Sommerzeit
Friesland, Ostsee, Côte d’Azur: Wo es die Aargauer Regierungsräte in den Ferien hinzieht

So ganz richtig Ferien hat eine Regierung eigentlich nie. Sie muss jederzeit beschlussfähig sein. Trotzdem nehmen sich Hochuli, Hofmann & Co. eine kleine Auszeit im Sommer. Wen es nach Friesland zieht, wer bis an die Côte d’Azur reist und wer lieber in der Schweiz bleibt.

Mathias Küng
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Roland Brogli geniesst die Pause mit einem kühlen Bier.

Roland Brogli geniesst die Pause mit einem kühlen Bier.

Am Mittwoch hat die letzte Regierungssitzung vor den Sommerferien stattgefunden. Jetzt haben auch die Regierungsräte Gelegenheit, einige Tage oder Wochen auszuspannen. Letztes Jahr zog es Bildungsdirektor Alex Hürzeler nach Bali. Diesmal bleiben alle fünf in Europa, oft gar in der Schweiz oder in Nachbarländern.

Frau Landammann und Sozialdirektorin Susanne Hochuli hat sich drei Wochen Ferien vorgenommen. Diese verbringt sie vorab zuhause, in den Schweizer Bergen und Hügeln. Geplant ist (Berg-)Wandern, zu Garten und Tieren schauen sowie einige Tage ausspannen an der Ostsee. Akten nimmt sie keine mit, Arbeit (im Kopf) aber schon, wie sie sagt.

Susanne Hochuli in ihrem Garten. Ferienbeschäftigung: Regierungsrätin Susanne Hochuli im Garten mit Gewürzen und Teepflanzen. Dazu gehört natürlich auch Jäten.

Susanne Hochuli in ihrem Garten. Ferienbeschäftigung: Regierungsrätin Susanne Hochuli im Garten mit Gewürzen und Teepflanzen. Dazu gehört natürlich auch Jäten.

Aargauer Zeitung

Noch nicht so klar sind die Ferienpläne von Landstatthalter und Verkehrsdirektor Stephan Attiger. Er hat sich mal zwei Wochen ohne Termine gesichert. Wohin es geht, steht noch nicht fest – vermutlich verbringt er diese Tage in der Schweiz. Er will sich Zeit nehmen für einige Bike-Touren. Einige wenige Dokumente wird er mitnehmen.

Budgetprozess macht keine Pause

Am schwierigsten dürfte es für Finanzdirektor Roland Brogli werden, wenn er mal abschalten möchte. Er steckt mitten im Budgetprozess. Bekanntlich wird die Regierung das Budget 2017 und den Aufgaben- und Finanzplan 2017–2020 Ende August vorstellen. Deswegen verbringt er Ferientage in der Schweiz nur tageweise. Auf dem Programm stehen Wandern, Lesen und Geniessen (vgl. unser Bild). Arbeit wird er mitnehmen. Das sei «leider unumgänglich», so Brogli.

Kultur, Land und Leute kennen lernen, erleben und geniessen will Bildungsdirektor Alex Hürzeler. Er wird während zweier Wochen unterwegs vom Genfersee zur Côte d’Azur sein. Nimmt er in dieser Zeit Arbeit mit? Die Antwort ist eindeutig: «Nein.»

Wandern, lesen, faulenzen

Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann schliesslich zieht es während zweieinhalb Wochen nach Nordfriesland und wie so oft wieder in den Süden, ins Tessin. Da will er sich Zeit nehmen für die Natur, will wandern, baden, lesen und – faulenzen. Arbeit nimmt er keine mit. Er rechnet aber damit, dass er via E-Mail sicher welche bekommen wird.

Die neue Staatsschreiberin Vincenza Trivigno schliesslich zieht es für zwei Wochen nach Italien. Sie nimmt Arbeit mit. Ansonsten werden am Ferienort aber Wandern, Velofahren und gut Essen angesagt sein.

Justiminister Urs Hofmann in der Freizeit. Hier beim az-Leserwandern.

Justiminister Urs Hofmann in der Freizeit. Hier beim az-Leserwandern.

Roman Huber

Grundsätzlich 365 Tage im Amt

Eine gesetzliche Ferienregelung für Regierungsräte gibt es im Aargau übrigens nicht. Sie sind grundsätzlich 365 Tage im Jahr im Amt. Ferien beziehen können sie unter Berücksichtigung der anfallenden Arbeit und der Regierungssitzungen. Doch Ferien hin oder her: Die Regierungsräte müssen auch während ihrer Abwesenheit sicherstellen, dass jederzeit ein Regierungsentscheid gefällt werden kann, falls dies notwendig werden sollte. Die nächste ordentliche Regierungssitzung ist für den 10. August anberaumt.