Wo sind die Aargauer Nationalrätinnen und Nationalräte im Links-Rechts-Schema positioniert? Dass Andreas Glarner (SVP) zu den am weitesten rechts stehenden Parlamentariern unter der Bundeskuppel gehört, überrascht nicht sonderlich. Schon eher, dass Yvonne Feri (SP) noch einen Tick weiter links politisiert als Parteikollege Cédric Wermuth.

Für das Links-Rechts-Rating aller 200 Nationalräte hat Smartvote im Auftrag der «Schweiz am Sonntag» 491 Abstimmungen in der gossen Kammer seit Beginn der neuen Legislatur im Dezember 2015 bis Ende April 2016 ausgewertet.

Dabei zeigte sich eine noch kaum da gewesene Geschlossenheit der Parteien, die Fraktionen erscheinen auf der Skala von 1 (ganz links) bis 200 (ganz rechts) als homogene Blöcke. Einzig in der Mitte mischen sich Politiker von CVP und BDP auf den Plätzen 65 bis 99 durcheinander. Von den Aargauern steht Ruth Humbel (CVP) hier mit Position 82 so ziemlich in der Mitte der Mitte, während Bernhard Guhl (BDP, 91) etwas mehr zum rechten Flügel tendiert.

Was das Stimmverhalten der Aargauer Nationalrätinnen und Nationalräte im Vergleich mit den Parlamentariern aus anderen Kantonen betrifft, lässt sich feststellen, dass sich die Vertreter des linken Lagers noch konsequenter links positionieren als jene der rechtsbürgerlichen Seite rechts.

SP-Nationalrätin Yvonne Feri liegt nur drei Positionen rechts vom linksten Nationalrat überhaupt: dem Zürcher Angelo Barrile. Cédric Wermuth, für die Bürgerlichen im Aargau das rote Tuch schlechthin, folgt zwar mit einigen Rängen Rückstand auf Position 9, ist damit aber ebenfalls noch deutlich am linken Flügel der SP-Fraktion.

Der neu gewählte Grüne Jonas Fricker ist auf Position 46 gesetzt und hat damit in seiner Partei klare Links-Tendenz, während Beat Flach (Position 64) der rechteste der Grünliberalen unter der Bundeskuppel ist.

Auf der anderen Seite der Skala steht SVP-Mann Andreas Glarner ganz klar am rechten Flügel (Position 190) der SVP-Fraktion. Der Bündner Heinz Brand übrigens, den der neu gewählte Glarner als Asylchef der SVP Schweiz ablöste, ist im Vergleich schon fast ein Linker (Position 141).

Von den Aargauer SVP-Vertretern sind auch Luzi Stamm (188) und Newcomer Thomas Burgherr (181) deutlich rechts positioniert. Die anderen – Hansjörg Knecht (175), Sylvia Flückiger (172), Ulrich Giezendanner (160) und Maximilian Reimann (154) – sind innerhalb der SVP-Fraktion eher eingemittet.

Ebenso geschlossen wie jene der SP und SVP präsentiert sich in Bern auch die Fraktion der Freisinnigen. Aus Aargauer Sicht fällt auf: Während die langjährige Nationalrätin Corina Eichenberger (Position 113) und der für den in den Ständerat gewählten Philipp Müller nachgerückte Matthias Jauslin (118) innerhalb des Freisinns eine Mitte-Position einnehmen, tendiert der zweite Newcomer Thierry Burkart doch recht deutlich zum rechten Rand (Position 130). Näher beim ersten SVP-Vertreter liegen auf der Links-Rechts-Skala nur noch zwei freisinnige Nationalräte: der Zuger Bruno Pezzatti und der Berner Andreas Aerni.