Das Zurzibiet und die Region Mutschellen haben ihren Widerstand bereits angekündigt. Nun folgen die Einsprachen gegen das sogenannte Betriebsreglement 2014 des Flughafens Zürich, mit dem insbesondere die An- und Abflugrouten im Osten des Flughafens entflochten werden sollen. Die Frist läuft morgen ab.

Einer der Einsprecher ist der Verein «Gekröpfter Nordanflug Nein». Anders als der Name erwarten liesse, geht es ihm im vorliegenden Fall nicht um das umstrittene Nordanflugregime. Dieses sei zwar noch nicht vom Tisch, sagt Vereinspräsident Patrick Gosteli. Solange Deutschland den mit der Schweiz ausgehandelten Fluglärm-Staatsvertrag nicht unterzeichnet, ist es aber nicht umsetzbar.

Also kämpft der Verein ganz allgemein für eine gerechtere Fluglärmverteilung. Diese sei heute nicht gegeben, so der Böttsteiner Gemeindeammann. «Wir stellen einen Viertel des betroffenen Gebiets, ertragen aber bereits heute fast die Hälfte der Flugbewegungen.»

Mit dem neuen Betriebsreglement, befürchtet er, würde die Lärmbelastung weiter steigen. Denn der Flughafen strebe mit der Entflechtung der Ostanflüge «unter dem Deckmantel der Sicherheit eine Kapazitätserhöhung an».

Keine schweren Maschinen

Gegen die Entflechtung per se ist der Verein nicht. «Aus Sicherheitsgründen könnte man das vielleicht machen», sagt Gosteli. Gleichzeitig, fordert er, müsste im Betriebsreglement dann aber eine Kapazitätserhöhung zulasten des Zurzibiets zwischen 21 Uhr und 7 Uhr ausgeschlossen werden.

Ausserdem will der Verein dem Flughafen verbieten, die Piste 32 für Nordstarts von schweren Maschinen zu nutzen. Eine weitere Forderung: Der Flughafen soll — soweit nicht bereits geschehen — ein Schallschutzkonzept für die von abendlichem und frühmorgendlichem Fluglärm betroffene Bevölkerung entwickeln und auf seine Kosten umsetzen.

Erfolgsaussichten rechnet sich Gosteli durchaus aus. Zumal der Verein bei Weitem nicht der einzige Einsprecher sei. «Auch alle Gemeinden im Bezirk Zurzach werden Einsprache erheben», so Gosteli — unter anderem, weil sie im weiteren Prozess keine Beschwerdemöglichkeit mehr haben, wenn sie jetzt nicht reagieren.

Widerstand kommt auch von weiter südlich. Barbara Gmür vom Bürgerkomitee Bellikon will ihre Beschwerde heute abschicken. Es sei «ein Witz», dass der Navigationspunkt-Fixpunkt «Brego» weiterhin über ihrem Dorf liege, während nebenan freie Fläche vorhanden sei. Zudem fordert sie Südabflüge. Nicht sicherheitstechnische, sondern politische Überlegungen würden diese bisher verhindern, ist sie überzeugt. (per)