Tierunfall

Fuchs, Reh oder Dachs angefahren? Eine neue App soll helfen

Jagdaufseher Martin Wyler hat eine App entwickelt, die bei überfahrenen Wildtieren hilft.

Jagdaufseher Martin Wyler hat eine App entwickelt, die bei überfahrenen Wildtieren hilft.

Über 2200 Wildtiere wurden letztes Jahr im Aargau überfahren. Dabei leiden Tiere oft unnötig lange, weil die Autofahrer nicht wissen, wie sie reagieren müssen. Martin Wyler, Jagdaufseher aus Elfingen, hat eine Lösung in Form einer App entwickelt.

2203 Wildtiere wurden im vergangenen Jahr laut der kantonalen Jagdstatistik auf Aargauer Strassen überfahren. Die häufigsten Opfer sind Füchse (804) und Rehe (754), angefahren wurden aber auch 379 Dachse, 107 Steinmarder und 55 Wildschweine. Wer ein Wildtier anfährt, ist gesetzlich verpflichtet, den Unfall beim zuständigen Jagdaufseher oder bei der Kantonspolizei umgehend telefonisch zu melden. In den meisten Fällen rufen die Verursacher von Wildunfällen die Polizei-Notrufnummer 117 an – wer weiss schon, welcher Jagdaufseher für das Gebiet zuständig ist, wo der Unfall passiert ist?

App führt zum Jagdaufseher

Neu gibt es nun eine einfache Möglichkeit, dies herauszufinden. Martin Wyler, Jagdaufseher in Elfingen und Software-Ingenieur, hat eine App für Smartphones entwickelt, die je nach Standort anzeigt, welcher Jagdaufseher für das betroffene Gebiet zuständig ist. Mit einem Tastendruck kann dieser angerufen werden, zudem kann der Autofahrer dem Jagdaufseher per SMS den exakten Standort des Unfalls durchgeben.

«Ich hoffe, dass möglichst viele Leute die Gratis-App installieren und wir damit das Leiden der verletzten Tiere verkürzen können», sagt Wyler. Heute komme es leider immer wieder vor, «dass Autofahrer nach einem Wildunfall einfach weiterfahren und das Tier noch lange leiden muss». Wyler ist überzeugt, dass viele Autofahrer eine gewisse Hemmschwelle haben, nach einem Wildunfall die Polizei anzurufen. «Nun haben sie die Möglichkeit, direkt den Jagdaufseher zu kontaktieren – und uns geht es nur um das Tier, nicht um die Frage, ob er allenfalls zu schnell unterwegs war.»

Unfallprotokoll vom Aufseher

Zudem hat die rasche Alarmierung des Jagdaufsehers weitere Vorteile. «Damit der Automobilist den Schaden am Fahrzeug von der Versicherung vergütet bekommt, braucht er ein Unfallprotokoll», erklärt Wyler. Dieses stellt der Jagdaufseher auf der Unfallstelle aus – allerdings nur, wenn er umgehend benachrichtigt wird.

Trifft der Aufseher dank der neuen App rasch auf dem Unfallplatz ein, kann er das verletzte Tier schnell von seinem Leiden erlösen. «Zudem kann im Falle eines Rehes oder eines Wildschweines das Fleisch noch verwertet werden», sagt Wyler.
Für die Entwicklung der App hat der Präsident der Jagdgesellschaft Kästhal- Brugg in der Freizeit rund 400 Stunden aufgewendet. Verfügbar ist derzeit eine Version für Android, zu finden mit dem Suchbegriff «Jagdaufsicht» im Google Play Store. Eine Version der App für iPhone ist in Vorbereitung.

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