Eine Schweizer Zeltstadt
Das Basislager der Schweizer Forschungsexpedition am Fuss des Himlung-Massivs ist in den letzten 10 Tagen stetig gewachsen. 300 Maultiere und über 50 Träger haben in den letzten vier Wochen über 20 Tonnen Material hochgetragen. Entstanden ist eine Zeltstadt mit 100 Zelten und einer guten Infrastruktur mit WC- und Duschzelten, Koch- und Esszelten, einem kleinen beleuchteten „Dorfplatz" sowie Labor- und Forschungsstationen.

So angenehm, wie möglich

Für die Wasserversorgung wurde eine 2500 Meter lange Wasserleitung ins Camp gezogen. 25 einheimische Helfer und ebensoviele Hochträger und Sherpas sorgen dafür, dass die Schweizer Höhenbergsteiger jeweils im Basislager ein möglichst angenehme Zeit verbringen und sich von den Strapazen in den Hochlagern erholen können.

Nach ein paar Regen- und Schneetagen hat sich das Wetter zum Besseren gedreht. In der Nacht kalt, aber tagsüber mit wenig Wind angenehme Temperaturen. Nachdem die Akklimatisation und der nahrhafte Aufstieg ins Basislager bei etlichen Expeditionsteilnehmern Spuren hinterlassen hat, ist der Gesundheitszustand alles Teilnehmer „den Umständen entsprechend" gut. Ein erkrankter Bergführer musste Anfangs Woche mit einem Helikopter nach Kathmandu evakuiert werden.

Der schwierigere Teil der Expedition beginnt

„Jetzt geht's erst richtig los - denkt bei der nächsten Krise daran, dass unsere Sherpas zum Teil mit 38 Kilogramm auf dem Rücken unterwegs sind" , ermahnte Expeditionsleiter Urs Hefti die für den Aufstieg ins Lager 1 (5600m) bereiten Expeditionsmitglieder am Dienstag vor dem Abmarsch.

Bereits haben die Sherpas 800 Kilogramm Forschungsmaterial und eine grosse Zahl von Zelten ins Hochlager 2 (6085m) transportiert. Die Umsetzung des Forschungsprotokolls wird auf dieser Höhe ungemein schwieriger als noch im Basislager. Bereits jetzt ist klar, dass nicht alle Probanden den Aufstieg ins Lager 3 (6900m) und ins höchstgelegene Forschungszelt- und -Labor schaffen werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die Probanden sind - obwohl sie zum Teil gezeichnet von einer Akklimatisationstour zurück ins Basecamp kamen - hochmotiviert. Die freie Sicht auf den Gipfel des Himlung Himal ist das einzige Doping, das für die Probanden erlaubt ist.

Die Aargauer Expeditionsteilnehmer haben sich - obwohl sie auf die beiden Probandengruppen verteilt sind - im Basislager gefunden und motivieren sich gegenseitig tagsüber und abends im Esszelt. Der Tenor ist nicht zu überhören „wir freuen uns auf das was kommt - die Aussicht und das Panorama im Hochlager 1 ist einzigartig und entschädigt auch für viel Unangenehmes"!

Himlung Himal: Hier im Himalaya klettern die Bergsteiger hoch