Warme Temperaturen und sonniges Wetter machen Lust, die Grillsaison zu eröffnen. Wussten Sie, dass Sie Ihren Cervelat auch in einer Grotte braten können? Genauer genommen in einer Säulengrotte, einem Übrigbleibsel des Sandstein-Abbaus. Sie liegt im Waldgebiet Husertwing auf dem Gemeindegebiet von Staffelbach, gehört aber der Ortsbürgerschaft Schöftland. Wie man die Grotte findet, verrät das neue Buch «111 Orte im Aargau, die man gesehen haben muss» von Ursula Kahi.

In einem Waldstück in Unterlunkhofen versteckt sich eine andere Rarität: 63 keltische Gräber –  der grösste Friedhof der älteren Eisenzeit in der Schweiz. Ohne dornen- und zeckensichere Kleidung sollte man sich aber nicht in Indiana-Jones-Manier an die Aufgabe machen, die Grabhügel zu entdecken.  

Schwimmen in der Biobadi

Bio-Fleisch, Bio-Gemüse, Bio-Kleider – und in einer Biobadi schwimmen? Im Aargau ist das möglich: Seit dem Jahr 2000 hat Biberstein einen öffentlichen Schwimmteich – der erste überhaupt in der Schweiz. Maximal 300 Gäste können sich mit Fröschen, Libellen und Seerosen das Wasser teilen. 

Wer sich eher für Krustentiere interessiert, wird in Mettau fündig: Die Aufzuchtstation im alten Mühleweiher hat die Steinkrebse vor dem Aussterben bewahrt. Krebspapi und Experte Urs Leber vom lokalen Fischerei-, Natur- und Vogelschutzverein erzählt Interessierten alles Wissenswerte rund um Natur und Krebsaufzucht.

Und plötzlich tut sich die Erde auf: so geschehen auf einer Wiese in Hellikon. Die zwei riesigen Löcher im Boden sind eine Laune der Natur, entstanden durch die Absenkung des Bodens. Dieses Nichts findet «Pro Natura Aargau» schützenswert und hat deshalb die beiden Erdlöcher erworben.

Wollten Sie schon immer in einem Trichter schlafen?

Im Bergwerksilo in Herznach können Sie sich diesen Traum erfüllen. Früher lagerte die «Jura-Bergwerk AG» Eisenerz in diesem Betonkonstrukt, heute kann man in zwei Doppel- und zwei Familienzimmern übernachten. Das Frühstück geniessen Sie bei einer 360-Grad-Rundumsicht in der obersten Etage in einer Höhe von 17,5 Metern.

Noch höher ist der Betonturm in Baden: 181 Stufen muss man erklimmen, um die 38,4 Meter hohe Aussichtsplattform zu erreichen. Doch es lohnt sich. Bei gutem Wetter kann man den Schwarzwald, die Glarner oder die Berner Alpen sehen.

Wo die Friesen spucken

365 Tage im Jahr stehen das Vorder- und das Hintertor einer Scheune offen. Denn die Friesen wollen keinen Umweg in Kauf nehmen, wenn sie um die Wintersonnenwende aus ihren Gräbern steigen: Auf exakt dem gleichen Weg, auf dem sie in die Schweiz wanderten, zieht es sie auch wieder an die Nordsee. Sobald sie das Meerrauschen gehörte haben, kehren sie in ihre Gräber in Beinwil zurück. So besagt es zumindest die Sage um das Geisterhaus in Beinwil am See. 

Mehr um das Leben als um den Tod geht es beim Wiesenlabyrinth in Remigen. «Denn Labyrinthe sind uralte, von Menschen geschaffene Symbole für den Gang des Lebens», schreibt die Autorin Ursula Kahi. Verloren gehen kann man im Labyrinth nicht. Denn im Gegensatz zum Irrgarten hat es keine Sackgassen und Abzweigungen, sondern einen einzigen Weg, dem man bis zum Ende folgen muss. Beim Remiger Labyrinth sind es 240 Meter oder 11 Umgänge und 28 Wendungen bis zum Zentrum. 

Noch etwas gedulden müssen sich die Wintersportler: Denn bis die Skisaison in Asp nördlich der Staffelegg wieder eröffnet werden kann, dauert es noch einige Monate. Das Warten soll sich aber lohnen, denn die 300 Meter lange Piste ist nicht nur familiär, sondern auch lawinensicher. 

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Ursula Kahi: 111 Orte im Aargau, die man gesehen haben muss. Emons-Verlag, Köln 2015. 240 Seiten, reich bebildert, Paperback, Fr. 22.90.