1. Liga
Fortuna zeigt sich beim FC Muri endlich erkenntlich

Muri spielt trotz Zwei-Tore-Führung gegen Rapperswil 2:2 unentschieden. Ob der Zähler am Schluss glücklich zustande kam oder nicht, interessierte nach dem Schlusspfiff die Einheimischen nicht mehr.

Willi Steffen
Drucken
Teilen
Frédéric Schaub (rechts) rettete Muri in extremis einen Punkt.

Frédéric Schaub (rechts) rettete Muri in extremis einen Punkt.

Gerold Frei

Auf der einen Seite können die Gastgeber sich ärgern, dass sie vor eigenem Publikum einen Zwei-Tore-Vorsprung nicht über die Runden brachten. Betrachtet man aber das Chancenplus der Gäste während der gesamten Partie, darf sich Muri über das Unentschieden nicht beklagen.

Weit weniger zufrieden war Rapperswil-Trainer Wolfensberger mit nur einem gewonnenen Punkt. Nachdem es in den Katakomben des Stadion Brühls nach dem Schlusspfiff zu hitzigen Diskussionen gekommen war, zeigte er sich nicht von der sportlichen Seite. «Die Murianer sollen ihre Kraft lieber im Kampf gegen den Abstieg einsetzen.» Weiter schob er nach, dass Muri, wenn sie schon in der Vorrunde in Rapperswil so gespielt hätten, dort besser ausgesehen hätten. Zudem beklagte er sich über mangelnden Respekt des Aufsteigers gegenüber seiner Mannschaft, die in den vergangenen Jahren mehrmals die Aufstiegsspiele erreicht habe. Auch über die Kräfteverhältnisse der beiden Kontrahenten, hatte er eine eigene Interpretation. «Wir haben im Gegensatz
zu Muri keine ehemaligen Super-League-Spieler in unseren Reihen.»

Offener Schlagabtausch

Dabei zeigte seine Mannschaft nach dem 0:2-Rückstand durch Tore von Hohl und Chirico eine tolle Moral. Spätestens nach dem 2:1-Anschlusstreffer durch den wirbligen Mandefu erlebten die 350 Zuschauer einen offenen Schlagabtausch. Muri war nach dem Seitenwechsel gezwungen, das Spieldiktat dem Gegner zu überlassen. Dieser tauchte mit seinen gefährlichen Offensivleuten immer wieder vor Torhüter Felder auf. Der Murianer Keeper zeigte aber eine fehlerfreie Partie und verhinderte mehrere Grosschancen. Bei den beiden Gegentoren war er machtlos. In der 66. Minute hatte Michael Hohl den Matchball auf den Füssen. Der Torschütze verstolperte aber den Ball aus aussichtsreicher Position. Dieser Aktion trauerte Muri-Trainer Nobi Fischer nach. «Wenn uns in dieser Situation der dritte Treffer gelungen wäre, hätte es gut ausgesehen.» Schliesslich sei er aber mit einem Punkt zufrieden.

Den Murianern fehlten nur sieben Zeigerumdrehungen für einen Überraschungssieg. Über den Punkteverlust beklagen, dürfen sie sich aber nicht. In der vorletzten Minute rettete Frédéric Schaub den Klosterdörflern den einen Punkt in extremis. Zum Glück des Aufsteigers konnte er einen freiliegenden Ball der sich bedrohlich der Torlinie näherte, wegspedieren.

Der Aufwärtstrend der Murianer hält weiter an. Mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Partien hat sich die Situation weiter verbessert. Auch die Art und Weise, wie dieses Unentschieden und der Sieg vor Wochenfrist in Höngg zustande kamen, zeigt auf, dass sich Fortuna beim Aufsteiger endlich erkenntlich zeigt.

Aktuelle Nachrichten