Regierungsratskandidatin

Franziska Roth und die Frage, wo sie wirklich wohnt

Franziska Roth mit ihrem Ehemann Rolf André Siegenthaler am 1. August beim Bure-Brunch in Othmarsingen.

Franziska Roth mit ihrem Ehemann Rolf André Siegenthaler am 1. August beim Bure-Brunch in Othmarsingen.

Die Wohnsituation von Franziska Roth gibt zu reden. Nun sorgt die SVP-Regierungsratskandidatin für Klarheit – und sagt, warum ihre Katze reisefreudig ist.

Kaum war sie gewählt, begann der Streit mit der Partei. Die neue SVP-Grossrätin Karin Bertschi musste zum klärenden Gespräch erscheinen und Zugeständnisse machen. Der Grund für den Wirbel: Umzugsgerüchte. Die Wynentalerin soll planen, zu ihrem Freund zu ziehen, der in Wettingen ein Haus baut. Mit einem Deal konnte der Streit beigelegt werden: Zieht sie in den nächsten zwei Jahren aus dem Bezirk Kulm weg, legt sie ihr Grossratsmandat nieder. Der Fall sorgte im Aargau für viel Gesprächsstoff.

Die Wohnsituation einer SVP-Politikerin gibt nun erneut zu reden. Regierungsratskandidatin Franziska Roth ist seit Mai mit dem Zürcher Rolf André Siegenthaler, ehemaliger Kantonsrat und Chef Armeeplanung, verheiratet. Das Paar ist auch nach der Hochzeit nicht zusammengezogen – sie wohnt in Brugg, er in Zürich. Gerüchteweise ist zu vernehmen, Roth sei nur pro forma in Brugg gemeldet, lebe aber mehrheitlich bei ihrem Mann. Als Gerichtspräsidentin am Bezirksgericht Brugg hat sie Wohnsitzpflicht im Kanton Aargau.

Darauf angesprochen reagiert Franziska Roth gelassen. Ihr sei bewusst, dass nicht alle verstehen würden, warum ein verheiratetes Paar zwei Wohnsitze habe, doch für sie und ihren Mann passe das sehr gut. Der Grund für diese ungewöhnliche Wohnsituation: Beide haben Kinder aus einer früheren Ehe (er: vier, sie: eines), sind seit Jahren an ihrem Wohnort heimisch. Roth ist vor knapp zehn Jahren nach Brugg gezogen, fühlt sich dort wohl. «Wir haben beide schon davor unser eigenes Leben gehabt.» Die Kinder ihres Mannes leben in Zürich.

Ein Paar, zwei Wohnsitze

Nun wechselt das Ehepaar zwischen den Wohnsitzen, wohnt mal in Zürich, mal in Brugg. «Wir sehen uns trotzdem so viel wie möglich», sagt Roth. Eine feste Regelung, wer wann bei wem sei, bestehe nicht. «Ich bin grundsätzlich unter der Woche in Brugg.»

Immer mit dabei ist Roths Bengalkatze. Diese störe sich nicht an den Fahrten zwischen den Wohnsitzen, im Gegenteil. «Gaia ist reisefreudig und kommt gerne mit», sagt Roth. Zudem schätze sie die Fenstersimse in der Wohnung ihres Mannes, weil sie von dort Passanten auf den Zürcher Strassen beobachten könne. Kurz: «Für alle ist es gut, wie es ist.»

Franziska Roth betont denn auch, es bestünden keine Umzugspläne. «Eine gemeinsame Wohnung ist im Moment kein Thema.» Das würde sich frühestens nach ihrer Pensionierung ändern, sagt die 52-Jährige. Kaum hat sie aufgelegt, ruft sie nochmals an und sagt, ein Satz beschreibe ihre Situation am besten: «Trotz zwei Wohnungen sind wir ein Herz und eine Seele.»

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