«Jebo! Jebo!», rufen die Kinder, als sie das Boot mit den fremden Menschen sehen. Sie winken ihnen zu und freuen sich über den Besuch. Makoko, ein riesiges Slumgebiet in der Lagune der nigerianischen Metropole Lagos. Die Menschen hier leben in einfachen Pfahlbauhütten. Es gibt weder Strom noch genügend sauberes Trinkwasser. Regelmässig reist ein Team des Aargauer Hilfswerkes Support nach Makoko. Ziel ist es, für rund 50'000 Menschen eine neue Gesundheitsversorgung aufzubauen. Denn wer krank wird, ist meist auf sich selbst gestellt oder holt sich Hilfe bei traditionellen Heilern und Hebammen.

Hier setzt das Hilfswerk Support an. Seit rund einem Jahr finden regelmässig Seminare und Weiterbildungsworkshops für die traditionellen Heiler und Hebammen statt. Eliane Hinderling und Chris Moor, die beide am Kantonsspital Aarau arbeiten, reisten zum ersten Mal in diese grosse Slumsiedlung in Lagos. Begleitet wurden sie vom Erlinsbacher Kinderarzt Vincent da Silva, der vor zehn Jahren das Hilfswerk Support ins Leben rief. Während fünf Tagen gaben Spitalhygienikerin Chris Moor und Hebamme Eliane Hinderling an Workshops ihr medizinisches Fachwissen weiter.

Am Beispiel des richtigen Händewaschens zeigte Chris Moor, wie wichtig die Hygiene beim Umgang mit Patienten ist. Eliane Hinderling legte drei Schwerpunkte: Auf den Zyklus der Frau, den Verlauf einer Schwangerschaft sowie auf Familienplanung und Verhütung. Natürlich wissen traditionelle Heiler und Hebammen, dass Frauen in einer Schwangerschaft Beschwerden bekommen können. Dank dem Unterricht wissen sie nun aber eher, warum diese entstehen. «Sie können Komplikationen früher erkennen und entsprechend viel früher reagieren», sagt Hinderling.

Pläne für den Bau eines Spitals

In den Schulungsräumen sassen nebst den traditionellen Heilern und Hebammen auch «Health Champions». Diese werden in der Gesundheitsversorgung von Makoko künftig eine wichtige Rolle übernehmen, indem sie die Bevölkerung in medizinischen Belangen aufklären. «Health Champion» kann werden, wer aus der Siedlung stammt und mindestens eine Matura vorzuweisen hat.

Eines der Ziele des Hilfswerks Support ist die Errichtung eines Spitals für Kurzzeitaufenthalte. Die Vorstandsmitglieder des Vereins Support sind bereits seit einiger Zeit in Verhandlung mit lokalen Ministerien und Behördenmitgliedern.

Am Samstag, 25. November, um 17 Uhr feiert der Verein Support im Bullingerhaus in Aarau sein 10-Jahr-Jubiläum. www.med-support.ch