«Es macht mich schon ein wenig stolz, dass wir es schaffen werden, die benötigten Geld- und Materialspenden aufzutreiben», sagt Hans Fellmann, Präsident des Vereins Furka-Bergstrecke Sektion Aargau. Fellmann zeichnet fürs Generieren der Geldspenden, sein Kollege Manfred Willy, Leiter Bahntechnik, für die Materialspenden verantwortlich.

«Aktuell sind 75 Prozent der veranschlagten Fremdkosten für den Bahnwagenunterstand in Realp zugesichert. Wir sind jedoch noch mit namhaften Sponsoren im Gespräch und deshalb überzeugt, dass wir durch weitere Beiträge die vom Bauherrn ‹Dampfbahn Furka-Bergstrecke› verlangten 80 Prozent bis Ende März beisammen haben», sagt Fellmann.

Gesamtkosten: 2,75 Mio. Franken

Die Baukosten für die Remise belaufen sich auf 2,75 Millionen Franken. «Gut 800 000 Franken machen allein die Baumeisterarbeiten aus. Erfreulicherweise wurden uns nicht mehr benötigte Schienen und Schwellen, etwa vom Bau des Gotthard-Basistunnels, kostenlos überlassen», sagt der Gränicher Fellmann. Dem Baustart steht deshalb nichts mehr im Weg.

Die Baubewilligung des Bundesamts für Verkehr liegt seit 2016 vor, die Baurechtsverträge mit den Anliegern sollten im Februar unter Dach und Fach kommen. Der Startschuss dürfte im April erfolgen.

Es zischt, dampft und pfeift: Eindrücke von der Dampfbahnfahrt am Furkapass – neben den Geleisen und aus dem Führerstand.

Es zischt, dampft und pfeift: Eindrücke von der Dampfbahnfahrt am Furkapass – neben den Geleisen und aus dem Führerstand.

(Juni 2015)

Schutz für 24 Wagen

Kurzer Rückblick: Nachdem die Stiftung Furka-Bergstrecke und die Furka-Bergstrecke AG letztes Jahr den Geldhahn für alle nicht zwingend notwendigen Projekte zudrehten, hat sich der Verein Furka-Bergstrecke Sektion Aargau fürs Beschaffen der Geldmittel stark gemacht.

Mit Erfolg. Die Remise stellt sicher, dass bis zu 24 historische Personenwagen der Furka-Dampfbahn im Trockenen untergebracht werden können. «Die Holzkonstruktion nimmt grossen Schaden, wenn sie Regen oder Schnee ausgesetzt ist.

Dank der Remise müssen die Wagen nicht mehr etwa alle 15, sondern neu nur noch alle 30 Jahren revidiert werden», sagt Fellmann. Er weiss, wovon er spricht. Zusammen mit seinen Kollegen ist er am Dienstag- und Donnerstagnachmittag in der Wagenwerkstatt an der Rohrerstrasse in Aarau beim Restaurieren tätig.

Teilweise liegen Zeichnungen und Dokumentationen zu den alten Wagen vor, manchmal auch nicht. Dann müssen erst Baupläne erstellt werden. «Dank dem Werkstattleiter Werner Beer, der von Anfang an dabei war, können wir auf eine grosse Erfahrung zurückgreifen», sagt der pensionierte Elektroingenieur.

Tausende von Arbeitsstunden haben die Freiwilligen in den letzten 24 Jahren geleistet, um die historischen Bahnwagen wieder fit zu machen. Fellmann selber kam vor zwei Jahren zum Verein.

Einfach nur zuhause sitzen, ist nicht sein Ding. Umso mehr freut den 74-Jährigen die Herausforderung, der er sich als Präsident stellen darf.

Fellmann, einst gar kein «Isebähnler», ist nun mit Herzblut bei der Sache. Und das ist gut so. Denn nebst dem «Crowdfunding» für die Remise muss er sich auch darum bemühen, dass der Mietvertrag der Wagenwerkstatt in Aarau, der Ende 2021 ausläuft, in eine nächste Runde geht.

Cüpli sind der grosse Hit

In eine nächste Runde geht aber erst noch der dunkelblaue Personenwagen AB 4453, Baujahr 1927, der bis zum Saisonstart fertiggestellt sein wird. Seine Holzkonstruktion war teilweise verfault und die Innenverschalung musste komplett erneuert werden.

Zudem kann sich die Sitzpolsterung in der 1. Klasse wieder sehen lassen. «Seit wir auf den Dampfbahn-Fahrten in dieser Klasse ein Cüpli offerieren, sind die Buchungszahlen in die Höhe geschnellt», sagt Fellmann schmunzelnd. Ab Mai wird der edle Blaue die Zugskomposition auf der Furka-Bergstrecke verstärken.