Arbeitslosenaffäre
Fussballfan: «Ich werde den FC Aarau nie mehr unterstützen»

Dass die Arbeitslosenkasse einen Teil des Lohns des FC-Aarau-Spielers Davide Callà bezahlt, stösst bei AZ-Lesern auf wenig Verständnis. In einer Umfrage finden 69 Prozent der Teilnehmer: «Das geht gar nicht.»

Fabian Hägler
Drucken
Teilen
Dass die Arbeitslosenkasse einen Teil des Lohns von Davide Callà (mitte) vom FC Aarau zahlt, kommt bei den AZ-Lesern nicht gut an.

Dass die Arbeitslosenkasse einen Teil des Lohns von Davide Callà (mitte) vom FC Aarau zahlt, kommt bei den AZ-Lesern nicht gut an.

Das Ergebnis ist klar: 228 User von www.aargauerzeitung.ch finden es nicht korrekt, dass die Arbeitslosenkasse den Lohn von FCA-Spieler Davide Callà teilweise bezahlt. Somit kritisieren 69 Prozent das Vorgehen des Vereins, nur 31 Prozent oder 111 User haben Verständnis dafür.

Weniger klar ist das Bild bei den Online-Kommentaren über die sogenannte Arbeitslosen-Affäre. Einige Leser üben auch hier heftige Kritik: «Ich finde es total daneben, dass Fussballer, die angeblich Teilzeitarbeiter beim FC Aarau sind, weil die Gage tiefer ist als bei einem A-Club, die Arbeitslosenkasse beanspruchen können, da es scheinbar nicht zumutbar ist, noch einen Nebenjob anzunehmen.»

Ein anderer Leser meint: «Es ist leider so, dass der grösste Teil der Profi-Fussballer keinen Beruf erlernt haben, und daher nicht vermittlungsfähig sind. Sie können nur Fussball spielen. Dass sie dazu Arbeitlosengeld beziehen, finde ich einen Missbrauch der Arbeitslosenkasse.» Ein dritter Kritikpunkt: «Der Sport sollte eine gewisse Vorbildfunktion auf unsere Jugend ausstrahlen. Dieses knallharte und juristisch durchdachte Vorgehen erzieht uns aber zu einem Abzockerdenken. Ich werde den FC Aarau nie mehr unterstützen.»

Es gibt aber auch positive Kommentare: «Wenn beide Partner Arbeitslosenprämie einzahlen, so geht auch der Bezug von Arbeitslosengeld völlig in Ordnung, auch wenn es den FC Aarau betrifft.» Ein anderer Leser fragt: «Wieso sollte Callà keinen Anspruch haben auf dieses Geld, er zahlte ja früher auch jeden Monat seinen Beitrag. Und wieso muss der FC Aarau dann monatlich mehrere 10000 Franken Sozialleistungen bezahlen, wenn sie schlussendlich trotzdem nicht gebraucht werden dürfen im Notfall?» Ein weiterer Kommentar: «Man würde lieber einmal jene Bezüger hier auflisten, die jahrelang unsere sozialen Einrichtungen beanspruchen, ohne je einmal einen Finger schmutzig gemacht zu haben.»

Ganz andere Sorgen hat ein anderer Leser: «Die Verantwortlichen des FC Aarau wenden nur einen grenzwertigen Trick an, den auch andere Vereine in der Challenge League benutzen. Viel mehr stört mich, dass der FCA immer noch kein Super-League-taugliches Stadion hat.»

Aktuelle Nachrichten