Sozialdemokraten
Gabriela Suter will SP-Präsidentin werden – und die Partei nächstes Jahr zum Wahlsieg führen

Die 45-jährige Grossrätin Gabriela Suter aus Aarau kandidiert beim Parteitag vom 9. Juni als neue Präsidentin der SP Aargau. Sie gibt sich mit Blick auf die nächsten Wahlen kämpferisch.

Fabian Hägler
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Gabriela Suter will SP-Aargau-Präsidentin werden.

Gabriela Suter will SP-Aargau-Präsidentin werden.

Fabio Baranzini

Heute führen Nationalrat Cédric Wermuth und Grossrätin Elisabeth Burgener die SP Aargau im Co-Präsidium. Künftig soll eine Frau alleine an der Spitze stehen: Gabriela Suter, Gross-
rätin aus Aarau, kandidiert als neue Präsidentin, wie die Geschäftsleitung der Partei mitteilt. «Ich bin hoch motiviert, die erfolgreiche Arbeit der Kantonalpartei als Präsidentin weiterzuführen», wird Suter (45) in der Mitteilung zitiert. «Es würde mich sehr freuen, wenn die Mitglieder mir ihr Vertrauen schenken würden», sagt Suter.

Die Geschäftsleitung freut sich laut Mitteilung über die Kandidatur und ist sicher, dass Gabriela Suter «erfolgreich in die grossen Fusstapfen des aktuellen Co-Präsidiums treten wird». Die ehemalige Präsidentin der SP Aarau und Grossrätin verfüge über viele Erfahrungen auf allen Politikebenen des Kantons, sei sehr präsent und gut vernetzt.

Personalkommission eingesetzt

Dieter Egli, Co-Fraktionschef im Grossen Rat und Mitglied der SP-Geschäftsleitung, bezeichnet Suter als «bestens ausgewiesene Kandidatin». Deshalb empfiehlt die Geschäftsleitung Gabriela Suter am ordentlichen Parteitag am 9. Juni in Bad Zurzach zur Wahl als neue Präsidentin der SP Aargau.

Bereits im Dezember hatten Cédric Wermuth und Elisabeth Burgener ihren Rücktritt bekannt gegeben. Daraufhin setzten die Sozialdemokraten eine Personalkommission ein, um Kandidaten für die Nachfolge zu finden. Suter habe Gespräche mit der Kommission geführt und dann ihre Kandidatur eingereicht, teilt die Geschäftsleitung mit.

In ihrem Motivationsschreiben, das der Mitteilung beiliegt, hält die Historikerin fest: «Es reizt mich, die wertvolle Arbeit von Elisabeth und Cédric weiterzuführen, gemeinsam mit den Mitgliedern neue Ideen zu entwickeln und die Zukunft unserer Partei mitzugestalten.»

Eine einzige Präsidentin

Nach dem Rücktritt von Burgener und Wermuth gab es Gerüchte, die bei den Aargauer Genossen auf eine neue Doppelspitze mit Gabriela Suter und Dieter Egli hindeuteten. Nun kommt es anders, Suter kandidiert alleine. «Ich trete als alleinige Präsidentin an, sehe mich aber überhaupt nicht als Einzelkämpferin», betont sie auf Nachfrage der AZ: «Parteiarbeit ist Teamwork. Wir planen ein Modell mit einem starken Vizepräsidium, zudem engagieren sich neben vielen aktiven Mitgliedern und der Grossratsfraktion auch Pascale Bruderer, Yvonne Feri und Cédric Wermuth, die uns in Bern vertreten, für die Kantonalpartei.»

Die bürgerliche Mehrheit mache im Aargau seit Jahren Steuergeschenke an Reiche, Gutverdienende und Unternehmen und baue im Gegenzug bei der Bildung, der Umwelt und im Sozialbereich ab, kritisiert Suter. Für sie steht fest: «Diese Entwicklung verlangt nach klaren Antworten und Positionen der SP.»

SP soll sichtbarer werden

Die jüngsten Wahlen – die SP legte in den Aargauer Einwohnerräten markant zu – hätten gezeigt, dass die Partei gut unterwegs sei. «Aber wir dürfen nicht nachlassen: Ich bin überzeugt, dass wir unsere Sichtbarkeit verstärken müssen», schreibt Suter. Was heisst das konkret? Auf Nachfrage sagt die Kandidatin für das SP-Präsidium: «Es ist mir wichtig, dass wir aktiv sind und eigene Themen setzen, statt nur auf politische Vorstösse der bürgerlichen Mehrheit zu reagieren.» Das gelte im Grossen Rat, aber auch ausserparlamentarisch, führt sie aus. «Ein Beispiel ist die Lancierung der Gegensteuer-Initiative», hält Suter fest. Weitere konkrete Punkte seien der Kampf gegen Sozialdetektive, oder der Vorstoss zur Abschaffung der Schwarzen Liste der säumigen Prämienzahler bei den Krankenkassen. Ein künftiger Schwerpunkt könnte beim sozialen Wohnungsbau im Aargau liegen.

Den dritten Sitz zurückholen

Als nächste Herausforderung sieht Gabriela Suter die nationalen Wahlen 2019, die es mit der SP-Basis anzupacken gelte. Zu den Aussichten für die Sozialdemokraten gibt sich die designierte Präsidentin optimistisch. Bei den letzten Wahlen und Abstimmungen im Aargau habe sich eindeutig

gezeigt, dass die Bevölkerung den SP-Positionen gegenüber positiv eingestellt sei. «Für die nationalen Wahlen sind die Ziele deshalb klar: Wir wollen den Sitz von Pascale Bruderer im Ständerat verteidigen und mindestens den dritten Sitz im Nationalrat zurückholen, den wir 2015 verloren haben.»

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