Nomination

Gedränge vor Wahlen: Aargauer CVP musste vier Kandidaten streichen

Christophe Darbellay, Präsident der CVP Schweiz, rief seine Parteikollegen aus dem Aargau in einer «Brandrede» zu einem engagierten Wahlkampf auf.

Christophe Darbellay, Präsident der CVP Schweiz, rief seine Parteikollegen aus dem Aargau in einer «Brandrede» zu einem engagierten Wahlkampf auf.

Bei den Wahlen im Herbst will die Aargauer CVP einen zweiten Sitz im Nationalrat holen. Für die 16 Plätze auf der orangen Liste bewarben sich gleich 20 Kandidaten. Für CVP-Schweiz-Präsident Christophe Darbellay ist das «ein gutes Zeichen».

Mit Feuer und Flamme will die CVP in den Wahlkampf steigen – das kündigte sie schon auf der Einladung zum Nominationsparteitag an. In den katholischen Stammlanden, im Festsaal des Klosters Muri, wo die Partei noch auf eine breite Basis zählen kann, rief CVP-Schweiz-Präsident Christophe Darbellay seine Parteikollegen zu einem engagierten Wahlkampf auf. «Wir haben die Chance, einige Sitze dazuzugewinnen, aber der Erfolg ist nicht selbstverständlich, er kommt nicht vom Himmel, wir müssen dafür kämpfen», sagte er.

Darbellay begann den als Brandrede angekündigten Auftritt sehr emotional, er warb trotz schlechter Umfragezahlen für die Familieninitiative. Die Aargauer rief er zur Unterstützung ihrer Bundesrätin auf. «Wir geben den Ölscheichs viele Franken, da sollten wir auch Doris ein paar Rappen geben», spielte er auf die geplante Benzinpreiserhöhung an. «Wie sollen wir sonst den Ausbau der A1 im Aargau finanzieren?»

Am Nominationsparteitag der CVP musste sich Ralf Bucher für einen Film entscheiden. Zur Auswahl standen «Fifty Shades of Grey», «Rosamunde Pilcher» und «Rambo 3».

Am Nominationsparteitag der CVP musste sich Ralf Bucher für einen Film entscheiden. Zur Auswahl standen «Fifty Shades of Grey», «Rosamunde Pilcher» und «Rambo 3».

Vier überzählige Bewerber

Mit Blick auf die Nationalratsliste der CVP Aargau sagte Darbellay, hier gebe es hervorragende Kandidaten. «Leider stellen sich nicht überall unsere besten Köpfe zur Verfügung», bedauerte der Parteipräsident. Anders im Aargau: «Wir hatten 20 Bewerber und mussten vier davon einen Korb geben», sagte Kantonalpräsident Markus Zemp. Dies habe es seit Jahrzehnten nicht gegeben, «und es ist ein gutes Zeichen, dass sich viele gute Kandidaten engagieren».

Zemp ist überzeugt, dass die CVP Aargau «nach mehreren Jahren mit Verlusten im Oktober die Trendwende schafft». Das erklärte Ziel der Partei sei der Einzug von Ruth Humbel in den Ständerat, ein zweiter Sitz im Nationalrat und ein Plus von zwei Prozent beim Wähleranteil. «Dann holen wir den zweiten Sitz aus eigener Kraft», sagte Zemp mit Blick auf die Diskussionen um mögliche Listenverbindungen.

Das sind die Favoriten der übervollen CVP-Liste

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Die grössten Chancen, neben Ruth Humbel (bisher) in den Nationalrat einzuziehen, haben Grossrat und Bauernverbands-Geschäftsführer Ralf Bucher aus Mühlau sowie Grossrätin Marianne Binder aus Baden, welche das Bundeshaus als ehemalige Kommunikationschefin der CVP Schweiz schon kennt.

Auf den weiteren Listenplätzen folgen Ruedi Donat (Wohlen), Andre Rotzetter (Buchs), Urs Burkhard (Ehrendingen), Werner Müller (Wittnau), Romina Suppa (Turgi), Sabine Sutter (Lenzburg), Martin Steinacher (Gansingen), Reto Huber (Baden), Susan Diethelm (Wohlen), Alexander Vaida (Würenlingen), Patrick Burgherr (Rheinfelden), Susanne Voser (Neuenhof) und Andreas Meier (Klingnau). Die Junge CVP tritt mit einer Siebnerliste an.

Lacher bei Kandidatenvorstellung

Der frühere Grossratspräsident Theo Voegtli stellte die Kandidaten vor. Dabei zeigte sich unter anderem, dass Suppa am liebsten das Strafgesetzbuch liest, Voser nur Ammann einer Fusionsstadt Baden-Neuenhof werden möchte, wenn ihr Selfie besser ist als jenes von Geri Müller, und Vaida alle Eingebürgerten zu CVP-Wählern machen will.

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