Unternehmenssteuerreform

Gegen neue Gewinnsteuer: Gewerbeverband verlangt vom Regierungsrat Klarheit

Die Unternehmenssteuerreform löst eine Kettenreaktion an Ersatzmassnahmen aus. Symbolbild/az

Die Unternehmenssteuerreform löst eine Kettenreaktion an Ersatzmassnahmen aus. Symbolbild/az

Der Aargauer Gewerbeverband wehrt sich gegen die Einführung einer zinsbereinigten Gewinnsteuer als Gegenmassnahme zur Unternehmenssteuerreform III. Der Regierungsrat müsse endlich Stellung beziehen in der Sache. Der Aargau lebe von Gewerbe und KMU.

Der Vorstand des Aargauischen Gewerbeverbands (AGV) fordert die Aargauische Regierung mit einstimmigen Beschluss auf, bereits vor der Volksabstimmung Klarheit zu schaffen und sich für die Beibehaltung des 40 Prozentsatzes für die Dividendenbesteuerung und damit gegen die Einführung der zinsbereinigten Gewinnsteuer auszusprechen. Das hat der Verband am Montagmorgen mitgeteilt. Das Gewerbe sowie die Bürgerinnen und Bürgern müssten vor der Abstimmung wissen, was auf sie zukomme.

Mit Abstimmung meint der Gewerbeverband die Unternehmenssteuerreform III, welche das Bundesparlment in der Sommersession verabschiedet hat. Linke Parteien und Gewerkschaften sind derzeit an der Unterschriftensammlung für ein Referendum.

Ein Element der Vorlage ist die Möglichkeit für die Kantone, die sogenannte zinsbereinigte Gewinnbesteuerung einzuführen. Die zinsbereinigte Gewinnsteuer wirkt im Wesentlichen als Ersatzmassnahme für Unternehmen, die bis anhin Zinserträge steuerlich vorteilhaft in Holdinggesellschaften, gemischten Gesellschaften oder Finanzgesellschaften erwirtschaftet haben.

Die Sache ist komplex. Wird die zinsbereinigte Gewinnsteuer eingeführt, muss der Satz des Teilbesteuerungsverfahrens von Dividendenerträgen bei den natürlichen Personen von derzeit 40 Prozent auf 60 Prozent erhöht werden. Der Aargau kennt derzeit ein Satz von 40 Prozent, müsste demgemäss bei Einführung der zinsbereinigten Gewinnsteuer den Satz um 20 Prozentpunkte erhöhen. Sinn und Zweck des Teilbesteuerungsverfahrens ist die Milderung der wirtschaftlichen Doppelbelastung für Unternehmerinnen und Unternehmer.

Der Gewerbeverband wehrt sich gegen die zinsbereinigte Gewinnsteuer. Der Kanton Aargau lebe in erster Linie vom Gewerbe und von seinen KMU, nicht von kapitalintensiven Unternehmen, so der Verband. Er glaubt: «Von der Einführung der zinsbereinigten Gewinnsteuer würden jedoch nur Letztere profitieren, das Rückgrat der Aargauer Wirtschaft – Gewerbe und KMU – hingegen würden mit der damit einhergehenden Erhöhung des Teilbesteuerungsverfahrens massiv geschwächt.»

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