Die Tat geschah kurz nach Mitternacht: Am 23. Juni 2017 nötigte ein Mann in der Rothrister Bahnhofsunterführung eine junge Frau. Er bedrohte sie mit einem Messer und forderte Bargeld (wir berichteten). Danach soll er sie gepackt und in einer Nische sexuell missbraucht haben. Dabei wehrte sich die Frau und schrie um Hilfe. Dem Schweizerdeutsch sprechenden Mann im Alter zwischen 40 und 60 Jahren gelang die Flucht.

Nachdem die Fahndung mittels Diensthund und Phantombild vorerst erfolglos blieb, konnte der Mann schliesslich nach rund zwei Wochen verhaftet werden. Die Strafverfolgungsbehörden machten ihn mittels DNA-Spuren ausfindig. Heute Donnerstag muss sich der Mann vor dem Bezirksgericht Zofingen verantworten. Die Anklage lautet auf sexuelle Nötigung und Raub. Gemäss Staatsanwaltschaft hat er die Tat grundsätzlich gestanden.

Forderung an den Gemeinderat

Der Fall hatte hohe Wellen geworfen und viele Menschen in der Region schockiert. Die SP Rothrist sah sich zum Handeln gezwungen. Muriel Fiechter Oberholzer und Mirjam Erne (Präsidentin der SP Rothrist), wandten sich Anfang Juli des letzten Jahres mit einer Eingabe an den Rothrister Gemeinderat. Sie forderten konkrete Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in der Bahnhofsunterführung. Dies vor allem auch, weil die Unterführung ein Teil des Schulwegs der Kinder aus dem Aarequartier ist. Des Weiteren wurde der schlechte Zustand der Unterführung moniert. «Die eine Hälfte ist weiss gestrichen und gut beleuchtet, die andere Hälfte liegt im Halbdunkel», argumentierte die SP Rothrist. Zudem gebe es im schlechter beleuchteten Unterführungsteil eine Nische, wo früher Telefonkabinen standen. In dieser Nische würden immer wieder Leute herumlungern und Passanten anpöbeln, wurde weiter beanstandet. In der Eingabe forderte die SP, auch im Namen der betroffenen Eltern, die ganze Unterführung hell zu streichen, besser zu beleuchten und die Nischen baulich zu schliessen.
Unterführung nun sicherer Kurz nach der Eingabe der SP Rothrist hat der Gemeinderat gehandelt und sich der Problematik rund um die Unterführung angenommen.

«Die Nische wurde bereits kurz nach der Tat durch ein Schild verbaut und ist nun nicht mehr zugänglich», sagte Walter Gloor, Leiter Bauen und Planen der Gemeinde Rothrist, gestern auf Anfrage. Auch die geforderten Malerarbeiten sowie die Verbesserung der Beleuchtung seien ebenfalls erfolgt. Gespannt warten nur viele aus der Region auf das Urteil des Bezirksgerichts.