Waldwirtschaft
Förster stemmen das nicht mehr allein

Bürger können den Wald bisher kostenlos geniessen. Das soll sich ändern, denn der sinkende Holzpreis frass die finanziellen Reserven der Forstbetriebe weg. Will man den Wald weiterhin bewirtschaften, müssen neue Mittel her. Ein Kommentar von Mathias Küng.

Mathias Küng
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Spaziergänge im Wald sind in Zukunft vielleicht nicht mehr kostenlos. (Archiv)

Spaziergänge im Wald sind in Zukunft vielleicht nicht mehr kostenlos. (Archiv)

KEYSTONE/MARCEL BIERI

Wer ist nicht mindestens einmal im Monat im Wald – sei es zum Spazieren, zum Spielen mit den Kindern, um Wildtiere zu beobachten oder einfach, um seine besondere Atmosphäre zu geniessen? Das kann man problemlos, denn im Aargau durchziehen 4000 km gut unterhaltene Strässchen den Wald. 1000 Feuerstellen laden zum Verweilen, vielen Schulen dient der Wald auch als Freiluftschulzimmer. Er produziert Holz, bindet beim Wachstum viel CO2, er schützt vor Hangrutschungen. Ihm verdanken wir viel sauberes Quellwasser. Die Aufzählung ist nicht abschliessend.

Den wenigsten ist aber bewusst, wer das Waldwegnetz und all die Feuerstellen baut und unterhält. Der Wald gehört grossmehrheitlich den Ortsbürgergemeinden. Sie finanzierten gemeinwirtschaftliche Leistungen bisher weitgehend selbst aus dem Ertrag der Waldbewirtschaftung. Doch in den letzten 30 Jahren hat sich der Holzpreis halbiert, immer öfter resultieren Defizite.

Um Kosten zu senken, fusionierten und rationalisierten die Forstbetriebe, was das Zeug hielt. Doch der sinkende Holzpreis frass die Effizienzgewinne fortlaufend weg. Jetzt ist die Zitrone ausgepresst. Wenn man den Wald weiterhin schonend bewirtschaften und erneuern und Freizeitsuchenden gut unterhaltene Wege bieten will – wer will das nicht –, braucht es Mittel der Allgemeinheit. Ob der Weg einer Gesetzesänderung dafür der richtige ist, ist wieder eine andere Frage. Denn so festgelegte staatliche Zahlungen brächte man nie mehr weg – auch dann nicht, wenn der Holzpreis wieder steigen sollte.