«Der Aargau ist kein Windkraftkanton», so die Meinungen der FDP- und SVP-Fraktionen im Grossen Rat, als 2013 es darum ging, mögliche Standorte in den Richtplan einzutragen. Eine Parlamentsmehrheit hat dennoch sechs Standorte bezeichnet, darunter die «Hochrüti» im Gemeindegebiet von Kirchleerau. «Ob hier je jemand Windräder bauen wird?» lautet die skeptische Frage im Grossen Rat.

Die CKW ist «beflügelt»

Das sieht die CKW, die Centralschweizerische Kraftwerke AG, anders, wie sie gestern mitgeteilt hat. «Beflügelt von der erfolgreichen Inbetriebnahme des grössten Windkraftwerks der Zentralschweiz (im Entlebuch wurde letztes Jahr eine Anlage mit einer Nennleistung von 2,5 Megawatt in Betrieb genommen) planen wir ein neues Projekt.»

Die Gegend oberhalb von Kirchleerau und Triengen scheint der CKW geeignet. Hier sollen noch in diesem Jahrzehnt an der aargauisch-luzernischen Grenze vier Windturbinen rotieren und im Idealfall 9,2 Megawatt elektrische Energie liefen. Bläst der Wind, können mit dieser Leistung ganze 2800 Vierpersonenhaushalte mit Strom beliefert werden.

Einfachere Bauphasen

Vorabklärungen zeigten, dass eine Realisierung des Windparks grundsätzlich möglich wäre. «Transport und Bau sind am geplanten Standort einfacher als im Entlebuch. Doch auch bei diesem Projekt sind wir mit ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert», erläutert Peter Suter, Leiter Neue Energien. Messungen in der Nähe hätten gute Windvorkommnisse aufgezeigt.

Mit weiteren Windmessungen am Standort selber möchte CKW während eines Jahres zusätzlich die Aktivitäten der Fledermäuse und etwaige Betriebseinschränkungen zu deren Schutz untersuchen.

«Langjährige und wertvolle» Vorarbeiten zum Projekt habe der Schenkoner Windenergie-Pionier und Projektentwickler Anton Suter geleistet, heisst es in der Mitteilung. Er hat das Projekt kürzlich an CKW übergeben. «CKW hat mit dem Windkraftwerk im Entlebuch ihr Know-how unter Beweis gestellt. Gemeinsam möchten wir einen wichtigen Beitrag an die Erreichung der Energieziele in der Region leisten», sagt Pionier Anton Suter.

18 Millionen Franken Investitionen

Mit dem Bau der vier etwa 18 Millionen Franken teuren Windkraftanlagen kann CKW nach dem Baubewilligungsverfahren frühestens im Jahr 2017 beginnen. Bis dahin sind raumplanerische und -rechtliche Vorbedingungen zu erfüllen. Wie bereits erwähnt, hat der Kanton Aargau den Windenergie-Standort Kirchleerau bereits in seinen Richtplan aufgenommen.

Als weiterer Schritt ist eine regionale Beurteilung des Projektes durch den Regionalverband Suhrental fällig. Und was meint man im Gemeindehaus Kirchleerau zum Projekt? «Wir begrüssen die Initiative, welche die guten, in unserer Region vorherrschenden Windverhältnisse sinnvoll nutzen will, und unterstützten daher dieses interessante, interkantonale Projekt», erklärt Gemeindeammann Erich Hunziker.

Auf Luzerner Seite besteht für die Planer allerdings noch das Problem, dass zuerst ein kantonales Richtplanverfahren in die Wege geleitet werden muss. Öffentliche Orientierungsversammlung zum CKW-Projekt am 2. Juni, um 20 Uhr, in der Turnhalle Kirchleerau.