Grossratswahlen
Für den grossen Sonntag deutet sich eine mässige Wahlbeteiligung an

Eine Umfrage bei Aargauer Gemeinden zeigt: Bei den kantonalen Wahlen vom Sonntag werden deutlich weniger abstimmen als bei den eidgenössischen Wahlen letztes Jahr. Die meisten der befragten Gemeinden erwarten dagegen einen höheren Wert als bei den letzten Grossratswahlen.

Philipp Zimmermann
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Am Sonntagmorgen bietet sich in den Aargauer Gemeinden die letzte Chance, sein Wahlcouvert abzugeben. Die meisten stimmen allerdings brieflich ab. (Symbolbild)

Am Sonntagmorgen bietet sich in den Aargauer Gemeinden die letzte Chance, sein Wahlcouvert abzugeben. Die meisten stimmen allerdings brieflich ab. (Symbolbild)

Keystone

Für die Grossratskandidaten lohnt sich der Wahlkampf auch noch in den letzten Tagen. Das zeigt eine Umfrage bei sieben Aargauer Gemeinden am Montag vor der Wahl. In der letzten Woche treffen nochmals so viele Wahlcouverts im Gemeindebriefkasten wie in all den Wochen zuvor. «Da kommt noch einiges rein», bringt es Seraina Baldinger, die stellvertretende Gemeindeschreiberin der Zurzibieter Gemeinde Leuggern, auf den Punkt.

Die Wahlbeteiligung in den Aargauer Gemeinden schwankt enorm. Bei den Grossratswahlen 2012 lag sie kantonsweit bei 31,9 Prozent, deutlich tiefer als bei den Nationalratswahlen 2015 mit 48,3 Prozent. Die Kleingemeinde Williberg aus dem Bezirk Zofingen erreichte 2012 mit 66 Prozent auf den Spitzenwert. Am tiefsten lag die Wahlbeteiligung bei der Fricktaler Gemeinde Mumpf mit äusserst bescheidenen 16,8 Prozent.

Viele Spätentschlossene

Die grosse Couvert-Schwemme erwartet Leuggern am Freitag und Samstag. «Dann leeren wir den Gemeindebriefkasten dreimal täglich», sagt Seraina Baldinger. In Leuggern sind bisher 18 Prozent der Couverts eingetroffen. «Wir rechnen mit bis zu 50 Prozent», sagt Baldinger. Damit könnte Leuggern die 48,5 Prozent von 2012 wieder erreichen, die im Bezirk Zurzach der Spitzenwert waren. Sicher ist aber, dass die Wahlbeteiligung den hohen Wert von 2015 (57 Prozent) nicht erreichen wird. Eine Aussage, welche alle anderen befragten Gemeinden bestätigen.

Bei der Stadt Aarau sind bis Montagmorgen rund 3150 Couverts eingetroffen. Das sind zwar weniger als die 3400 zum Vergleichszeitpunkt letztes Jahr. Doch weil die Wahlbeteiligung vor vier Jahren mit 38,5 Prozent massiv tiefer lag als letztes Jahr mit 57,5 Prozent, und weil am letztjährigen Wahlstonntag 8150 Wahlcouverts gezählt wurden, lässt der aktuelle Wert auf eine «eher hohe Wahlbeteiligung» schliessen, wie Stadtbüro-Leiterin Nadine Marra ausführt.

Ähnlich tönt es in Wohlen: «Wir dürften den Wert von vor vier Jahren wahrscheinlich wieder erreichen», sagt Marco Häni, Leiter von Einwohnerkontrolle und Wahlbüro. Die bisher eingegangenen 1200 Couverts sind fast halb so viele wie die 2500, die am Wahlsonntag vor vier Jahren gezählt wurden (31,1 Prozent Wahlbeteiligung). Auch in Turgi und Biberstein wird aufgrund des bisherigen Rücklaufs zumindest mit einer ebenso hohen Wahlbeteiligung wie 2012 gerechnet.

Tiefe Wahlbeteiligung in Rheinfelden und Windisch

Die Stadt Rheinfelden ist dagegen knapp auf Kurs von 2012. Das lag die Wahlbeteiligung im Bezirk wie im Hauptort bei 27,7 Prozent. «Bisher kamen zehn Prozent der Couverts zurück», sagt Vize-Stadtschreiberin Christine Schiebler. «Das ist in etwa gleich wie vor vier Jahren. Ich rechne deshalb mit 25 bis 28 Prozent.» Auch sie geht davon aus, dass die meisten Couverts diese Woche eintreffen werden – auch aus einem ganz bestimmten Grund. «Heute hat die Schule wieder angefangen.» Manche Wähler sind also gerade erst noch von den Ferien zurückgekehrt.

Dagegen kommt aus Windisch ein deutlich negativeres Echo. «Ich bin erstaunt über den schwachen Rücklauf», sagt Stefan Wagner, Gemeindeschreiber II. Er stellt aufgrund von Rückmeldungen zwar eine gewisse Wahl- und Abstimmungsmüdigkeit bei Einwohnern fest. Als Erklärung reicht ihm das aber selbst nicht. So hofft er, dass sich einige Windischer doch noch aufrappeln können. Immerhin lag die Gemeinde bei den Wahlen 2012 und 2015 deutlich über dem kantonalen Durchschnitt.

Die Aargauer Regierungsrats-Kandidaten mit ihrem Spider (falls vorhanden):

Regierungsratskandidatin Maya Frehner Bally, BDP
14 Bilder
Regierungsratskandidat Markus Dieth, CVP
Regierungsratskandidatin Yvonne Feri, SP
Regierungsratskandidatin Mia Gujer, Juso
Regierungsratskandidat Stephan Attiger, FDP
Regierungsratskandidat Urs Hofmann, SP
Regierungsratskandidat Alex Hürzeler, SVP
Regierungsratskandidatin Mia Jenni, Juso
Regierungsratskandidat Pius Lischer, IG- Grundeinkommen
Regierungsratskandidatin Jil Lüscher, parteilos
Regierungsratskandidatin Ariane Müller (mitte), JUSO
Regierungsratskandidat Robert Obrist, Grüne
Regierungsratskandidatin Franziska Roth, SVP
Regierungsratskandidatin Ruth Jo. Scheier, glp

Regierungsratskandidatin Maya Frehner Bally, BDP