Im Aargau führte das Unwetter von Sonntagabend zu rund 50 Feuerwehreinsätzen, wie die Kantonspolizei auf Anfrage mitteilt. Diese fanden vor allem im westlichen Kantonsteil, in der Region Oftringen-Zofingen, statt.

«In Küngoldingen drang wegen eines Geröllrutsches Wasser in mehrere Häuser ein», so der Oftringer Feuerwehrkommandant Simon Graber. Seine Mannschaft stand am Sonntag von 18.30 Uhr bis circa 23 Uhr im Einsatz. Die rund 40 Feuerwehrleute mussten etliche Abläufe verstopfte Abläufe und geflutete Keller auspumpen. Zu grösseren Schäden kam es jedoch nicht.

Ähnlich klingt es von der Feuerwehr Zofingen. «Insgesamt musste wir 16 Mal ausrücken», so Kommandant Peter Ruch. Auf der Verbindungsstrasse Zofingen-Bottenwil kam ein Hang ins Rutschen, weshalb die Strasse im Bereich Bottenstein gesperrt ist.

Weiter trat der Mühlethaler Stadtbach an verschiedenen Stellen über die Ufer. Neben einer Baustelle wurden auch mehrere Keller überschwemmt, so Ruch. Seine 29 Feuerwehrleute standen von 18.30 Uhr bis circa 23 Uhr im Einsatz. 

Wasser auf Autobahn

Am frühen Montagmorgen rückte die Kantonspolizei wegen Wasser auf der Autobahn bei Safenwil Richtung Bern aus. «Die Fahrbahn musste jedoch nicht gesperrt werden - das Beachten der Signalisation und angepasste Fahrweise reichten aus, um die Stelle zu passieren», wie Mediensprecherin Barbara Breitschmid auf Anfrage mitteilt.

Wegen der Geschwindigkeitsreduktion im entsprechenden Bereich staute sich der Verkehr vorübergehend zwischen Aarau West und Oftringen in beiden Richtungen. 

Der Verkehr Richtung Verzweigung Wiggertal musste bis 11.30 Uhr einstreifig auf dem Normalstreifen geführt werden.

Die Situation entspannte sich dann gegen den Montagmittag. Der Rückstau betrug während den Einschränkungen zwei bis drei Kilometer.

«Jesses Maria! Das dar nid wohr sii» – Ein Anwohner im thurgauischen Bronschhofen kann nicht fassen, wie das Unwetter wütete.

«Jesses Maria! Das dar nid wohr sii» – Ein Anwohner im thurgauischen Bronschhofen kann nicht fassen, wie das Unwetter wütete.

Ostschweiz mit Unwetterschäden

Das Haupt-Zentrum des Unwetters lag vor allen in der Ostschweiz. In der Bodensee-Region fielen innert zwölf Stunden bis zu 108 Liter Regen pro Quadratmeter.

Die Niederschläge liessen Flüsse über die Ufer treten. Im Kanton Thurgau gingen bis am Morgen rund 500 Schadensmeldungen ein, wie die Kantonspolizei mitteilte.

Die Feuerwehren standen im Dauereinsatz. Besonders betroffen war die Region Sulgen/Kradolf/Erlen. Wasser drang in Keller, Tiefgaragen, Unterführungen und auch in Wohnungen ein. Mehrere Strassen sind noch gesperrt.

Stark stark betroffen war auch die Region Wil SG. Rund 150 Personen von Sicherheitsverbund, Feuerwehren und Zivilschützern waren die ganze Nacht über mit 25 Fahrzeugen im Einsatz, wie der Sicherheitsverbund der Region Wil mitteilte. Die Arbeiten dauern an.

Rund 320 Schadenmeldungen gingen bei den Behörden ein. Meldungen über Personenschäden lagen nicht vor. Über die Höhe des Sachschadens können noch keine Angaben gemacht werden.

In der Stadt Wil wurden Fahrzeuge von den Wassermassen mitgerissen und Häuser überflutet. In Maugwil wurden eine Reithalle überschwemmt. Im Wiler Stadtteil Rossrüti trat der Krebsbach über die Ufer. Davon betroffen war auch das zentrale Elektrizitäts-Unterwerk. Im Quartier fiel um 17.30 Uhr der Strom aus. Die Bewohner konnten erst ab 22.40 Uhr dank mehrerer Notstromgruppen wieder mit Elektrizität versorgt werden.

Die Autobahn A1 wurde bei Wil überschwemmt und in Richtung Zürich mit Schlamm und Geröll verschüttet. Insgesamt müssen rund 250 Kubikmeter Kies und Schlamm entfernt werden. Wann die Autobahn wieder vollständig freigegeben wird, steht noch nicht fest. Auch kantonale und kommunale Strassen in der Region wurden stark verschmutzt.

Unwetter in der Ostschweiz

Unwetter in der Ostschweiz