Jubiläums-Porträtserie
Frauenstimmen: «Den Kampf für Gerechtigkeit wird es immer geben»

Porträtserie zu 50 Jahre Frauenstimmrecht und 100 Jahre Frauenzentrale Aargau in der AZ – Teil 3: Melanie Holle.

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Die zukünftige Lehrerin Melanie Holle.

Die zukünftige Lehrerin Melanie Holle.

Iris Krebs

2021 ist ein Frauenjahr. Aus diesem Anlass publiziert die AZ unter dem Titel «Frauenstimmen» dieses Jahr jeden Montag ein kurzes Interview mit einer Frau aus dem Aargau.

Wer sind Sie?

Ich bin ich. Melanie Holle, zwanzig Jahre alt und Studentin der Pädagogik. Ich bezeichne mich selbst als eine ehrgeizige, willensstarke und fröhliche Person. Ich mag es, anderen Menschen zu helfen, ihnen durch kleine oder grosse Gesten ein Lächeln in ihr Gesicht zu zaubern. Für mich ist das Leben kein Geschenk, sondern eine Chance, einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten.

Wofür erheben Sie Ihre Stimme?

Ich möchte nicht weiter in einer Welt leben, in der gewisse Menschen von der Gesellschaft und ihren Vertretern systematisch diskriminiert werden. Dies bedeutet für mich auch, dass ich mich für den Systemwandel und gegen den Klimawandel einsetze. Denn dieser fördert und schafft weitere Ungleichheiten, welche es zu verhindern gilt.

Was braucht es, um Chancengleichheit zu erreichen?

Die Unterstützung und Förderung aller Menschen unserer Gesellschaft muss zur obersten Priorität der Politik werden. Kinder, die sich in Auffangstationen für Flüchtlinge befinden, verdienen Unterricht und Förderung wie alle anderen. Von der Gesellschaft braucht es die Anerkennung aller Menschen. Von der Politik braucht es gezielte Programme zur Unterstützung jener Menschen mit weniger Möglichkeiten. Für mich ist klar, dass das Einkommen der Eltern keine Rolle spielen sollte.

Wovon träumen Sie?

Konkret ist es mein Wunsch, dass es in Zukunft keine Schlagzeilen mehr gibt, wenn eine Frau Vizepräsidentin von Amerika wird, sondern dass dies der Normalität entspricht.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Mit meinem Engagement in der Politik kleinen Mädchen zu zeigen, dass man weder alt noch männlich sein muss und auch keine Liste voller politischer Ämter braucht, um etwas verändern zu können.

Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft?

Dass Mädchen und Jungen ihre Hoffnung genauso wenig aufgeben wie ich und jeden Tag für ihre Rechte einstehen und für diese kämpfen. Den Kampf für Gerechtigkeit wird es immer geben, doch die Menschen, die ihn führen, werden nicht mehr Aussenseiter, sondern die Mehrheit sein.

Was ist Ihr Leitsatz?

Taten statt Worte.