Schnapsidee
Freddy Nock schämt sich für seinen Auftritt als Besoffener am Fernsehen

Der Aargauer Hochseilartist trinkt nie, wenn er aufs Seil geht. Für die Gesundheitssendung «Puls» machte Freddy Nock eine Ausnahme. Trotz Scham steht er weiter hinter seinem Auftritt, mit dem er habe aufzeigen wollen, was Alkohol anrichten könne.

Dean Fuss
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Freddy Nock beim Alkohol-Test in der SF-Sendung «Puls»
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Nach 2 Schnäpsen Das Atemluft-Messgerät zeigt für Freddy Nock vor seinem ersten Gang über das Seil einen Wert von 0,34 Promille an.
Nach 2 Schnäpsen Freddy Nock balanciert gekonnt über das Seil.
Nach 2 Schnäpsen Freddy Nock nach dem ersten Gang über das Seil im Gespräch mit der zweiten «Puls»-Moderatorin Sarah Allemann.
Schnäpse 3 und 4 Freddy Nock kippt die Schnäpse Nummer drei und vier hinunter.
Nach 4 Schnäpsen Nun zeigt das Atemluft-Messgerät für Freddy Nock bereits einen Wert von 0,47 Promille an.
Nach 4 Schnäpsen Freddy Nock balanciert mit etwas mehr Mühe über das Seil, schafft es aber, auf halber Distanz umzukehren und sicher ans Ufer zu gelangen.
Nach 6 Schnäpsen Zwei weitere Schnäpse später zeigt das Atemluft-Messgerät für Freddy Nock bereits einen Wert 0,79 Promille an.
Nach 6 Schnäpsen Das war zu viel: Freddy Nock kann die Balance nicht mehr halten und fällt. Er kann sich aber noch am Seil festhalten.

Freddy Nock beim Alkohol-Test in der SF-Sendung «Puls»

Screenshot/SF

Hochseilartist Freddy Nock balanciert beim Bürkliplatz auf einem Seil über einen kurzen Abschnitt des Zürichsees. So weit so normal. Speziell: Vor den drei Balance-Läufen kippt der Aargauer jeweils zwei Schnäpse hinunter. Der 47-Jährige nimmt als Testperson an der SF-Sendung «Puls» vom vergangenen Montagabend zum Thema Alkoholkonsum teil.

Der Versuch mit Freddy Nock soll zeigen, wie sich der Konsum von Alkohol auf die eigene Wahrnehmung und die Leistungsfähigkeit auswirkt. Nach dem sechsten Schnaps ist es schliesslich so weit: Nock schafft es nicht mehr, sich auf dem Seil zu halten und stürzt. Den Fall ins kalte Wasser kann er aber trotz seiner 0,79 Promille verhindern - er hält sich am Seil fest.

Nock schämte sich

Für seinen Auftritt kassiert Nock neben Anerkennung auch Kritik vom Boulevard. Der «Blick» hatte in seiner heutigen Ausgabe behauptet, Nock habe die beiden Moderatorinnen Corinne Waldmeier und Sarah Allemann betatscht. Er bereut seine Teilnahme aber nicht: «Ich stehe weiterhin voll und ganz hinter dem Anliegen der Sendung», sagt der Aargauer. Er habe diese Erfahrung machen wollen, da er beispielsweise auch im Zirkusumfeld oft mit Personen zu tun habe, die viel Alkohol konsumieren.

«Mit meinem Auftritt wollte ich auch meine Vorbildfunktion wahrnehmen», sagt Nock. Er engagiere sich bereits in vielen Bereichen und könne sich auch im Bezug auf die Alkoholprävention weitere Engagements vorstellen. «Ich finde wichtig, dass jungen Menschen gezeigt wird, was Alkohol anrichten kann.»

Und was der Alkohol anrichtet, hat Nock nun am eigenen Leib erfahren. Er hat sich die Aufzeichnung der Sendung online angesehen und war schockiert: «Ich habe mich geschämt. Das war nicht mehr ich», so Nock. Es sei schon sehr speziell, wenn man sich selber in diesem Zustand sehe.

Ohne Kater aufgewacht

Trotz allem: «Ich habe nichts gegen Alkohol», stellt Nock klar. In seinen jungen Jahren habe er auch Mal einen Schwips gehabt. «Ich habe aber daraus gelernt.» Auch heute geniesse er zu einem guten Essen ab und zu ein Glas Wein. «Aber damit hat es sich. Ich wäre nie dorthin gekommen, wo ich heute bin, wenn ich mehr trinken würde.»

Nach der Sendung ist Nock nicht selber nach Hause gefahren. Er hat sich von seiner Frau chauffieren lassen. Einen Kater hat ihm sein Auftritt bei «Puls» übrigens nicht beschert. «Ich habe am Dienstagmorgen einfach bis 11 Uhr ausgeschlafen. Dann war ich wieder fit», sagt Nock lachend. (dfs)