Parteipräsident

«Frischer Wind aus dem wilden Westen»: Hölzle soll das neue Gesicht der Grünen werden

Jonas Fricker (l.) gibt das Präsidium ab. Daniel Hölzle (r.) soll sein Nachfolger werden.

Jonas Fricker (l.) gibt das Präsidium ab. Daniel Hölzle (r.) soll sein Nachfolger werden.

Der 34-jährige Grossrat Daniel Hölzle aus Zofingen soll bei den Aargauer Grünen «frischen Wind aus dem wilden Westen» bringen.

Nach seiner Wahl in den Nationalrat sagte Jonas Fricker im vergangenen Oktober zur az, er wolle das Präsidium der Grünen Aargau zur Verfügung stellen. Dies, weil er Ämterkumulationen kritisch betrachtet, um genug Zeit für die Familie und für das neue Mandat zu haben. Seither liefen parteiintern viele Gespräche. Die az weiss, die Grünen sind fündig geworden. Der Vorstand der Grünen schlägt der Mitgliederversammlung vom 5. April in Wettingen Grossrat Daniel Hölzle als neuen Präsidenten vor. Er soll, so Jonas Fricker, «frischen Wind aus dem wilden Westen» bringen. Hölzle sei für manche vielleicht ein etwas überraschender Vorschlag, so Fricker zur az: «Er ist aber ein sehr guter Vorschlag des Vorstands. Daniel Hölzle ist sehr engagiert und kreativ. Erst seit eineinhalb Jahren im Vorstand, hat er die Partei schon jetzt strategisch und inhaltlich stark geprägt. Er ist ein Macher und immer für unkonventionelle Aktionen gut.»

Gab es keine Diskussionen, ob wieder eine Frau das Präsidium übernehmen soll? Doch, darüber habe man selbstverständlich diskutiert, so Fricker. Der Vorstand wollte indessen aufgrund schlechter Erfahrungen mit einem Co-Parteipräsidium in der Vergangenheit keine Neuauflage, sondern ein Einerpräsidium. Dafür habe sich keine Frau bereit erklärt, so Fricker. Der Vorschlag sei aber auch aus Gender-Sicht in Ordnung. Er listet auf: Die Grünen haben mit Susanne Hochuli eine Regierungsrätin, mit Irène Kälin und Kathrin Fricker zwei Fraktions-Co-Präsidentinnen, mit ihm einen Nationalrat, und mit Daniel Hölzle werde ein Mann als Präsident vorgeschlagen. Fricker: «Das ist ausgeglichen.»

SVP/FDP-Mehrheit verhindern

Für den Zofinger Daniel Hölzle ist insbesondere die schwierige finanzielle Lage des Kantons eine besondere Motivation, um sich für das Präsidium der Grünen Aargau zur Verfügung zu stellen. Als Präsident will er, wenn er denn gewählt wird, etwas bewegen und Gegensteuer geben. Wäre für ihn auch ein Co-Präsidium infrage gekommen? Für ihn wäre das keine Option gewesen, sagt er: «Es gäbe sonst immer wieder Diskussionen über die Zuständigkeiten.» Hölzle zur az: «Wir müssen den drohenden bürgerlichen Vormarsch stoppen und eine Mehrheit von SVP und FDP im Grossen Rat verhindern. Sonst werden die noch übermütiger und beschliessen nach dem absolut unverständlichen Entscheid zur Grundbuchabgabe noch mehr Steuergeschenke für Reiche, die dann die Allgemeinheit finanzieren muss. Deshalb müssen die Grünen stärker werden.»

Hölzle hat nach einer Lehre Chemie studiert. Als Lehrer für Naturwissenschaften erlebt er derzeit, so Hölzle, «wie die Bürgerlichen zwar immer Versprechen für eine innovative Schweiz machen, aber gerade im Bereich der Bildung sparen – anschliessend wird dann gejammert, dass Fachkräfte fehlen».

Hölzle will die Grünen Aargau weiter in eine Richtung führen, «in der mehr Hirn, als der richtige Zwirn den Ausschlag gibt», so Hölzle. Die Grünen seien die Partei, die unabhängig von kurzfristigen Überlegungen und möglichen Wahlerfolgen das langfristige Wohl der Mitmenschen im Auge habe.

Der 34-jährige Zofinger ist seit 2013 Grossrat und ist dort Mitglied der Kommission für öffentliche Sicherheit (Sik). Er ist Mitglied des Vorstands der Grünen Aargau und präsidiert die Zofinger Bezirkspartei seit 2016.

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