SVP
Fraktionschef Glarner war bis heute Facebook-Freund von SVP-Mosimann

Andreas Glarner fordert Nulltoleranz bei Rassisten und Rechtsextremen, war aber bis heute Facebook-Freund von SVP-Mitglied Beat Mosimann. Dieser hat standrechtliche Erschiessungen von Asylbewerbern verlangt.

Fabian Muster
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Andreas Glarner: „Wir können nicht präventiv alle Neumitglieder und bisherige Mandatsträger durchleuchten.“

Andreas Glarner: „Wir können nicht präventiv alle Neumitglieder und bisherige Mandatsträger durchleuchten.“

Susi Bodmer

Die SVP ruft mit ihren Äusserungen über Ausländer immer wieder rassistische Entgleisungen ihrer Mitglieder hervor. Letztes Beispiel ist der Solothurner Beat Mosimann, der standrechtliche Erschiessungen von Asylbewerbern und KZ-ähnliche Lager für sie auf Facebook forderte.

Nach der Solothurner Partei will nun auch der Aargauer SVP-Parteipräsident Thomas Burgherr reagieren: «Es gibt eine absolute Nulltoleranz. Rechtsextreme haben bei uns nichts zu suchen», sagte er gegenüber dem Regionaljournal Aargau/Solothurn. Die Bezirks- und Ortsparteien sollen Neumitglieder und bisherige Mandatsträger «gut anschauen».

Mitglieder nicht präventiv durchleuchten

Eine Nulltoleranz bei Rassisten und Rechtsextremen unterstützt auch SVP-Fraktionspräsident Andreas Glarner. Uneinig ist er sich mit Burgherr aber bei der Umsetzung. Glarner: «Wir können nicht präventiv alle Neumitglieder und bisherige Mandatsträger durchleuchten.»

Das könne keine Partei machen, weil es zu aufwändig sei. Glarner: «Wir müssen die Leute rausschmeissen, wenn sie einen Seich geschrieben haben.»

Facebook-Freund gelöscht

Glarner fordert Nulltoleranz bei Rassisten, war aber bis vor kurzem Facebook-Freund von SVP-Hetzer Beat Mosimann. «Das geht mich nichts an, weil ich nicht jeden Facebook-Freund kontrollieren kann.» Aktuell hat er 1040 Facebook-Freunde.

Die rassistischen Beiträge Mosimanns hat er nicht gesehen, weil er aus Zeitgründen kaum Beiträge liest. Wieso hat er die Facebook-Freundschaft mit Mosimann bisher nicht gekündigt? «Das ist zu aufwändig. Das mach ich dann einmal, wenn ich Zeit habe», sagt ein sichtlich enervierter Glarner am Telefon.

Wenige Minuten nach dem Telefongespräch hat Glarner übrigens bereits reagiert: Er hat Mosimann als Facebook-Freund aus seinem Profil gekickt.