Eine holprige Piste voller Schlaglöcher führt zum Spital von Kabgayi. Bereits im Auto schüttelt es uns bei unserem Besuch durch. Es ist keine schöne Vorstellung, dass die soeben ausgerückte Ambulanz mit dem Verletzten durch die genau gleichen Schlaglöcher fahren muss. Kabgayi ist das einzige Spital im ganzen Bezirk Gitarama und somit zuständig für eine Bevölkerung von über 700'000 Personen. Die 370 Betten sind deshalb immer überbelegt und in den Krankensälen stehen dicht gedrängt Betten für 20 bis 30 Patienten.

Krankenschwestern gibt es zwar, aber sie sind einzig für die medizinische Pflege zuständig. Um den Patienten kümmern müssen sich Angehörige, was auch heisst, dass sie für ihn Essen besorgen und kochen müssen. Vor allem für Patienten, welche keine Angehörigen haben oder deren Angehörige weit entfernt wohnen, ist das ein Problem. Dies hat die Stiftung Margrit Fuchs Ruanda vor einiger Zeit dazu bewogen, das Spital finanziell zu unterstützen. So werden durchschnittlich rund 100 arme Patienten nicht nur medizinisch versorgt, sondern erhalten zumindest einmal am Tag eine warme Mahlzeit.

Medikamente gibt es nur gegen Bezahlung, was viele arme Familien dazu bringt, das letzte Stück Land oder das einzige Stück Vieh zu verkaufen, um Medikamente für Angehörige bezahlen zu können. Die Stiftung unterstützt auch hier das Spital mit einem monatlichen Beitrag, damit die notwendigen Medikamente für mittellose Patienten finanziert werden können.

Stand:

702'100 Franken

SO KÖNNEN SIE SPENDEN
So können Sie bis zum 12. Dezember spenden:

  • Waisenhilfe: Betreuung eines Kindes in einem Waisenhaushalt 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Schulgeld: Schulbesuch eines Kindes 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Vieh: Milchgeiss 80 Franken, Schwein 50 Franken, Kuh 600 Franken (auch ein Anteilbetrag ist möglich).
  • Institutionen des Hilfswerkes: Beliebiger Betrag für Betreuung Strassenkinder, Kinderheim, Lehrwerkstätten, Mütterstation, Spitalpatienten, Kleinkredite, Nothilfe u.a.m.

Spenden können Sie wie folgt:

  • Telefon: 058 200 50 25 (werktags 08.00-12.00 und 13.30-17.00 Uhr)
  • E-Mail: ruanda@azmedien.ch
  • Direktüberweisungen sind wie folgt möglich:
  • Raiffeisenbank Wasserschloss, 5412 Gebenstorf
  • Konto/IBAN: CH42 8069 0000 0022 2228 0
  • Clearing-Nr. 80690
  • Post-Konto der Bank: 50-4158-4
  • Vermerk: Stiftung Margrit Fuchs Ruanda
  • Auch bei Direktüberweisung bitte Spende der Spendenzentrale melden, damit die Bestellungen detailliert nach Ruanda übermittelt werden können.

Nach Bestellungseingang schickt das OK den Spenderinnen und Spendern einen Einzahlungsschein zu. Die Spenden sind bei den Steuern abzugsberechtigt. Das OK dieser Sammelaktion und der Stiftungsrat des Hilfswerkes verschicken aus finanziellen und administrativen Gründen keine Spendenbestätigung; bitte dem Steuerformular den Beleg der Post- oder Banküberweisung beilegen.

Jeder Franken fliesst nach Ruanda


Da in der Schweiz keine Kosten für Administration und Organisation anfallen, kommt jede Spende vollumfänglich den Bedürftigen in Ruanda zugute. Der Bund hat die Aufsicht über das Hilfswerk und die Stiftung inne.
  • Herzlichen Dank!

Hilfswerk-Infos: www.ruanda.ch
Geleitworte

Geleitworte zur Jubiläums-Sammelaktion 2013

Bundesrätin Doris Leuthard

Nicht die Summe des Vermögens oder die Zahl der Titel messen den Wert eines Menschen – es sind seine Taten. Margit Fuchs war ein solch wertvoller Mensch; mutig, hilfsbereit, engagiert. Und all jene tun Wertvolles, die für ihr Hilfswerk direkt in Ruanda oder mit ihrem Beitrag aus der Schweiz zu Gunsten der Mittellosen mit anpacken. Getreu nach einem der Leitsätze von Margrit Fuchs – „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 20) – können auch wir Gutes tun, damit für die Menschen in Ruanda Gutes getan werden kann.

Micheline Calmy-Rey, alt Bundesrätin

Ich habe Margrit Fuchs zuerst im Bundeshaus in Bern kennengelernt, dann habe ich sie erneut getroffen, als ich 2007 auf einem offiziellem Besuch in Ruanda war. Ich bewunderte diese Frau, die sich für elternlose Kinder engagierte. Sie ermöglichte den Bau von Schulen und Geburtshäusern, sie hat Waisenhäuser erichtet. Ihr ganzes Leben hat sie Ruanda und seinen Kindern gewidmet. Waisenmutter war sie, was für ein Ehrenname! Heute wird ihr Werk weitergeführt und braucht ihre Spende!

Peter Wanner, Verleger

Margrit Fuchs hat Grossartiges geleistet und ich freue mich, dass Ihr Projekt auf professioneller Basis erfolgreich weitergeführt wird. Bei Spendenaktionen zugunsten von Projekten der Entwicklungshilfe frage ich mich immer: Kommt das Geld hoffentlich in die rechten Hände? Bei der Ruanda-Sammelaktion muss ich mich nicht fragen, denn da habe ich das Vertrauen, dass die wirklich Bedürftigen davon profitieren. Die Aargauer Zeitung und früher das Badener Tagblatt haben von Anfang an dieses Projekt tatkräftig unterstützt – dank der Solidarität ihrer Leserinnen und Leser. Seit Jahren beteiligen sich inzwischen auch die Limmattaler Zeitung, Solothurner Zeitung, das Grenchner Tagblatt, die bz Basel und bz Basellandschaftliche Zeitung mit ihrer Leserschaft an der Weihnachtssammlung und ermöglichen damit zusätzliche Hilfeleistungen in einem der ärmsten Länder.

Alphonse Muinyenntwari, Gouverneur Südprovinz Ruanda

Anlässlich des Besuchs der Stiftungsratspräsidentin Regula Gloor im Oktober in Ruanda fand ein Treffen mit dem Gouverneur der Südprovinz, Alphonse Munyenntwari, statt. Die Südprovinz umfasst eine Bevölkerung von rund 2 Millionen und besteht aus acht Distrikten, darunter Gitarama. Der Gouverneur äusserste dabei seine hohe Anerkennung für die vielfältigen Aktivitäten des Hilfswerkes. Da die Armutsbekämpfung ein wichtiges Ziel der Regierung ist, trage das Hilfswerk wesentlich dazu bei, diese Ziele in seiner Provinz schneller und besser umzusetzen, so durch den Bau neuer Schulhäuser, die Unterstützung der Schüler und Studierenden mit Schulgeldern sowie die Verteilung von Vieh an die arme Bevölkerung. „Für diese Hilfe bin ich der Stiftung und somit den Spendern in der Schweiz äusserst dankbar. Ich hoffe sehr, dass diese Aktivitäten auch in Zukunft fortgesetzt werden, denn sie sind für die arme Bevölkerung von sehr grosser Wichtigkeit.“

Kurzinformationen

Betreuung Waisenkinder

In der Provinz Muhanga/Gitarama, wo das Hilfswerk schwergewichtig tätig ist, leben Tausende von Waisenkindern in sogenannten Waisenhaushalten. Das älteste Geschwister sorgt für die jüngern, Hilfe oder Betreuung von aussen gibt es kaum. Das Hilfswerk Margrit Fuchs betreut heute 150 Waisenhaushalte, gibt den Kindern dreimal pro Woche eine Mahlzeit ab, sorgt für Kleidung, Schulgeld und Krankenkasse und betreut sie regelmässig durch eine erwachsene Person. 2014 sollen weitere Waisenhaushalte einbezogen werden.

Betreuung Strassenkinder

Gross ist die Zahl jener Kinder, die auf der Strasse leben. Sie sind zuhause ausgezogen, weil sie armutsbedingt nichts zu essen bekamen oder die Familienverhältnisse unerfreulich sind. Das Hilfswerk kann einen Teil von ihnen im eigenen Heim aufnehmen und versucht dann, sie in ihre Familien zurückzuführen, indem diese Unterstützung erhalten: mit Lebensmitteln und einer Viehspende. Auch versucht man, bestehende Konflikte zwischen Eltern und Kind zu lösen. Die wieder integrierten Kinder werden weiterhin betreut.

Begehrte Schulgelder

Aufgrund der grossen Armut sind viele Eltern nicht in der Lage, das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen und z.B. die vorgeschriebene Schuluniform und das Schulmaterial zu bezahlen. Deshalb müssen sie der Schule fernbleiben. Das Hilfswerk übernimmt derzeit für 900 Kinder das Schulgeld bis zu ihrem Schulaustritt – auch beim Besuch einer Sekundarschule oder einer höheren Schule. 2014 können weitere Kinder von Schulgeldzahlungen profitieren. 2013 hat das Hilfswerk sodann ein neues Schulhaus erbaut, 2014 ist ein weiteres geplant, um zusätzlichen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.

Viehspenden als grosse Hilfe

Auch bei der diesjährigen Weihnachtsaktion können Spenderinnen und Spender einer notleidenden Familie Vieh spenden: eine Milchgeiss, ein Schwein oder eine Kuh. Das Vieh ist für die Familien ein riesiges Geschenk und eine Hilfe zur Selbsthilfe und zum Überleben. Der Staat schreibt neu vor, dass die bisher gehaltenen Kühe durch eine leistungsfähigere Rasse, die täglich um die 5-8 Liter Milch spendet, ersetzt werden müssen. Deshalb verdoppelt sich der Kaufpreis auf 600 Franken. Die „neuen“ Kühe liefern aber auch mehr Mist, der für das Düngen der Gärten und Felder sehr wertvoll ist.

Lehrlingsausbildung, Mütterstation und...

Die Aktivitäten des Hilfswerkes Margrit Fuchs sind sehr weitreichend. So können Jugendliche in Hilfswerk-eigenen Werkstätten eine Lehre absolvieren (Schreinerei, Mechanische Werkstatt, Schneiderei, Haushaltschule). Unterstützt wird sodann ein Geburtshaus, in dem Mütter in guter Obhut ihr Kind zur Welt bringen können. Mit Kleinkrediten wird Männern wie Frauen ermöglicht, einen eigenen kleinen Betrieb oder ein Geschäft aufzubauen und damit den eigenen Lebensunterhalt selber zu bestreiten. Mittellosen Spitalpatienten werden die Kosten bezahlt.

Desolater Zustand

Für Schweizer Verhältnisse sind insbesondere die bauliche Infrastruktur des Spitals und die Gerätschaften in einem desolaten Zustand. Ein Operationssaal mit einer total durchgescheuerten Auflage als Operationstisch, eine OP-Lampe, in der von ursprünglich sieben Lampen nur noch eine einzige funktioniert, die Wände voller Risse und der Boden voller Löcher. Und trotzdem werden hier täglich mehrere Operationen durchgeführt, tun die Ärzte trotz des misslichen Umfeldes alles, um ihren Patienten zu helfen.

Das Spital bietet der Bevölkerung der Region die einzige Möglichkeit, nach einem Unfall oder bei einer ernsthaften Krankheit auf ärztliche Hilfe hoffen zu dürfen. Die im Spital tätigen Ärzte wurden meist in Ruanda ausgebildet, einige haben ihre Ausbildung auch im Ausland absolviert. Die meisten verfügen aber über eine Zusatzausbildung im Ausland. Früher fand diese zumeist in Europa statt, neuerdings immer häufiger in China. Es ist positiv, dass diese recht gut ausgebildeten Ärzte den Weg zurück in ihr Land finden und bereit sind, unter diesen misslichen Umständen medizinische Hilfe zu leisten.

Das einzige Hilfswerk, das hilft

Das Spital wird sowohl von der Diözese als auch vom Staat finanziert. Die Zahlungen fliessen aber spärlich und zumeist mit grosser Verspätung. Obwohl nur Nothilfe geleistet wird, wenn der Patient nicht für die Kosten der Behandlung aufkommen kann, bleibt das Spital auf vielen Rechnungen sitzen, da ein grosser Teil der Patienten mittellos ist. Früher wurde man noch von einer belgischen Hilfsorganisation unterstützt, heute ist die Unterstützung durch die Stiftung Margrit Fuchs hingegen die einzige Hilfe, welche das Spital erhält.

Da es an allen Ecken und Enden mangelt, möchte die Stiftung Margrit Fuchs das Spital Kabgayi in Zukunft noch vermehrt unterstützen. Dies einerseits mit medizinischem Material und mit Produkten wie Milchpulver und Windeln für die Geburtenabteilung, anderseits durch die verstärkte Übernahme der Kosten von Medikamenten und der Behandlung von mittellosen Patienten. Die Spitalpatienten und ihre Angehörigen sind der Stiftung und den Spenderinnen und Spendern der Weihnachts-Sammelaktion äusserst dankbar für die gewährte Unterstützung und Hilfeleistung, die oft lebensrettend ist.

Fill out my online form.