Regierungsratswahl

Für Cédric Wermuth ist klar: Maya Ballys Kandidatur kostete Yvonne Feri den Regierungsratssitz

Die Regierungsratskandidatin der SP, Yvonne Feri, wartet im Volkshaus in Aarau auf erste Abstimmungsergebnisse des zweiten Wahlgangs. Im Bild: SP-Co-Präsident Cédric Wermuth, Yvonne Feri (blauer Schal), SP-Co-Präsidentin Elisabeth Burgener (blond mit Brille), Kathrin Scholl, Grossrätin (dunkle haare)

Die Regierungsratskandidatin der SP, Yvonne Feri, wartet im Volkshaus in Aarau auf Abstimmungsergebnisse des zweiten Wahlgangs. Im Bild: SP-Co-Präsident Cédric Wermuth, Yvonne Feri (blauer Schal), SP-Co-Präsidentin Elisabeth Burgener (blond mit Brille).

Die Regierungsratskandidatin der SP, Yvonne Feri, wartet im Volkshaus in Aarau auf erste Abstimmungsergebnisse des zweiten Wahlgangs. Im Bild: SP-Co-Präsident Cédric Wermuth, Yvonne Feri (blauer Schal), SP-Co-Präsidentin Elisabeth Burgener (blond mit Brille), Kathrin Scholl, Grossrätin (dunkle haare)

Hat Maya Bally (BDP) mit ihrer Kandidatur Franziska Roth (SVP) zur neuen Regierungsrätin gemacht? Diese Meinung vertritt jedenfalls die SP. Doch das klang auch schon anders.

Die SP, die bei den Grossratswahlen im Oktober zulegte, wollte mit der 50-jährigen Yvonne Feri, Nationalrätin und Gemeinderätin in Wettingen, erstmals seit 31 Jahren wieder einen zweiten Sitz in der Regierung erobern. Im ersten Wahlgang war Feri knapp hinter Roth gelegen. Doch es hat nicht geklappt. Anstelle von Feri wurde SVP-Kandidatin Franziska Roth mit einem konfortablen Vorsprung von über 10'000 Stimmen in die Regierung gewählt.

Historisch ist diese Wahl dennoch – nur eben für die SVP. Diese stellt erstmals überhaupt zwei Regierungsmitglieder.

Im Vorfeld des zweiten Wahlgangs hatten viele Feri die grösseren Chancen auf einen Wahlsieg eingeräumt als Roth. Doch als Maya Bally von der BDP ihre Teilnahme für den zweiten Wahlkampf ebenfalls ankündigte, war vieles offen. Würde Bally eher Feri oder Roth Stimmen wegschnappen und damit zum Sieg verhelfen? Oder wird sie sogar selbst Regierungsrätin?

Die BDP trat zur Stichwahl mit der 55-jährigen Grossrätin Bally an, obwohl die Kleinpartei und die anderen Mitteparteien bei den Grossratswahlen Verluste einfuhren.

Nun zeigt sich: Bally zog Stimmen auf sich, die sonst wohl zur SP-Kandidatin gegangen wären.

Nationalrat Cédric Wermuth, Co-Präsident der SP Aargau, bezeichnete Bally deshalb in einem Tweet am Sonntag als "chancenlose Steigbügelhalterin für die SVP". Bally habe "ihre Mission erfolgreich abgeschlossen", indem sie Feri um den Sieg gebracht habe.

BDP-Wahlkampfleiter Bernhard Guhl kann diese Kritik nicht verstehen. «Wir könnten den Spiess umdrehen und genau das Gleiche behaupten; wäre Yvonne Feri nicht angetreten, hätte Maya Bally ziemlich sicher die Wahl gewonnen.» 

Sportlich nimmt es BDP-Präsident Roland Basler. Im Vorfeld habe alles auf ein Kopf-an-
Kopf-Rennen zwischen den drei Kandidatinnen hingedeutet – mit einem offenen Ausgang. Schlussendlich habe aber Roth "überraschend klar" gewonnen, was seine Partei akzeptieren müsse. Basler gratuliert der "frischgewählten SVP-Regierungsrätin zu ihrem Wahlsieg".

Tweet: Cedric Wermuth zur Rolle Ballys

In der Stichwahl unterstützte die FDP offiziell die SVP-Kandidatin, die CVP gab keine Empfehlung ab. Vor dem ersten Wahlgang hatte die FDP Roth als "unwählbar" bezeichnet.

Politologe Mark Balsiger über die Wahl von Franziska Roth

Politologe Mark Balsiger über die Wahl von Franziska Roth

Der Politologe Mark Balsiger sieht Roths Sieg so: "Sie konnte das rechtsbürgerliche Lager, das bis zu 48 Prozent Wähleranteil hat, mit ihren 38 Prozent zu einem guten Teil abholen." Feri habe ihr links-grünes Potenzial ausgeschöpft, aber eben nicht mehr. Bally hingegen sei zwischen dem Links- und Rechtsblock aufgerieben worden.  

Die Ironie der Geschichte, so Balsiger: Vor acht Jahren versuchte Luzi Stamm, für die SVP einen zweiten Sitz in der Regierung zu erobern, vor vier Jahren war es Parteipräsident Thomas Burgherr. Gewonnen hat aber mit Franziska Roth ausgerechnet eine Kandidatin, die erst sogar bei der SVP als Verlegenheitslösung galt. Die Partei war davon ausgegangen, dass Susanne Hochuli (Grüne) nochmals antreten wird - was sie bekanntlich nicht tat. 

Infogram: Regierungsratswahlen 2016: Das Schlussergebnis des 2. Wahlgangs

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