Frick
«Musste meinen Arbeitstag abbrechen»: Nachbarschaft steht nach Tod von Bruder (25) und Schwester (26) unter Schock

Ein Geschwisterpaar im Alter von 25 und 26 Jahren ist am Dienstagmorgen tot in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses in Frick gefunden worden. Die Nachbarn sind ob des Dramas schockiert.

Dennis Kalt
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An der Grubenstrasse in Frick ermittelt die Kapo aufgrund zweier Leichen in einer Wohnung.

An der Grubenstrasse in Frick ermittelt die Kapo aufgrund zweier Leichen in einer Wohnung.

Dennis Kalt

In Frick sind am frühen Dienstagmorgen zwei Personen tot aufgefunden worden. Gegen 5 Uhr seien entsprechende Informationen bei der Kantonspolizei Aargau eingegangen, wie Sprecherin Aline Rey gegenüber der Aargauer Zeitung bestätigt. Ob es sich beim Vorfall um ein Gewaltverbrechen, um Suizid oder beides handelt, kann die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Klar ist jedoch: Bei den beiden Toten handelt es sich um einen 25-jährigen Mann und eine 26-jährige Frau. Gemäss Angaben der Aargauer Kantonspolizei sind die beiden Geschwister.

Die genauen Umstände zum Vorfall sind unbekannt. Die Kantonspolizei Aargau hat, in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Staatsanwaltschaft, welche eine Strafuntersuchung eröffnet hat, die Ermittlungen aufgenommen.

Vom Vorfall nichts mitbekommen

Um kurz nach 11 Uhr wurden die beiden Leichen mit einem Bestattungswagen abtransportiert. Die Polizei, die mit einem Grossaufgebot vor Ort war, hatte das Areal um die betroffene Liegenschaft bis zum Mittag grossflächig abgesperrt. Nachbar ­Hans-Rudolf Kiener, der im gegenüberliegenden Mehrfamilienhaus wohnt, sagt:

Nachbar Hans-Rudolf Kiener.

Nachbar Hans-Rudolf Kiener.

Dennis Kalt
«Das erschreckt mich, dass so etwa in der unmittelbaren Nähe passiert.»

Vor Vorfall selbst und dem Polizeieinsatz hat Kiener nichts mitbekommen. Wie der langjährige Bewohner sagt, kenne man sich kaum noch in der Nachbarschaft untereinander. «Es ist hier eine gewiss Anonymität eingekehrt.»

Nachbar: «Das kenne ich höchstens aus Berlin»

Die verstorbenen Geschwister lebten zusammen in einer Wohnung mit ihren Eltern, wie Nachbar Robert Hartmann sagt. Etwa gegen 4 Uhr habe er den Hund aus der Wohnung bellen hören. Er habe sich nichts dabei gedacht, weil der 25-Jährige, der als Koch in der Kantine eines Forschungsinstitutes arbeitete, oftmals vor fünf Uhr der Arbeit wegen aufgestanden sei. «Ich habe ihn als grossen, schüchternen und sehr netten Kerl kennen gelernt», sagt Hartmann. Die ein Jahr ältere Schwester habe er kaum gesehen.

Nachbar Robert Hartmann.

Nachbar Robert Hartmann.

Dennis Kalt

Vor allem mit den Eltern der beiden Kinder pflegt er ein freundschaftliches Verhältnis. Er habe sie sehr ins Herz geschlossen, wie er sagt. Sie hätten zuweilen auf seine Wohnung und die Katze aufgepasst, manchmal sei man miteinander essen gegangen. Er sagt: «Als ich von dem Vorfall gehört habe, musste ich meinen Arbeitstag abbrechen.»

Hartmann ist über den Tod zweier junger Menschen «nur wenige Meter Luftlinie von seinem Bett entfernt», konsterniert. «So was kenne ich allenfalls aus Berlin, aber in dem kleinen Frick – da fehlen mir die Worte. Ich verstehe das einfach nicht», sagt der gebürtige Deutsche.

Die Umstände, unter denen die beiden Personen ums Leben kamen, sind noch völlig unklar.

Dennis Kalt

Eltern seien gut integriert gewesen in Frick

Eine Frau, die mit der Mutter der beiden Kinder oftmals zum Wochenmarkt nach Luino an den Lago Maggiore reiste, bezeichnet diese als herzensguten Menschen. «Wir habe es im Car immer lustig gehabt. Sie ist immer aufgestellt und fröhlich gewesen», sagt die Frau und schiebt nach: «Wir haben geheult, als wir von der schrecklichen Nachricht erfahren haben.»

Unvorstellbar ist für die Bekannte, wie gross der Schmerz für die Eltern sein müsse, gleichzeitig beide Kinder zu verlieren. «Sie hat sich die Kinder so gewünscht, nach ihnen geschaut, sie zur Schule gebracht und abgeholt», sagt sie. Die Eltern seien in der Gemeinde gut inte­griert und beliebt gewesen. Gerade die Mutter sei mit vielen befreundet gewesen, habe etwa Spaghetti gekocht und Gäste eingeladen. Sie sagt: «Das ist alles so furchtbar.» Ihre Gedanken seien nun bei den Eltern der beiden toten Kinder.

Auch bei einem anderen ­Bekannten ist die Bestürzung gross. «So eine nette Familie», sagt er am Telefon, bevor er in Tränen ausbricht.»

Die Polizei ermittelt wegen zwei Leichen an der Grubenstrasse in Frick.
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In diesem Wohnhaus haben sich die beiden toten Personen befunden.
Um 5 Uhr sei eine Meldung bei der Kapo Aargau eingegangen.
Die Nachbarn sind schockiert.
Mitbekommen vom Vorfall hat aber keiner der befragten Nachbarn etwas.
Die Ermittlungen dauern an.
Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot ausgerückt.

Die Polizei ermittelt wegen zwei Leichen an der Grubenstrasse in Frick.

Dennis Kalt

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