«Helvetia ruft!»

Frauen von SP und Grünen haben die besten Wahlchancen

Im September trafen sich, auf Einladung der Frauenzentrale Aargau, Grossrätinnen mit Kandidatinnen zum Austausch im Grossratssaal.

Im September trafen sich, auf Einladung der Frauenzentrale Aargau, Grossrätinnen mit Kandidatinnen zum Austausch im Grossratssaal.

Die Bewegung «Helvetia ruft!» hat die Wahlaussichten von Frauen anhand der Listen untersucht.

«Helvetia ruft!», die überparteiliche Bewegung für mehr Frauen in der Politik, hat im Frühling eine Kampagne gestartet. Das Ziel: anknüpfend an den Erfolg bei den Nationalratswahlen, auch in kantonalen Parlamenten und Regierungen den Frauenanteil erhöhen. Im Mai war «Helvetia ruft!» virtuell im Aargau zu Besuch. Sie forderte Frauen aus allen Parteien dazu auf, sich zur Wahl zu stellen und die Kandidatinnen in Workshops und Mentorings auf ein Mandat vorzubereiten. Zudem hat «Helvetia ruft!» sämtliche Vorstandsmitglieder der Bezirkssektionen per Brief dazu aufgefordert, auch Frauen aussichtsreiche Listenplätze zur Verfügung zu stellen.

Kurz vor den Wahlen vom 18. Oktober zieht die Bewegung eine Bilanz darüber, ob ihre Bemühungen gefruchtet haben, und veröffentlicht eine detaillierte Auswertung zu den Wahlchancen von Frauen in den verschiedenen Parteisektionen. Dabei zeigt sich: Nicht nur die Zahl der Kandidatinnen auf den Wahllisten allgemein ist gestiegen, auch ihr Anteil hat deutlich zugenommen. Und dies auch auf den relevanten Hauptlisten der Parteien, wie «Helvetia ruft!» festgestellt hat. Insgesamt kandidieren auf den untersuchten Hauptlisten der im Grossen Rat vertretenen Parteien 967 Personen, davon 372 Frauen und 595 Männer. Der Frauenanteil beträgt somit 38,5 Prozent.

Listenplätze sind zentral für die Wahlchancen

Der grösste Einfluss auf die Wahlchancen hat jeweils der Bisherigen-Bonus. Von den 140 Grossrätinnen und Grossräten treten deren 119 wieder an. «Sie profitieren von erfahrungsgemäss sehr hohen Chancen auf eine Wiederwahl», schreibt «Helvetia ruft!». Unter diesen Chancenreichsten befinden sich 82 Männer und damit mehr als doppelt so viele wie die 37 Frauen.

Die Analyse der 77 Hauptlisten von SVP, FDP, CVP, GLP, EVP, SP und Grünen zeigt, dass auf 21 Listen Frauen die besseren oder gleich gute Wahlchancen haben wie Männer. Auf 18 Listen hätten die Frauen immerhin gleich gute Chancen auf einen Ersatzplatz. Oder es handelt sich um Bezirksparteien, die nicht im Grossen Rat vertreten sind, aber Frauen vorne platzierten. Bei 30 Bezirksparteien sei keine Sensibilität in Bezug auf die Frauenvertretung ersichtlich, Frauen hätten klar schlechtere Chancen, so die Auswertung. Und bei acht Sektionen hätten sie gar keine.

Als Vorbilder wertet die Untersuchung die SP, die lediglich im Bezirk Kulm gar nicht auf Frauen setzt, und die Grünen, bei denen es Frauen nur in den Bezirken Bremgarten und Zurzach schwerer haben als Männer. Am anderen Ende liegt die SVP. Einzig im Bezirk Kulm sei man «lernwillig», zeigt die Analyse. Im Rest der Bezirke seien die Parteisektionen indes Männerbastionen oder gar «Unsensible». 

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