Aarau

Für 58 Millionen: Kriminaltechnik und Staatsanwälte erhalten eine neue Zentrale

Geht es nach den Plänen der Aargauer Regierung, werden neben dem Polizeikommando in Aarau bald wieder Bauabschrankungen aufgestellt.

Geht es nach den Plänen der Aargauer Regierung, werden neben dem Polizeikommando in Aarau bald wieder Bauabschrankungen aufgestellt.

In Aarau soll ab 2018 eine neue Zentrale für Kriminaltechnik und kantonale Staatsanwaltschaft entstehen. Zu reden gibt das Projekt nicht nur wegen der hohen Investition. Das neue Gebäude soll ein «Kompetenzzentrum für Kriminaltechnik» werden, mit Räumen für den Dienst Wirtschaftskriminalität, die kantonale Staatsanwaltschaft sowie die Aus- und Weiterbildung.

Es ist ein Mammutprojekt, das im gestrigen Aargauer Amtsblatt nüchtern angekündigt wird: «Wettbewerb; Neubau Polizeigebäude Aarau; Projektwettbewerb für Generalplaner mit Planerteam».

Der Projektbeschrieb lässt die Dimensionen dann erahnen: «Der Kanton Aargau plant in Aarau ein neues Polizeigebäude neben dem bestehenden Polizeikommando. Die dezentralen Einheiten der Kantonspolizei im Raume Aarau werden am Standort Telli zusammengeführt und die künftige Personalaufstockung untergebracht.»

Samuel Helbling, Sprecher von Polizeidirektor Urs Hofmann, bestätigt auf Anfrage: «Geplant ist ein eigenständiges Gebäude, das über eine Passerelle mit dem Polizeikommando verbunden wird.» Entsprechend gross sind die vorgesehenen Investitionen: 57,5 Millionen Franken.

Das geht aus dem aktuellen, 300-seitigen Aufgaben- und Finanzplan 2017–2020 hervor, wo das Vorhaben als geplanter Verpflichtungskredit im Bereich Immobilien aufgelistet ist. Das heisst: Der Grosse Rat wird noch entscheiden müssen, ob er der Kredit tatsächlich gesprochen wird.

Baubeginn frühestens 2021

Was jetzt im Amtsblatt ausgeschrieben ist, ist das sogenannte Präselektionsverfahren. Dabei werden Architekturbüros vom Kanton mit den Eckdaten bedient und könne anschliessend erste Skizzen einreichen. Bis zum 4. November haben sie Zeit dafür, danach wählt der Kanton maximal 12 Büros aus, die am eigentlichen Architekturwettbewerb im Jahr 2017 teilnehmen.

Beginn der Projektierung wäre frühestens im Jahr 2018, der Baubeginn wäre für Sommer 2021 vorgesehen und der Bezug für den Sommer 2024 – «vorbehaltlich der jeweiligen Kreditgenehmigungen». Seit gestern können interessierte Planungsbüros die Ausschreibungsunterlagen bei der Abteilung Immobilien Aargau beziehen.

Für diese Vorarbeiten erhalten die Unternehmen keine Entschädigung. Erst in der zweiten Phase, dem Projektwettbewerb im nächsten Jahr, stehen total 235 000 Franken zur Verfügung, um die eingereichten Ideen zu prämieren.

Nur noch ein Standort statt fünf

Zu reden geben dürfte das Projekt, und das nicht nur wegen der beabsichtigten Millionen-Investition. Das neue Polizeigebäude soll ein «Kompetenzzentrum für Kriminaltechnik» werden, mit Räumen für den Dienst Wirtschaftskriminalität, die kantonale Staatsanwaltschaft sowie die Aus- und Weiterbildung.

Auch der Aarauer Posten der Kantonspolizei soll umziehen: vom Amtshaus an der Laurenzenvorstadt in die Telli. Ziel ist, so formuliert es Samuel Helbling, «Synergien zu nutzen und die Effizienz zu steigern».

Tatsächlich sind heute längst nicht alle spezialisierten Ermittler, die zusammenarbeiten, auch zusammen einquartiert, sondern auf vier Standorte in und um Aarau verteilt. Ihnen soll die Arbeit erleichtert, sollen die Wege verkürzt werden. Insgesamt sind 140 Arbeitsplätze auf einer Nutzfläche von 5500 Quadratmetern geplant.

In der Ausschreibung im Amtsblatt ist auch von der «künftigen Personalaufstockung» die Rede, für die im Neubau Platz geschafft würde. Gemäss Helbling handelt es sich dabei nicht etwa um zusätzlich geschaffene Stellen, von denen man bislang noch nichts gewusst hätte, sondern um den regulären Zuwachs des Korps.

Ein Polizist pro 700 Aargauer ist der gesetzliche Mindestbestand – und weil die Bevölkerung im Kanton nach wie vor wächst, muss die Polizei mitwachsen.

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