TalkTäglich

Fünf Jahre nach der Tat: Kripo-Chef spricht erstmals ausführlich über den Vierfachmord von Rupperswil

Fünf Jahre nach der Tat: Kripo-Chef spricht erstmals ausführlich über den Vierfachmord von Rupperswil

Waren am Dienstagabend zu Gast in der Sendung TalkTäglich auf Tele M1: Kripo-Chef Markus Gisin und Opferanwalt Markus Leimbacher.

Fünf Jahre ist es her, dass der brutale Vierfachmord von Rupperswil den Aargau und die Schweiz erschütterte. Der noch neue Kripo-Chef Markus Gisin leitete damals die Ermittlungen. Jetzt sprach er bei Tele M1 erstmals ausführlich über den Fall.

Am Morgen des 21. Dezembers 2015 sind in Rupperswil vier Menschen auf brutalste Art und Weise getötet worden. Carla Schauer, ihre beiden Söhne und die Freundin des älteren Sohnes. Es ist ein Fall, der nicht nur den Aargau, sondern auch die Schweiz tief erschütterte. Und Monate lang in Atem hielt.

Markus Gisin, Chef der Aargauer Kriminalpolizei, leitete die Ermittlungen. Vergleichsweise kurz war er damals erst im Amt. Am 1. Mai 2014 hatte er vom langjährigen Kripo-Chef Urs Winzenried übernommen.

Jetzt, fünf Jahre später, spricht er erstmals ausführlich über den Fall. Zusammen mit Markus Leimbacher, Anwalt der Hinterbliebenen, war er am Dienstagabend zu Gast in der Sendung TalkTäglich auf Tele M1.

Am Tag der Tat war Markus Gisin im Ausland. Sein Stellvertreter informierte ihn und die beiden blieben den ganzen Tag und in der Nacht in Kontakt. «Und am nächsten Tag war ich zurück und konnte die Leitung der polizeilichen Ermittlungen übernehmen.»

«Eine grosse Befreiung für uns alle»

Was dann begann, war laut Gisin ein «Marathon». Die langwierigen Ermittlungen hätten ein Einteilen der Kräfte erfordert – anders als bei einem kurzen Sprint. «Noch nie wurden im Aargau mehr Mitarbeitende zugunsten einer Sonderkomission von ihren üblichen Aufgaben abgezogen», sagte Markus Gisin an einer Medienkonferenz am 18. Februar 2016: 

Vierfachmord Rupperswil: Aargauer Kripochef Markus Gisin: «Fall Rupperswil hat oberste Priorität» (Kurzfassung)

Rund um die Uhr war die am Schluss vierzigköpfige Sonderkommission im Einsatz, bis es ein halbes Jahr später zur Verhaftung von Thomas N. kam.

Diese Verhaftung ist es denn auch, die Gisin offenbar besonders geprägt hat. Mehrmals spricht er die Erleichterung an, die diese ausgelöst habe – vor allem darüber, dass so weitere Taten verhindert werden konnten. «Ich glaube, das war eine grosse Befreiung für uns alle.»

Nach der Medienkonferenz zum Ermittlungserfolg am 13. Mai 2016 sagte er: «Ich bin schon ein paar Jahre Polizist, aber dieses Ausmass ist für uns alle aussergewöhnlich.»

«Ich bin schon ein paar Jahre Polizist, aber dieses Ausmass ist für uns alle aussergewöhnlich»

«Die vier Schläge waren ein Gedenken an die vier Opfer»

Markus Leimbachers prägendste Momente kommen zwei Jahre später während des Prozesses. Es sind die vier Schläge des Holzhammers, mit denen Gerichtspräsident Daniel Aeschbach jeden Verhandlungstag oder -halbtag eröffnete.

Sie gingen nicht nur Leimbacher durch Mark und Bein, doch der Anwalt ist wohl einer der wenigen, der weiss, was es mit diesem Ritual auf sich hatte: «Ich habe später erfahren, dass diese vier Schläge ein Gedenken waren an die vier Menschen, die ihr Leben lassen mussten.»

Auf die Frage, wie es den Angehörigen der Mordopfer heute gehe, erzählt Markus Leimbacher von Georg Metger, dem Partner von Carla Schauer. «Er hat einen Umgang gefunden mit der Situation, einen Weg, das zu verarbeiten und auch mal in die Zukunft zu schauen.» Doch die Wunden blieben bestehen. «Er hat mir gesagt, dass kein Tag vergehe, ohne dass er nicht an diesen Tag denkt.» (smo)

Sehen Sie hier die Sendung TalkTäglich mit Markus Gisin und Markus Leimbacher in voller Länge:

TalkTäglich fünf Jahre nach dem Vierfachmord in Rupperswil: die Sendung in voller Länge

 

Der Vierfachmord von Rupperswil - von der Tat bis zum Prozess:

Meistgesehen

Artboard 1