Badeunfälle

Gefährliche Temperatur-Unterschiede: Wie Aargauer Flüsse zur Todesfalle werden

Traurige Serie

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In der Aare bei Vogelsang taucht ein Mann unter und verschwindet spurlos. Wieso der Badespass diesen Sommer so viele Opfer fordert, sagt Thomas Rauber, Präsident der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft Baden-Brugg.

Dieses Jahr ist es in der Schweiz zu überdurchschnittlich vielen tödlichen Badeunfällen gekommen – auch im Aargau starben mehrere Menschen, zuletzt ein 37-jähriger Mann in der Limmat beim Wasserschloss.

Am Sonntagabend verunglückte ein 37-jähriger Mann aus Sri Lanka in der Limmat bei Vogelsang, einem Ortsteil von Gebenstorf. Mit Booten und einem Helikopter suchten Polizei und Freiwillige zwar noch nach ihm – doch vergeblich.

"Er geriet offenbar in Not, rief um Hilfe und ist mehrmals untergetaucht", berichtet Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, gegenüber Tele M1. "Zwei beherzte Schwimmer" hätten noch versucht, ihm zu helfen. Doch es wurde für sie selbst zu gefährlich. Wenig später verschwand der Mann im Wasser. Viel Hoffnung, ihn noch lebend zu finden, gibt es nicht mehr.

In den Kantonen Aargau und Solothurn kam es allein in den letzten Wochen zu fünf tödlichen Badeunfällen in Flüssen und Seen. In der Schweiz liegt die Zahl der tödlichen Badeunfälle für dieses Jahr bei 37. Das sei laut der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) überdurchschnittlich viel, berichtet Tele M1. 

Thomas Rauber, Präsident der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft Baden-Brugg, weiss, wie Schwimmer im Flusswasser plötzlich in Not geraten können. Dann nämlich, wenn sie sich in Stellen mit warmem Flusswasser befinden und dann für sie überraschend in eine Mischzone, wo "es dann plötzlich kalt" ist, wie er gegenüber Tele M1 ausführt. Das Gefährliche daran: "Das kann natürlich auch zu Krämpfen führen." Und ein Krampf beim Schwimmen in einem Fluss kann tödlich sein. 

Diese Gefahr ist dieses Jahr höher als in den Vorjahren. "Die erste Jahreshälfte war relativ kühl", erklärt Thomas Rauber. "Die Wassertemperaturen sind deshalb wahrscheinlich tiefer als in anderen Jahren. Dadurch ist das Temperaturgefälle von Luft und Wasser relativ hoch."

Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft rät, nur dann in Flüssen baden zu gehen, wenn man sich auskennt und ein geübter Schwimmer ist. (pz)

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