Ausgezeichnet
Fünf Kulturprojekte von Aargauer Schulen erhalten die Auszeichnung Funkenflug

Am Freitag gehörte «Hakuna Matata» zu den Gewinnern. Das Kulturprojekt der Schule Menziken wurde als eines von fünf Projekten mit der Auszeichnung Funkenflug prämiert.

Noemi Lea Landolt
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Das Musikprojekt «Hakuna Matata» entstand in der Projektwoche in Menziken. ZVG

Das Musikprojekt «Hakuna Matata» entstand in der Projektwoche in Menziken. ZVG

Pascal Meier

«Hakuna Matata» heisst übersetzt etwa «kein Problem». Der Ausdruck landete auf Rang fünf bei der Wahl zum Jugendwort 2013. Am Freitag gehörte «Hakuna Matata» zu den Gewinnern. Das Kulturprojekt der Schule Menziken wurde als eines von fünf Projekten mit der Auszeichnung Funkenflug prämiert.

Die Primarschule Menziken hat zusammen mit dem Symphonieorchester Argovia Philharmonic während einer Projektwoche das Thema Afrika behandelt. Die Schülerinnen und Schüler haben Instrumente gebaut, T-Shirts bemalt, getanzt und gesungen. Ende Woche haben sie «Hakuna Matata» ihren Eltern und Angehörigen vorgeführt. Zu essen gab es Spezialitäten aus Afrika, gekocht von Asylsuchenden aus Eritrea, die in Menziken wohnen. «Die Begeisterung ist auf allen Seiten greifbar, der Funken ist übergesprungen», lobt die Jury das Musikprojekt.

Aarau entdecken ohne Geld

Das zweite Siegerprojekt heisst «Aarau for free». Ausgezeichnet wurden Schülerinnen und Schüler der 4. Sekundarschulklasse im Schachenschulhaus Aarau. Sie haben zusammen mit dem Stadtmuseum, der Grafikerin Isabelle Hofmann und dem Netzwerk Asyl Aargau einen aussergewöhnlichen Stadtplan entwickelt. Er zeigt 25 Orte in Aarau, an denen man gratis spielen, lernen und verweilen kann. Der Stadtplan soll Flüchtlingen aus der Region das Leben in der Stadt und die Integration erleichtern. Die Jury ist begeistert vom «grossen Engagement und der vertieften Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der Lebenswelt von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden».

Die dritte Auszeichnung geht an die Kantonsschule Wettingen. Die Schülerinnen und Schüler haben sich im Freifach Theater keine einfache Aufgabe gegeben: Sie wollten das historische Ritterschauspiel «Das Käthchen von Heilbronn» von Heinrich von Kleist verständlich machen. Das hätten sie «bravourös gemeistert», schwärmt die Jury.

Arbeiten in der Scheinfirma

Am Kunstlehrstuhl der Berufsfachschule BBB Baden tauchten die Lehrlinge in eine Scheinwelt ein. Der kubanische Künstler Adrian Melis hat mit seinem Projekt «Empty Page – Protecting our own» eine Scheinfirma gegründet. Deren Ziel: Nachrichten, Bild- und Filmmaterial, das auf die Schweiz ein negatives Licht wirft, aufspüren und so bearbeiten, dass der gute Ruf der Schweiz erhalten bleibt. Eine Woche lang haben 50 Lehrlinge als Angestellte oder Manager für die Scheinfirma gearbeitet. Die Jury zeichnete das Projekt aus, weil es «den Lernenden einen Zugang zur zeitgenössischen Kunst ermöglicht».

«Panoptikum für die Sinne»

«Down Town» heisst das abendfüllende Programm der Oberstufenschülerinnen und -schüler der Rudolf-Steiner-Schule. Als Rahmengeschichte diente der Stoff «Der Hauptmann von Köpenik» von Karl Zuckmayer, der das Thema Immigration aufgreift. Auch in ihrem Varieté schlugen sie eine Brücke zur aktuellen Flüchtlingsthematik. Der Jury fehlen die Worte: «Ein grossartiges Panoptikum für die Sinne. Einfach toll!»

«Kultur macht Schule» hat die Auszeichnung Funkenflug zum elften Mal vergeben. 600 Gäste waren bei der Siegerehrung im Kurtheater Baden dabei. Die 5000 Franken Preisgeld sollen den prämierten Schulen Folgeprojekte ermöglichen und so dafür sorgen, dass die Kulturfunken weiterfliegen.

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