35 Grad in Zurzach, 30 Grad und mehr im ganzen Kanton – selten schimmerte das Wasser der Aargauer Flüsse verführerischer als am Montag, dem ersten Hitzetag dieses Jahres. Aber aufgepasst: Noch immer sind die Freigewässer recht kalt.

Weil nach dem vielen Regen die grossen Seen in Zürich und Luzern entleert werden, bleibt zudem die Strömung konstant stark. Durch die hohe Fliessgeschwindigkeit der Reuss war das jährliche Reussschwimmen von Luzern nach Sins am Wochenende 20 Minuten früher fertig als letztes Jahr.

Auch in Rheinfelden fliesst der Rhein schneller als sonst, so schnell, dass die Strandbadi den Steg in den Fluss geschlossen hat und dringend vom Schwimmen abrät.

«Der Fluss ist noch zu gefährlich», so Geschäftsführer Willy Vogt. «Noch immer steht der Pegel des Rheins 20 bis 30 Zentimeter höher als sonst, und das Wasser ist mit 16 Grad sehr frisch.»

Es drohen Muskelkrämpfe

Wer sich zu lang im eisigen Wasser aufhält, riskiert Muskelkrämpfe durch Unterkühlung. Gerade ungeübte Schwimmer können in so einer Situation schnell in Panik geraten.

Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) rät in ihren Flussregeln eindringlich: Je kälter das Wasser, desto kürzer der Aufenthalt im Fluss (siehe Box)! Ungeübte Schwimmer, die nicht gut tauchen können, sollten momentan ganz aufs Flussschwimmen verzichten, so die SLRG auf ihrer Website.

Keine Badeverbote vom Kanton

Weniger ernst als am Rhein ist die Situation an den anderen grossen Flüssen im Aargau. Aare, Reuss und Limmat sind zurzeit rund 18 Grad kalt und somit etwa 2 Grad wärmer als der Rhein bei Rekingen.

Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Das Wasser der Reuss ist trüb. Grund ist die Einmündung der Emme unterhalb von Luzern. Naturgemäss führt diese viel «Dreck» mit, kleine Schwebeteilchen und Schwemmmaterial.

Offizielle Badeverbote werden vom Kanton Aargau trotzdem an keinem der Flüsse erlassen. Susette Burger, Projektleiterin bei der Sektion Gewässernutzung des Kantons Aargau, appelliert an die Eigenverantwortung der Aargauer, diese stehe im Vordergrund.

Für die Sicherheit auf den Gewässern ist neben dem Amt für Gewässernutzung auch die Wasserschutzpolizei zuständig. Diese hat am Wochenende auf den Flüssen viel Präsenz markiert. Die Botschaft: Es gibt Regeln, die es einzuhalten gibt.

Erster Hitzetag im Aargau.

Erster Hitzetag im Aargau.

Dass die Regeln eingehalten werden, zeigt das Beispiel Rheinfelden. Von rund 2000 Badegästen am Wochenende ignorierte nur eine Handvoll die Warnungen und den gesperrten Steg. Willy Vogt hofft, dass das schöne Wetter Auswirkungen auf Wassertemperatur und Abflussmenge hat, um den Fluss wieder freizugeben.

Viele Badegäste am Hallwilersee

Im Gegensatz zu den Fliessgewässern sind im Hallwilersee Temperaturen um 20 Grad zu verzeichnen. Das Seebad in Meisterschwanden begrüsste am Wochenende so viele Badegäste wie an Spitzentagen. Am Montag hielt der Besucherstrom an.

Wer immer up-to-date sein will, erfährt hier die aktuellen Temperaturen und Abflussmengen der Aargauer Gewässer.