Gerichtsfall

Freddy Nock wurde vom «Fête des Vignerons» ausgeladen – weil Kanton von schweren Vorwürfen erfuhr

Der Hochseilartist Freddy Nock hätte am Aargauer Tag an der «Fête des Vignerons» auftreten sollen. Aufgrund der Vorwürfe, die im Raum standen, wurde Nock aber ausgeladen.

Am Mittwoch muss sich der Aargauer Hochseilkünstler Freddy Nock vor dem Bezirksgericht Zofingen verantworten. (Liveticker ab 7:30 auf diesem Newsportal). Die Vorwürfe gegen Nock sind massiv: Der Aargauer aus Uerkheim ist wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, mehrfacher Gefährdung des Lebens und mehrfacher versuchter Körperverletzung angeklagt

Immer wieder - so der Vorwurf - soll Nock zwischen 2008 und 2014 gegenüber seiner Noch-Ehefrau gewalttätig geworden sein. Er soll sie mehrmals gewürgt und ihr die Nase gebrochen haben. Ausserdem soll er ihr einmal so lange das Kissen auf das Gesicht gedrückt haben, bis sich diese aus Eigenschutz totstellte. Die beiden heirateten 2013, zwei Jahre zuvor kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt.

Kanton wurde bereits im Sommer informiert

Der Aargau, der sich an der "Fête des Vignerons" am 6. August in Vevey als Zirkus- und Weinkanton präsentierte, plante ursprünglich für den Aargauer Hochseilkünstler Freddy Nock einen Auftritt im Jardin du Rivage, dem Herzen des Festgeländes. Im Rahmen des "Grande Finale" hätte Nock auftreten sollen, in welchem auch Landammann Urs Hofmann seine Grussbotschaft an Organisatoren und Besucher richtete. So weit kam es aber nicht, am 6. August war Freddy Nock in Vevey nicht anwesend. An seiner Stelle gaben andere Zirkusartisten ihren Auftritt zum Besten.

Entschädigung: Kanton Aargau zahlte Freddy Nock 25'000 Franken

Regieurungsratssprecher Peter Buri: «Dass die Vorwürfe vor dem Fest nicht gerichtlich geklärt werden konnten, war eine Herausforderung.»

 

Nun bestätigt Peter Buri, Sprecher der Regierung, auf Anfrage, dass der Kanton vor dem grossen Aargauer Tag über die Strafuntersuchung informiert wurde und deshalb das Programm änderte: "Als wir erfahren haben, dass bestimmte Vorwürfe im Raum stehen, haben wir uns für eine Programmänderung entschieden", so Peter Buri. "Wir wussten, dass die im Raum stehenden Vorwürfe nicht rechtzeitig zur ‹Fête des Vignerons› am 6. August hätten gerichtlich geklärt werden können", sagt Buri weiter.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Regierungsrat formell per Brief informiert. Dies, weil der Kanton das Programm für die Fête des Vignerons bereits öffentlich kommuniziert hatte.

Für Freddy Nock gilt die Unschuldsvermutung. Welche Strafe die Staatsanwaltschaft fordert, gibt sie morgen bei der Gerichtsverhandlung bekannt. Der Prozess ist für 10 Stunden angesetzt.

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