Tragödie

Fünfköpfige Familie aus dem Aargau stirbt bei Verkehrsunfall in Kosovo

Im Kosovo ist eine Familie aus Reinach AG ums Leben gekommen. Die Aargauer waren in den Ferien in der Heimat, als ihr Auto auf dem Gemeindegebiet von Biraqë mit einem Bus kollidierte.

Bei den Toten soll es sich um einen 32-Jährigen, dessen 26-jährige Frau und die gemeinsamen Kinder im Alter von 6 und 4 Jahren handeln. Auch die Mutter des Fahrers sei unter den Opfern. Das berichten kosovarische Medien am Sonntag übereinstimmend. Die Familie lebe in Reinach im Kanton Aargau und soll im Heimatort Sopijë bei Suhareka in den Ferien geweilt haben. Staatspräsident Hashim Thaçi bestätigt das Unglück über Facebook.

Thaçi schreibt unter anderem: "Der Verlust der fünfköpfigen Familie, darunter zwei Kinder, ist sehr schmerzhaft. Ich kondoliere und richte mein tiefstes Beileid an die Familie und die Gemeinde von Suhareka."

Auch Premierminister Ramush Haradinaj meldet sich über Facebook: Er habe "mit grossem Schmerz von der Tragödie" erfahren. "Wir sind vereint in Trauer und Schmerz", fügt er an.

Das Unglück geschah auf der Strecke Duhël-Suhareka auf Gemeindegebiet von Biraqë. Die Ortschaft befindet sich im Südwesten von Kosovo. Die Strasse musste für die Bergungsarbeiten mehrere Stunden gesperrt werden. Sie ist kurvenreich und als gefährlich bekannt.

Bodenhaftung verloren?

Polizeisprecher Vesel Gashi sagte am Unfallort gegenüber Medien, dass der Unfallfahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren habe und in den Bus gefahren sei. Busfahrer und Passagiere seien unverletzt geblieben. Gashi spricht von schlechten Wetterbedingungen. Hat der Mietwagen auf nasser Fahrbahn die Bodenhaftung verloren? Abgefahrene Reifen sind im Kosovo keine Seltenheit. 

Ein Verwandter der Familie sagte gegenüber dem Staatssender RTK, dass er zwei Stunden zuvor noch mit dem Vater gesprochen habe. Er sagt, dass der Unglücksfahrer kein Schnellfahrer gewesen sei. Der Verwandte selbst fuhr etwas zeitverzögert in die gleiche Richtung wie die Reinacher Familie, kam an den Unfall und erkannte seine Familienangehörigen – tot.

Aussenminister Behgjet Pacolli, der auch einen Wohnsitz im Tessin hat, spricht von einem grossen Unglück, das sich in Biraqë ereignet habe. Er ruft alle dazu auf, die Verkehrsregeln zu respektieren: zum eigenen Schutz und dem anderer. Auch Thaçi ruft zu Aufmerksamkeit auf und spricht von einer beunruhigend hohen Zahl an Verkehrstoten im Kosovo.

Die Leichen der Aargauer Familie wurden in die Hauptstadt Pristina zur forensischen Untersuchung überstellt.

Trauertag in Suhareka

Der Stadtpräsident von Suhareka, Bali Muharremaj, erklärt den Montag zum Trauertag zu Ehren der verstorbenen Familie. Gleichentags sollen sie in Sopijë bestattet werden.

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