Wirrwarr um Armeeunterkünfte

Fürs VBS ist jetzt auch Bremgarten ein möglicher Asyl-Standort

Spielt Ueli Maurer mit unkompletten Listen für mögliche Asyl-Zentren-Standorte auf Zeit?

Spielt Ueli Maurer mit unkompletten Listen für mögliche Asyl-Zentren-Standorte auf Zeit?

Ueli Maurers VBS wechselt seine Ansichten zu möglichen Asyl-Unternkünften im Stundentakt. Am Mittwochmorgen waren im Aargau noch Brugg, Othmarsingen und Bettwil aus Armeesicht dafür geeignet, am Abend dann plötzlich auch Bremgarten.

Bettwil, Othmarsingen und Brugg: Diese drei Orte im Aargau setzte das VBS auf die Liste möglicher Unterkünfte für Asylsuchende. Um gleich zu präzisieren, dass Brugg nicht geeignet sei, da häufig belegt.

Die drei Standorte sorgten im zuständigen Departement für Soziales und Gesundheit für Kopfschütteln. Bettwil scheint wegen der heftigen Bürgerproteste definitiv vom Tisch und die unterirdische Anlage Othmarsingen nicht dazu geeignet. Letzteres habe man bereits vor einem Jahr festgestellt, sagte Balz Bruder, Sprecher des Departements für Gesundheit und Soziales.

Liste ist unkomplett

In Frage käme aus Aargauer Sicht dagegen das Truppenlager in Bremgarten. «Unterkünfte in der Art des Truppenlagers Bremgarten wären geeigneter», so Bruder. Doch wieso ist Bremgarten nicht auf der Liste?

Das VBS hat ganz offensichtlich keine Ahnung. Und weiss auch nicht, wie die Liste zustande kommt. Sprecherin Sonja Margelist lässt zuerst wissen, dass der Standort Bremgarten die Kriterien an eine mögliche Unterkunft für Asylsuchende nicht erfülle. Am Mittwochabend dann die Kehrtwende, das Dementi per Mail sozusagen: «Der Standort Bremgarten sollte eigentlich mit dem Status Truppenbelegung auf der Liste aufgeführt sein.»

Bremgarten: Also doch? Oder doch nicht?

Neben Bettwil, Brugg und Othmarsingen figuriert also seit neustem auch Bremgarten auf der Liste möglicher Standorte für ein Asyl-Zentrum im Aargau. Doch aus Sicht des VBS ist Bremgarten wie Brugg für die Unterbringung der Truppen unabdingbar.

Man will es dem Verteidigungsminister Ueli Maurer irgendwie nicht so recht abnehmen: Meint er es wirklich ernst mit Armeeunterkünften, in denen Asylsuchende einquartiert werden sollen. Es bleibt offen, bis wann der Bund über mehr Plätze verfügt. Vielleicht ist bis dann der Flüchtlings-Ansturm auf die Schweiz bereits wieder abgeklungen.

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