Wahlen Aargau
Franziska Roth: «Ich würde in einem Wahlkampf keine ironischen Aussagen mehr machen»

Regierungsratskandidatin Franziska Roth (SVP) blickt am Sonntag auf ihren umstrittenen Wahlkampf zurück. BDP-Kandidatin Maya Bally sieht ihre Parteizugehörigkeit derweil als «Handicap».

Merken
Drucken
Teilen

Sie habe gute Nerven sagt Franzsika Roth am Sonntag im Ratskeller in Aarau. Das war auch nötig, denn während des Wahlkampfs geriet Roth heftig unter Beschuss. «Es ist klar, ich bin politische Quereinsteigerin und da gibt es halt immer die eine oder andere Meinung dazu», sagt sie am Sonntag im Interview mit «Tele M1».

Besonders umstritten war Franziska Roths Aussage zum Thema Ritalin. Unterforderten Kindern würde man dieses am liebsten löffelweise «fuhren, dass wenn sie den Mund aufmachen, dass sie daran ersticken», sagte sie anlässlich eines Wahl-Talks in Baden am 21. September.

«Mir wurde das Wort im Mund verdreht», sagt Franziska Roth am Wahlsonntag. Sie fühlt sich falsch verstanden: «Das wurde aus dem Zusammenhang gerissen.» Dass diese Aussage derart zum Thema geworden sei, findet sie «nicht sehr objektiv».

Sie habe aber auch aus dem Wahlkampf gelernt: «Ich würde sicher keine ironischen Aussagen mehr machen», antwortet sie auf die Frage, was sie heute anders machen würde

Derweil steht der Aargauer SVP-Präsident Thomas Burgherr fest hinter Franziska Roth: «Sie war die einzige Kandidatin, die pointierte Aussagen gemacht hat und auch dabei geblieben ist. Sie hat einen guten Wahlkampf betrieben und deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir ein gutes Ergebnis machen werden.»

Auf bei einem allfälligen zweiten Wahlgang hat Franziska Roth laut Burgherr gute Chanchen. Er gehe davon aus, dass die SVP sie auch ein zweites Mal ins Rennen schicken würde. «Sie wäre eine hervorragende Regierungsrätin.»

Maya Bally: Partei als «Handicap»

Bis jetzt hinter Franziska Roth rangiert die BDP-Kandidatin Maya Bally. Als Fraktionspräsidentin, Frau und Kandidatin mit Führungserfahrung bringt sie eigentlich die besten Voraussetzungen mit für den Regierungsrat. Hat die BDP schlicht einen zu geringen Wähleranteil für bessere Resultate?

«Es scheint so», sagt Bally am Sonntag im Ratskeller. «Die Partei scheint noch immer eine sehr grosse Rolle zu spielen – obwohl die Regierungsratswahlen ja eigentlich Persönlichkeitswahlen sind.» Sie habe sich damals als Parteilose bewusst für die BDP entschieden, dies sei nun ihr «Handicap».

Dass sie sich auch in einem allfälligen zweiten Wahlgang zur Wahl stellen wird, schliesst Maya Bally nicht aus. «Das kommt aber sehr auf die heutigen Ergebnisse an.» (smo)