Militär

Gefechtsübung: Grüne Regierungsrätin Hochuli lobt die Feldgrünen

In Aarau präsentierte sich die Infanterie, die von dort wegziehen wird – zum Bedauern von Regierungsrätin Susanne Hochuli. Der Aargau bleibe aber ein starker Partner für das Militär – auch nach dem Nationalrats-Nein zur Weiterentwicklung der Armee.

Gewehrschüsse durchdringen die Idylle in Erlinsbach. «Kommen Sie mit erhobenen Händen raus», dröhnt durch das Megafon. Dann ein lauter Knall, grelles Licht, gefolgt von aufsteigendem Rauch. Die Soldaten stürmen das Haus, nehmen den bewaffneten Mann fest – Übung erfolgreich abgeschlossen.

Auf dem Schiessplatz Gehren präsentierten Infanterie-Durchdiener am späten Mittwochnachmittag, was sie in über 30 Wochen Rekrutenschule gelernt haben. Das Publikum: mehrheitlich in Uniform, dazu Vertreter aus Politik, Kirche, Wirtschaft, Schule. «Checkpoint der Infanterie» heisst der Anlass, der in eine schwierige Woche für die Armee fällt.

Das Lob der Regierungsrätin

Das Nein des Nationalrats zur Weiterentwicklung der Armee vom letzten Donnerstag verschiebt die Reform auf unbestimmte Zeit. Eine unheilige Allianz von Links und Rechts sorgte für diesen Entscheid, der auch an der Veranstaltung in der Aarauer Kaserne dominierendes Thema war. Regierungsrätin und Militärdirektorin Susanne Hochuli sagte in ihrer Ansprache, sie bleibe trotz Ablehnung guten Mutes. «Denn wenn wir ehrlich sind: Wer kann besser mit Unheiligem und Allianzen umgehen als die Strategen der Armee?»

Zugriff erfolgreich, Situation geklärt: Die Rekruten nehmen ein feindliches Gebäude in die Zange.

Zugriff erfolgreich, Situation geklärt: Die Rekruten nehmen ein feindliches Gebäude in die Zange.

Der Entscheid bedeute zwar eine Verzögerung der Reform, doch die Stossrichtung der neuen Armee könne wie geplant umgesetzt werden, das sei erfreulich. Anders als ihre Partei – die Grünen sprachen sich im Parlament dagegen aus – fand die Regierungsrätin lobende Worte für die Reform: «Mit der weiterentwickelten Armee kann – nach meiner Beurteilung – angemessen und wirkungsvoll auf die wahrscheinlichsten Gefahren und Bedrohungen reagiert werden.»

Susanne Hochuli betonte, dass der Kanton Aargau auch in Zukunft ein starker Partner für das Militär sein werde: Die drei Waffenplätze in Aarau, Brugg und Bremgarten, das Logistikzentrum in Othmarsingen sowie das Kompetenzzentrum Militärmusik in Aarau blieben erhalten.

Ein Wermutstropfen ist für Hochuli hingegen der Verlust des Infanteriekommandos 14. «Dies macht Sinn – aber wir lassen die Infanterie trotzdem nicht gerne von Aarau weggehen.» Deshalb hoffe sie, die Kaserne Aarau werde neu zumindest als WK-Standort für die Infanterie zur Verfügung stehen. Die Militärdirektorin zeigte sich diesbezüglich zuversichtlich, schliesslich verfüge die Region über eine gute Infrastruktur.

Blumen und Bedauern

Brigadier Lucas Caduff, Kommandant des Lehrverbands Infanterie, verdankte die wohlwollenden regierunsrätlichen Worte mit Blumen. Schade sei der Entscheid des Parlaments, sagte er. «Die Weiterentwicklung der Armee ist eine gute Sache.» Caduff erhofft sich davon unter anderem eine bessere Ausrüstung seiner Männer: «Sie sind gut, aber nicht perfekt ausgerüstet.»

Davon konnten sich die geladenen Gäste im Anschluss an die Übung gleich selber ein Bild machen. Wer wollte, konnte sich zudem als Infanterist üben: im Handgranaten-Weitwurf oder im Gewehrzerlegen auf Zeit.

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