Frauenstreik
Forderungskatalog geht auf violettem Banner durch die Strassen Aaraus

Die Aargauerinnen verlangen in einem Manifest mehr Lohnkontrollen, mehr AHV für schlecht Verdienende – und einen Sockelbeitrag für das Frauenhaus.

Fabian Hägler
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Chris Iseli

«Ich habe mein lila T-Shirt von 1991 weggegeben... dachte, ich brauche es nicht mehr. Weit gefehlt!!!» Das steht auf einem Plakat am Frauenstreik in Aarau. «Schon vor 28 Jahren gingen Frauen auf die Strasse, noch immer ist die Gleichstellung nicht erreicht.» Das sagte SP-Politikerin Leona Klopfenstein, als sie um 11 Uhr vor dem Rathaus mehrere Dutzend Frauen und ein paar Männer zur Verkündung des Aargauer Manifestes begrüsste.

Dieses wurde von ihrer Parteikollegin Eva Schaffner in Form eines langen violetten Transparents vom Balkon heruntergelassen, während Klopfenstein und SP-Kantonalpräsidentin Gabriela Suter die Forderungen verlasen.

Der erste Frauenstreik 1991 habe zwar Verbesserungen gebracht: Mutterschaftsurlaub, Splittung in der AHV, Fristenlösung und Massnahmen gegen häusliche Gewalt. Dennoch stagniere die Gleichstellung und Frauen seien nach wie vor Sexismus, Diskriminierung, Stereotypisierung und Gewalt ausgesetzt, steht im Manifest. Die Forderungen der Frauen betreffen diverse Bereiche. Eine substanzielle Erhöhung der AHV bei tiefen Löhnen, Lohnkontrollen und Sanktionen für Verstösse gegen Lohngleichheit, mehr Betreuungsangebote für Kinder und alte Menschen, Elternurlaub mit einem freien Monat für den Vater, Vergütung von Verhütungsmitteln durch Krankenkassen, spezialisierte Anlaufstellen für geflüchtete Frauen, Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche, mindestens 50 Prozent Frauenanteil auf Wahllisten sind einige Beispiele.

Frauenstreik 2019 Blog
83 Bilder
Demonstration in Aarau.
Demonstration in Aarau.
Demonstration in Aarau.
Demonstration in Aarau.
Demonstration in Aarau.
Zehntausende am Zürcher Limmatquai.
Frauenstreik in Zürich Auf den Plakaten steht: "Auch albanische Frauen haben ein Recht auf Erbschaften."
Zehntausende in Bern.
Demonstration in Aarau.
Zehntausende in Bern: Nähe Bundesplatz.
Die Veranstalterinnen sprechen von 35'000 Personen auf dem Bundesplatz.
Teilnehmerinnen in Lausanne.
Nachmittagsdemo: Aufmarsch der Frauen in Aarau.
Nachmittagsdemo: Aufmarsch der Frauen in Aarau.
Nachmittagsdemo: Aufmarsch der Frauen in Aarau.
Nachmittagsdemo: Aufmarsch der Frauen in Aarau.
Nachmittagsdemo: Aufmarsch der Frauen in Aarau.
Nachmittagsdemo: Aufmarsch der Frauen in Aarau.
Frauen in St.Gallen tragen ein Transparent, an einer Kundgebung zum nationalen Frauenstreik.
Badens Stadtammann Markus Schneider. Demonstrationszug vor dem Stadthaus.
Badens Stadtammann Markus Schneider mit Stadträtin Ruth Müri. Demonstrationszug vor dem Stadthaus.
Badens Stadtammann Markus Schneider mit Stadträtin Ruth Müri. Demonstrationszug vor dem Stadthaus.
Stadtammann Markus Schneider mit Stadträtin Ruth Müri. Demonstrationszug vor dem Stadthaus.
Manifest in Aarau.
Manifest in Aarau.
Manifest in Aarau.
Frauen tragen das Manifest durch Aarau.
Frauen tragen das Manifest durch Aarau. Blockierter Bus.
Frauenstreik in Aarau.
Frauenstreik in Aarau: Präsentation des Manifestes.
Parlamentarierinnen streiken in Bern vor dem Bundeshaus.
Versammlung in Luzern.
Versammlung in Luzern.
Versammlung in Luzern.
Versammlung in Luzern.
Parlamentarierinnen streiken in Bern vor dem Bundeshaus.
Parlamentarierinnen streiken in Bern vor dem Bundeshaus.
Parlamentarierinnen streiken in Bern vor dem Bundeshaus.
Parlamentarierinnen streiken in Bern vor dem Bundeshaus.
Sternmarsch der Berner Kulturschaffenden.
Streik am Schulhaus Aemtler in Zürich.
Streik am Schulhaus Aemtler in Zürich.
Runter mit der Tamponsteuer, Bern.
Runter mit der Tamponsteuer, Bern.
Corso entlang der Langstrasse in Zürich.
Dieses Kaffee bestreikt. Lausanne.
: Der Niklaus-Thut-Brunnen in den Streik-Farben. (Foto: Franziska Kremer.)
Projektion auf den Rochetower in Basel: Heute ist Frauenstreik
Frauenbind an einem Geländer. Lausanne.
Seit dem Freitag 14. Juni twittert auch Bundesrätin Sommaruga - ihr erster Tweet hat den Frauenstreik zum Inhalt.
Frauen färben Brunnen in Baden in den Streikfarben ein.
Streikfrühstück in Lausanne.
Streikfrühstück in Lausanne.
Die Session in Bern im Zeichen des Frauenstreiks. Die SP-Nationalrätinnen Nadine Masshardt, Yvonne Feri, Laurence Fehlmann Rielle, Priska Seiler Graf, Barbara Gysi, Mattea Meyer, und Jacqueline Badran, von links, posieren für ein Selfie.
Die Session in Bern im Zeichen des Frauenstreiks.
Die Session in Bern im Zeichen des Frauenstreiks: Bundesrätin Viola Amherd im Gespräch mit Walter Mueller, FDP-SG.
Aargauer Statue im Frauenstreik.
Frauen verbrennen BHs in Lausanne. Kampf für gleichen Lohn und Respekt.
Pfannenkonzert in vielen Städten, Bild: Lausanne.
Demonstration für Frauenrechte in Lausanne.
Demonstration für Frauenrechte in Lausanne.
Demonstration für Frauenrechte in Lausanne.
Projektion aufs höchste Gebäude der Schweiz: Roche Tower in Basel.
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Frauen verbrennen BHs in Lausanne. Kampf für gleichen Lohn und Respekt.
Corso entlang der Langstrasse in Zürich.
Streikende Frauen übernehmen die Nachtwache in Lausanne.
Demonstration für Frauenrechte in Lausanne.
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Streikende Frauen gingen in der Nacht in vielen Städten auf die Strasse, hier in Lausanne.
Frauen stehen auf. Die grossen Demonstrationen am Freitag.
Die Zeichen des Streiks Ein Button mit dem Datum des Frauenstreiks hägt an der Jacke von Stephanie Vonarburg, Vizepraesidentin syndicom. Anlass ist eine Medienkonferenz am 20. Mai 2019 in Bern.
Einen Monat vor dem Frauenstreik informierten das Komitee Frauenstreik Aargau und weitere Organisationen über die Streikgründe und -aktivitäten am 14. Juni im Aargau.
Bunt: Das Programm zum Frauenstreik im Kanton Solothurn.
Der 1.Mai im Zeichen des Frauenstreiks. Kundgebungsteilnehmer laufen am traditionellen 1. Mai-Umzug 2019, am Tag der Arbeit im Zeichen des Frauenstreiks in Zürich.
Der Frauenstreik 2011 in Genf.
Das Frauenstreik Logo.
Rückblick auf den Frauenstreik 1991: Streikende Frauen und Männer vor der St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn.
Rückblick: An den Anliegen hat sich seit 27 Jahren nichts geändert: Streikende Frauen am nationalen Frauenstreik vom 14. Juni 1991 in Zürich.
Rückblick: Am ersten Frauenstreiktag 1991 legten wie hier in Basel eine halbe Million Frauen ihre Arbeit nieder. Key
Der Tag der Arbeit wurde nämlich auch in den Dienst des Frauentags vom 14. Juni gestellt: So wurde etwa auch wie in Basel mit violetten Plakaten für den nationalen Frauenstreik mobilisiert.

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Colin Frei

Bei jedem Punkt brandete Applaus aus der Menge auf, die sich vor dem Rathaus versammelt hatte. Auch ein kantonales Anliegen verlasen Klopfenstein und Suter: Sie fordern Sockelbeiträge für das Frauenhaus Aargau-Solothurn, «damit dessen Fortbestehen dauerhaft gesichert ist und das Personal gerecht bezahlt werden kann».

Stadträtin Angelica Cavegn Leitner und Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker hörten aufmerksam zu – auch als Suter sie aufforderte, das Manifest im Rathaus aufzuhängen. Ob dies passiert, bleibt vorerst offen, nach der Verkündung wurde das violette Transparent zum Haus zur Zinne getragen. Dort kam zuerst Bea Bossard, Präsidentin der Gemeinnützigen Frauen Aarau, zu Wort. «Es ist beschämend, wie wenig Geld der Bund für die familienergänzende Betreuung ausgibt», sagte sie mit Blick auf die 23 Millionen Franken, die jährlich zur Verfügung stehen.

Frauenstreik in der Aarauer Altstadt

Frauenstreik in der Aarauer Altstadt

Chris Iseli

Es brauche kostenloses Engagement von Freiwilligen, damit Krippenangebote möglich seien. Verglichen mit Salären von Bankern seien die Löhne der Kita-Angestellten, die für Kinder verantwortlich sind, viel zu niedrig.

Jolanda Urech, bisher einzige Aarauer Stadtpräsidentin, ermutigte die Frauen zu politischem Engagement. «Es gibt kein Patentrezept für Erfolg, nötig sind auf jeden Fall Beharrlichkeit und man muss sich Kompetenz erarbeiten», sagte sie. Urech erzählte, wie sie als Stadtpräsidentin für die Unterzeichnung der Charta für Lohngleichheit nach Bern gereist sei – und welche Frauen sie als Vorbilder sah. «Lilian Uchtenhagen, Micheline Calmy-Rey, Doris Leuthard und Anita Fetz haben mich immer sehr beeindruckt.»

Frauenstreik auf dem Bundesplatz in Bern

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