohne dornen- und zeckensichere Kleidung sollte man sich aber nicht in Indiana-Jones-Manier an die Aufgabe machen, die Grabhügel zu entdecken.

Schwimmen in der Biobadi

Bio-Fleisch, Bio-Gemüse, Bio-Kleider – und in einer Biobadi schwimmen? Im Aargau ist das möglich: Seit dem Jahr 2000 hat Biberstein einen öffentlichen Schwimmteich – der erste überhaupt in der Schweiz. Maximal 300 Gäste können sich mit Fröschen, Libellen und Seerosen das Wasser teilen.

Wer sich eher für Krustentiere interessiert, wird in Mettau fündig: Die Aufzuchtstation im alten Mühleweiher hat die Steinkrebse vor dem Aussterben bewahrt. Krebspapi und Experte Urs Leber vom lokalen Fischerei-, Natur- und Vogelschutzverein erzählt Interessierten alles Wissenswerte rund um Natur und Krebsaufzucht.

Und plötzlich tut sich die Erde auf: so geschehen auf einer Wiese in Hellikon. Die zwei riesigen Löcher im Boden sind eine Laune der Natur, entstanden durch die Absenkung des Bodens. Dieses Nichts findet «Pro Natura Aargau» schützenswert und hat deshalb die beiden Erdlöcher erworben.

Wollten Sie schon immer in einem Trichter schlafen?

Im Bergwerksilo in Herznach können Sie sich diesen Traum erfüllen. Früher lagerte die «Jura-Bergwerk AG» Eisenerz in diesem Betonkonstrukt, heute kann man in zwei Doppel- und zwei Familienzimmern übernachten. Das Frühstück geniessen Sie bei einer 360-Grad-Rundumsicht in der obersten Etage in einer Höhe von 17,5 Metern.

Noch höher ist der Betonturm in Baden: 181 Stufen muss man erklimmen, um die 38,4 Meter hohe Aussichtsplattform zu erreichen. Doch es lohnt sich. Bei gutem Wetter kann man den Schwarzwald, die Glarner oder die Berner Alpen sehen.

Wo die Friesen spucken

365 Tage im Jahr stehen das Vorder- und das Hintertor einer Scheune offen. Denn die Friesen wollen keinen Umweg in Kauf nehmen, wenn sie um die Wintersonnenwende aus ihren Gräbern steigen: Auf exakt dem gleichen Weg, auf dem sie in die Schweiz wanderten, zieht es sie auch wieder an die Nordsee. Sobald sie das Meerrauschen gehörte haben, kehren sie in ihre Gräber in Beinwil zurück. So besagt es zumindest die Sage um das Geisterhaus in Beinwil am See.

Mehr um das Leben als um den Tod geht es beim Wiesenlabyrinth in Remigen. «Denn Labyrinthe sind uralte, von Menschen geschaffene Symbole für den Gang des Lebens», schreibt die Autorin Ursula Kahi. Verloren gehen kann man im Labyrinth nicht. Denn im Gegensatz zum Irrgarten hat es keine Sackgassen und Abzweigungen, sondern einen einzigen Weg, dem man bis zum Ende folgen muss. Beim Remiger Labyrinth sind es 240 Meter oder 11 Umgänge und 28 Wendungen bis zum Zentrum.

Noch etwas gedulden müssen sich die Wintersportler: Denn bis die Skisaison in Asp nördlich der Staffelegg wieder eröffnet werden kann, dauert es noch einige Monate. Das Warten soll sich aber lohnen, denn die 300 Meter lange Piste ist nicht nur familiär, sondern auch lawinensicher.

Neues Buch: 111 Orte im Aargau, die man gesehen haben muss
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Umlaufmaterialbahn, Frick 40 Loren einer Materialseilbahn schweben seit 1935 über Frick, seit der Eröffnung einer Opalinustongrube. Eingesetzt wird sie von der Keller AG, die den hochwertigen Ziegeleirohstoff für ihre Produkte nutzt. Sie gilt als interessantes Stück Technikgeschichte und hat vom Bund als eine von 67 Seilbahnen das Prädikat «nationale Bedeutung».
Die Kantonsmitte, Niederlenz Diesen Ort im Waldgebiet Länzert in Niederlenz kann man nicht übersehen: Er ist mit einem entsprechend gemeisselten Granitblock aus der Region Göschenen, elf Sitzbänken und zwei Feuerstellen markiert. Die elf Sitzbänke stehen sinnbildlich für die elf Bezirke. 1978 schenkten die Ortsbürger von Niederlenz dem Kanton seinen Mittelpunkt.
Geissfluegrat, Erlinsbach Beim Konsultieren des originellen Gipfelbuchs des mit 908 Metern über Meer höchsten Aargauer Gipfels sieht man sofort: Die Leute erweisen ihm ihre Reverenz, er ist sehr stark besucht. Die erste Militärgamelle im Bild wurde leider geklaut, doch sie ist längst ersetzt und so kann man im neuen Gipfelbuch stöbern.
Steinzeitwerkstatt, Boniswil Max Zurbuchen ist überzeugt: «Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht verstehen.» Wie aber soll man begreifen, was man nie in Händen gehalten hat? So baut Zurbuchen in seiner Steinzeitwerkstatt (www.steinzeit- live.ch) Fundstücke mit den Originalmaterialien und -werkzeugen bis ins Detail nach.
Aarewaage, Aarburg In Aarburg liebt man die Aarewaage. Das geht den Wasservögeln genauso, wie man auf dem Bild sieht. Das Schema auf dem Känzeli bei der Wetterstation muss man dann und wann entsprechend reinigen, um die Erklärung für ein seltenes Naturphänomen lesen zu können: über einen plötzlich rückwärts fliessenden Fluss.
Das St.-Anna-Loch, Rheinfelden Ob die Rheinfelder einst wirklich aus Angst vor den Hunnen ihre Schätze im Rhein versenkten und die Hunnen dann die Edelfrau Anna wutentbrannt hinterherwarfen? Das Loch, in dem alles verschwunden sein soll, gibt es, es ist gefährlich. Daran erinnert am deutschen Ufer der Anna-Brunnen mit einer Wasserfrau mit einem ertrunkenen Kind im Schoss.
Weg Aarau–Amerika, Aarau Rund 1,5 Kilometer vom Aargauer Kunsthaus und zehn Meter von der Sonne des Planetenwegs Aarau–Kölliken entfernt beim Oberholz befindet sich Amerika. Ein Passant äusserte die Vermutung, wie Amerika einst nach Aarau kam: Es habe damit zu tun, dass einst mit dem Erlös des Holzschlags Auswanderungswillige finanziert wurden.
Der Kinderweg, Benzenschwil Den Kinderweg hört man schon, bevor man ihn sieht. Hier im Waldparadies begegnet man dem Riesennetz der Spinne Freia, dem Waldsofa, dem Xylophon, dem Barfussweg, dem Tannenlabyrinth usw. Grüne Pfeile und Kinderstimmen führen zum Spielplatz und damit, so Ursula Kahi, «zum Anfang eines Kleinods, das seinesgleichen sucht».

Neues Buch: 111 Orte im Aargau, die man gesehen haben muss

Chris Iseli

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Ursula Kahi: 111 Orte im Aargau, die man gesehen haben muss. Emons-Verlag, Köln 2015. 240 Seiten, reich bebildert, Paperback, Fr. 22.90.