Asyl

Fremdschläfer in der Asylunterkunft sind keine Seltenheit

Jede Nacht gibt es Asylbewerber, die in einer Unterkunft schlafen, in der sie eigentlich gar nicht zugewiesen sind. (Symbolbild)

Jede Nacht gibt es Asylbewerber, die in einer Unterkunft schlafen, in der sie eigentlich gar nicht zugewiesen sind. (Symbolbild)

Es ist keine Seltenheit, dass Asylbewerber in einer Unterkunft schlafen, in der sie eigentlich nicht zugeteilt sind, heisst es beim Kanton. Wie zuletzt in der Fricktaler Gemeinde Wittnau. Das hat einen einfachen Grund.

Diese Woche schläft eine griechische Touristin in der Asylunterkunft in der Fricktaler Gemeinde Wittnau. Dass sie eine persönliche Beziehung mit einer Asylbewerber hatte, ist nur eine Vermutung, sagt Polizei-Mediensprecher Roland Pfister. Bei der 17-jährigen Griechin waren die Papiere in Ordnung. Sie hatte sogar bereits ein Rückflugticket.

Doch die Griechin ist keine Ausnahme. Die Kantonspolizei trifft in den Asylunterkünften immer wieder Frauen an. «Es ist den Asylbewerbern freigestellt, mit wem sie verkehren», sagt Pfister. Dass diese Frauen manchmal gleich für eine Nacht bleiben, kann der Kanton nicht verhindern. Es gibt nur in 2 von 50 kantonal geführten Unterkünften eine 24-stündige Zutrittskontrolle, nämlich im kantonalen Erstaufnahmezentrum Casa Torfeld in Buchs und in der Asylunterkunft Oftringen.

Jede Nacht Fremdschläfer

«In den Asylunterkünften gibt es jede Nacht Fremdschläfer», sagt denn auch Balz Bruder, Mediensprecher des Sozialdepartements. Fremdschläfer sind Asylbewerber, die in einer Unterkunft schlafen, in der sie nicht zugeteilt sind. Dazu kommen wie im Fall der Griechin Drittpersonen, die keinen Asylstatus haben. «Wir können nicht in allen Unterkünften Zutrittskontrollen durchführen», sagt Bruder. Das übersteige die finanziellen und personellen Ressourcen. Bei exponierten Unterkünften werden allerdings mobile Securitas-Patrouillen eingesetzt. Zudem gibt es einen Nachdienst, der alle Unterkünfte auf dem Radar hat.

Der Kanton hat laut Bruder trotz der fehlenden Zutrittskontrollen den Überblick, wo welcher Asylbewerber schläft. Dem widerspricht allerdings FDP-Grossrat Martin Bhend: «Es herrschen desolate Zustände.» Bei der Polizeikontrolle in der Asylunterkunft Oftringen sollten 82 Asylbewerber anwesend sein. Die Kantonspolizei ging von 70 Personen aus. Balz Bruder, Mediensprecher des Sozialdepartements, sprach von 50 bis 60 Asylbewerbern. Betten gibt es gemäss Bhend nur 62 und bei der Kontrollaktion seien mal 19 Asylbewerber vor Ort gewesen.

Keine Besucher von auswärts

Der Grossrat fordert für straffällig gewordene Fremdschläfer Massnahmen. «Die Zutrittskontrollen soll der Kanton auf Zentren mit abgewiesenen Asylbewerbern konzentrieren. Diese werden hauptsächlich straffällig.» Abgewiesene Asylbewerber sollen sich laut Bhend zudem nur noch in jener Gemeinde aufhalten dürfen, wo die Unterkunft steht. Und es soll ihnen auch untersagt werden, Besucher von auswärts zu empfangen.

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